Jubel der Hartberger Florian Sittsam und Christoph Kröpfl
APA/Erwin Scheriau
Bundesliga

Aufsteiger Hartberg führt Rapid vor

Für Rapid hat es am Samstag in der tipico-Bundesliga eine blamable Niederlage gesetzt. Die Hütteldorfer gingen auswärts gegen Prolactal Hartberg durch Treffer von Florian Sittsam (9.), Dario Tadic (17.) und Florian Flecker (65.) mit 0:3 unter und verpassten den zumindest vorläufigen Sprung unter die Top Sechs.

Rapid verlor damit vier der letzten fünf Meisterschaftsspiele und erstmals in der Liga unter Trainer Dietmar Kühbauer. Der Aufsteiger aus Hartberg jubelte hingegen in der mit 5.100 Zuschauern ausverkauften Profertil-Arena über seinen höchsten Saisonsieg in der Liga. Durch den Sieg im ersten Bundesliga-Duell mit Rapid überholten die Steirer auch die Wiener und stießen auf den siebenten Platz vor.

Hartberg nutzt Rapid-Abwehrfehler

Kühbauer hatte dieselbe Aufstellung wie beim 1:0-Heimsieg vor zwei Wochen gegen Mattersburg gewählt, diesmal allerdings funktionierte praktisch gar nichts. Rapids 4-4-2-Formation präsentierte sich im Spiel nach vorn ideenlos und in der Defensive zeitweise außer Rand und Band – so auch in der neunten Minute: Ein Pass von Florian Flecker reichte, um die gesamte Hintermannschaft der Wiener auszuhebeln. Sittsam nahm die Vorlage dankend an und überlistete Richard Strebinger mit einem Schuss ins kurze Eck.

In der 14. Minute – Rapids Abwehr hatte sich wieder einen Aussetzer geleistet – verhinderte der ÖFB-Teamgoalie bei einer Topchance von Rajko Rep noch Schlimmeres, drei Minuten später aber war Strebinger neuerlich geschlagen. Der möglicherweise knapp aus Abseitsposition gestartete Tadic bezwang den Goalie, nachdem ein Pass von Ivan Ljubic die grün-weiße Viererkette ausgehebelt hatte.

Danach standen die Hartberger tief und lauerten auf Fehler von Rapid, die haufenweise passierten. Dadurch ergaben sich Konter und gute Möglichkeiten für Michael Blauensteiner (27.), Ljubic (31./jeweils daneben) und Flecker (37./Strebinger parierte). Die Hütteldorfer hingegen kamen bei einem von Andrija Pavlovic knapp verpassten Murg-Stanglpass (12.) und einem von Hartberg-Tormann Rene Swete abgewehrten Pavlovic-Schuss (15.) gerade einmal zu Halbchancen.

Nächstes Gegentor statt Aufholjagd

Kühbauer brachte zur Pause Andrei Ivan, der in der 47. Minute die beste Gelegenheit für Rapid ausließ, als er an Swete scheiterte. Danach verfiel Rapid wieder in denselben Trott wie vor dem Seitenwechsel, lief planlos gegen eine clevere Hartberg-Defensive an und kassierte in der 65. Minute sogar noch das dritte Gegentor. Boli Bolingoli hob das Abseits auf, der kurz zuvor eingewechselte Zakaria Sanogo zog auf und davon und legte für Flecker auf, der aus kurzer Distanz erfolgreich war.

Hartberg versetzt Rapid Tiefschlag

Aufsteiger Hartberg jubelt nach dem 3:0-Sieg daheim gegen Rapid. Die Steirer überholen die Wiener und sind in der Tabelle nun Siebente.

Danach traf Ivan noch das Außennetz (79.), und Stefan Schwab scheiterte an Swete (86.). Das änderte aber nichts an einem überaus schwachen Rapid-Auftritt, der für das Europa-League-Auswärtsspiel am Donnerstag gegen Villarreal Schlimmes befürchten lässt.

Stimmen zum Spiel:

Markus Schopp (Hartberg-Trainer): „Wir haben das Spiel anders, ein wenig defensiver als sonst, angelegt. Wir haben auf unsere Chance gewartet, diese bekommen und auch verwertet. Ich darf der Mannschaft gratulieren, sie hat sich mit drei verdienten Punkten belohnt. Es sind bereits viele Dinge, die wir angesprochen haben, positiv umgesetzt worden.“

Dietmar Kühbauer (Rapid-Trainer): „Wir sind nach Hartberg gefahren, um drei Punkte zu holen. Das wäre heute natürlich absolut unverdient gewesen. Wir haben dem Gegner geholfen, waren zu statisch, und 41 Prozent gewonnene Zweikämpfe sind einfach viel zu wenig, um Hartberg zu fordern. Ich habe aber auch keinen Zauberstab. Mir bleibt aufgrund der vielen Spiele in nächster Zeit wenig Zeit zu trainieren.“

Tipico-Bundesliga, elfte Runde

Samstag:

Hartberg – Rapid 3:0 (2:0)

Hartberg, Profertil-Arena, 5.100 Zuschauer, SR Muckenhammer

Torfolge:
1:0 Sittsam (9.)
2:0 Tadic (17.)
3:0 Flecker (65.)

Hartberg: Swete – Blauensteiner, Huber, Siegl, Rasswalder – Flecker, Ljubic, Sittsam, Kröpfl (81./Ilic) – Rep (89./Rotter), Tadic (65./Sanogo)

Rapid: Strebinger – Potzmann, Sonnleitner, Dibon, Bolingoli – Murg, D. Ljubicic, Schwab, Knasmüllner (46./Ivan) – Pavlovic (72./Thurnwald), Alar

Gelbe Karten: Ljubic bzw. Schwab

Die Besten: Flecker, Ljubic, Huber, Sittsam bzw. Strebinger

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