Jubel von Jessica Pilz
APA/Barbara Gindl
Kletter-WM

Pilz krönt Heimspiel mit Kombi-Bronze

Jessica Pilz ist bei der WM in Innsbruck nach Gold im Vorstieg auch noch zu Bronze in der Kombination geklettert. In der neuen WM-Disziplin, die 2020 erstmals auch olympisch sein wird, waren am Schlusstag der Titelkämpfe nur Topstar Janja Garnbret (SLO) und Sol Sa (KOR) besser als die 21-jährige Niederösterreicherin.

„Mit zwei Medaillen habe ich nicht gerechnet. Alles nach dem Vorstieg-Gold war echt eine Draufgabe. Das Boulder-Finale (Vierte, Anm.) und jetzt noch einmal am Podest, die WM ist super aufgegangen“, jubelte Pilz nach der Kombi-Entscheidung in der mit nicht ganz 5.000 Zuschauern und Zuschauerinnen fast vollen Olympiaworld.

Im Bouldern abgerutscht

Pilz war im Speed als Zweite hinter Sol überraschend stark in die Sechser-Entscheidung gestartet. Im Bouldern rutschte die Wahltirolerin als Letzte auf den dritten Gesamtrang ab. „Das hat mich schon ein bisschen hinuntergezogen, aber ich habe gewusst, dass ich im Vorstieg zu den besten zwei gehöre.“

Jessica Pilz und die Japanerin Milo Nonaka an der Kletterwand
APA/Barbara Gindl
Als Zweite im Speed startete Pilz stark in die Kombination

Das zeigte sie dann auch in ihrer Paradedisziplin. Rang zwei hinter Garnbret reichte aber zu keiner Verbesserung mehr. Denn die überragende Slowenin, im Vorstieg hinter Pilz noch Silbermedaillengewinnerin und im Bouldern Weltmeisterin, kam ebenfalls bis zum Top. Diesmal war anders als zum WM-Auftakt aber Garnbret schneller. Sol fiel zum Abschluss schon früh aus der Wand, an der Medaillenreihung änderte das aber nichts mehr.

„Es war echt intensiv“

Das neue Kombi-Format sei nach den Strapazen der drei Einzel-Bewerbe sehr kräftezehrend gewesen, berichtete Pilz. „Es war echt intensiv. Ich habe noch einmal die letzten Kräfte ausgepackt und alles herausgeholt. Aber alle waren mit ihren Kräften am Ende.“ Wie ihre Konkurrentinnen hatte sie Blutblasen und kaum noch Haut an den Fingern. „Jetzt brauche ich sicher ein paar Tage Pause, damit die Haut wieder nachwächst.“

Im Hinblick auf die Olympiadisziplin Kombination ist sie beruhigt, voll konkurrenzfähig zu sein. „Es war ein guter Vergleich. Im Speed muss ich noch aufholen. Im Bouldern und Vorstieg bin ich vorne dabei.“

Die erst 19-jährige Garnbret durfte sich nach Vorstieg-Gold 2016 ihre bereits vierte WM-Medaille umhängen lassen. „Es ist unglaublich. Ich bin sehr stolz, dass ich die Premiere in der Kombination gewinnen konnte. Der Start (Fünfte im Speed, Anm.) war schwierig, aber ich habe gewusst, dass ich noch zwei starke Disziplinen habe“, erklärte die Slowenin.

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