Michael Ouzas (Black Wings) und Riley Holzapfel (Capitals)
GEPA/Florian Ertl
Eishockey

EBEL-Auftakt mit zwei Schlagern

Mit direkten Duellen der vier österreichischen Titelanwärter startet die Erste Bank Eishockey Liga am Freitag in die Saison. Österreichs Meister und EBEL-Finalist Red Bull Salzburg empfängt den KAC, die Vienna Capitals sind bei den Black Wings Linz zu Gast. Bozen beginnt die Titelverteidigung gegen die Graz 99ers, Schlusslicht der Saison 2017/18.

Bozen, Salzburg und die Capitals haben schon auf höchster Ebene bewiesen, dass sie schlagkräftige Mannschaften stellen. Das Trio hat sich in der Champions Hockey League (CHL) gegen Topmannschaften aus dem Land von Weltmeister Schweden, Vizeweltmeister Schweiz und Finnland behauptet und liegt nach vier von sechs Runden auf Aufstiegskurs.

Graz will Bozen fordern

Bozen hat im April überraschend den EBEL-Pokal geholt, ihnen wird durchaus eine erfolgreiche Titelverteidigung zugetraut. Mit Mike Blunden und Daniel Catenacci haben die Südtiroler Spieler verpflichtet, die in der vergangenen Saison noch in der National Hockey League (NHL) gespielt haben. Auch Brett Findlay wird hoch gehandelt. „Hauptaufgabe wird sein, ein gutes Team zu bilden“, meinte Kapitän Anton Bernard, der die Pick-Round der besten sechs Mannschaften und damit die direkte Qualifikation für das Play-off als Ziel angibt.

Im Duell Meister gegen Tabellenletzter geben sich die Grazer aber nicht vorab geschlagen. „Wir gehen raus, um zu gewinnen“, betonte 99ers-Routinier Oliver Setzinger, der heuer – wie schon teilweise auch in der vergangenen Saison – als Verteidiger einlaufen wird.

Salzburg sieht sich gerüstet

EBEL-Rekordsieger Salzburg hat zuletzt zweimal nicht die Karl Nedwed Trophy gewonnen, mit nur wenig Änderungen soll der Pokal diesmal wieder nach Salzburg wandern. „Druck ist in Salzburg immer da. Wenn wir gute Arbeit machen, geben wir uns die Chance, am Ende erfolgreich zu sein“, sagte Trainer Greg Poss. Mit den Leistungen seiner Mannschaft bisher kann er sehr zufrieden sein. „Es war eine gute Vorbereitung für uns, die CHL ist ein großer Vorteil. Wir sind sehr froh, wo wir sind“, sagte der 53-jährige US-Amerikaner.

Beim stark umgebauten KAC verlief die Vorbereitung den Ergebnissen nach nicht nach Wunsch, auf dem Papier sollte der Rekordmeister aus Klagenfurt aber eine stärkere Mannschaft als im Vorjahr haben.

Capitals-Trainer muss sich noch einarbeiten

Auch der neue Star an der Bande kann bisher positiv bilanzieren. Dave Cameron, von Dezember 2014 bis April 2016 Headcoach der Ottawa Senators in der NHL, muss sich bei den Vienna Capitals aber erst richtig einfinden. „Neue Spieler, neues Team, neue Liga, aber am Ende ist es immer Eishockey. Die größte Herausforderung ist, mein Team kennenzulernen“, sagte der 60-jährige Kanadier. Was er bisher gesehen hat, wird ihn wohl freuen. Die „Caps“ haben mit CHL-Siegen in Schweden und Dänemark viel Potenzial bewiesen.

Coach Dave Cameron (Capitals)
GEPA/Christian Ort
Neo-Capitals-Trainer Dave Cameron kennt das österreichische Eishockey noch nicht wirklich

Der Gegner aus Linz hat einen großen Umbruch mit 16 Abgängen, darunter die Lukas-Brüder Philipp und Robert (beide Karriereende) sowie die Teamstürmer Fabio Hofer und Patrick Spannring, hinter sich. Geholt wurden unter anderem sechs neue Legionäre, allen voran Ex-NHL-Spieler Bracken Kearns. Trainer Troy Ward ist überzeugt, dass sein Team heuer „läuferisch besser“ und „schneller in den Aktionen“ ist. In den letzten sieben Jahren standen die Black Wings sechsmal im Halbfinale, diesmal soll es wie zuletzt beim Titel 2012 ins Endspiel gehen.

Westderby in Innsbruck

In Innsbruck kommt es zum Westderby gegen die Dornbirn Bulldogs. „Das Play-off wird mittlerweile erwartet“, sagte Innsbruck-Stürmer Tyler Spurgeon, dessen Team zuletzt zweimal den Aufstieg geschafft hat. Dornbirns Stefan Häußle rechnet gleich zum Start mit viel Action: „Gegen Innsbruck wird es hart umkämpft und körperbetont, aber ich glaube, wir werden gewinnen."

Der Villacher SV, der gegen Znojmo startet, ging einen ungewohnten Weg und holte ÖEHV-Rekordteamspieler Gerhard Unterluggauer einen heimischen Cheftrainer. Damit startet erstmals seit 13 Jahren (Kurt Harand in Linz) ein Club mit einem österreichischen Headcoach in die EBEL-Saison. Unterluggauer ist in Personalunion auch Sportdirektor und soll den Umbrauch mit 13 neuen Spielern bewerkstelligen. Ziel ist das Play-off, das der VSV zuletzt zweimal verpasst hat. Das erste Bully der neuen EBEL-Saison erfolgt um 18.45 Uhr bei Fehervar gegen Zagreb.

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