Snowboarder Markus Schairer
APA/Helmut Fohringer
Snowboard

Schairer beendet Karriere nach Sturz

Snowboardcrosser Markus Schairer hat am Freitag seinen Rücktritt vom aktiven Sport erklärt. Der Vorarlberger war bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang schwer gestürzt und hatte sich den fünften Halswirbel gebrochen.

„Der dreimonatige Heilungsprozess nach der Operation ist sehr gut verlaufen, aber mit dem Anstieg der Trainingsbelastung musste ich erkennen, dass die Regeneration viel mehr Zeit in Anspruch nimmt als vor dem Sturz. Auch wenn es mir extrem schwerfällt, muss ich akzeptieren, dass der Zeitpunkt gekommen ist, um meine Karriere zu beenden“, sagte der 31-Jährige.

Schairer gewann in der Saison 2008/09 den Snowboardcross-Gesamtweltcup und eroberte bei der WM in Gangwon (Südkorea) die Goldmedaille. 2013 fügte er in Stoneham (Kanada) seiner Sammlung WM-Silber hinzu. Der Vorarlberger gewann zudem vier Weltcup-Rennen im Einzel, eines im Team mit Alessandro Hämmerle und stand zwölf weitere Male auf dem Podest, achtmal im Einzel, viermal im Team. „Wenn ich auf meine Karriere zurückblicke, dann bin ich sehr stolz darauf, was ich alles erreicht habe.“

Snowboarder Markus Schairer mit Halskrause
GEPA/Oliver Lerch
Der Heilungsprozess nach Schairers Verletzung verlief gut, für den Spitzensport reicht es aber nicht mehr

Verletzungen bremsen Schairer

Die Liste der Erfolge wäre wohl noch um einiges länger, wäre er nicht immer wieder von Verletzungen gebremst worden. So zog sich der dreimalige Olympiateilnehmer unmittelbar vor den Winterspielen 2010 in Vancouver bei einem Crash bei den X-Games in Aspen (USA) mehrere Rippenbrüche zu. Trotzdem ging er in Kanada an den Start, war aber aufgrund der schmerzhaften Verletzung stark gehandicapt und musste sich mit Platz 23 zufrieden geben.

Pech hatte Schairer auch bei der Heim-WM 2015 auf dem Kreischberg, als er in der Qualifikation nach drittschnellster Zeit beim Abbremsen im Ziel verkantete und spektakulär stürzte. Dabei erlitt Schairer eine Sprunggelenksverletzung und musste auf ein Antreten im Finale verzichten.

Bedauern auch beim Verband

Bei Schairer halten sich Wehmut und Vorfreude die Waage: „Es schmerzt natürlich, dass ich durch die Verletzung von Pyeongchang so abrupt aus dem Snowboardcross-Zirkus herausgerissen wurde. Andererseits habe ich jetzt mehr Zeit, um mich zu Hause um meine beiden Frauen zu kümmern, und darauf freue ich mich sehr“, ergänzte der Vorarlberger, der Vater einer einjährigen Tochter ist.

Beim ÖSV bedauert man den Abgang des Weltmeisters. „Markus Schairer hat unser Snowboard-Team über ein Jahrzehnt lang entscheidend mitgeprägt. Sein Wort hatte aber nicht nur in der eigenen Mannschaft, sondern generell im Weltcup großes Gewicht. Dazu hat er eine wichtige Vorbildfunktion für unsere jüngeren Fahrer übernommen“, sagte der sportliche Leiter für Snowboard im ÖSV, Christian Galler. „Ich wünsche Markus für seine Zukunft alles Gute und würde mich freuen, wenn er dem heimischen Snowboardcross in einer Betreuer- oder Beraterfunktion erhalten bleiben könnte.“

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