Alexander Peya
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ATP-Finals

Fragezeichen hinter Österreicher-Doppeln

Im Schatten von Dominic Thiem haben zwei weitere Österreicher die Qualifikation für die ATP-Finals in London geschafft: Oliver Marach, der gemeinsam mit Mate Pavic (CRO) sogar per Jahresende das Nummer-eins-Paar stellen wird, und Alexander Peya mit seinem ebenfalls kroatischen Partner Nikola Mektic sind unter den besten acht Teams in der O2-Arena dabei. Hinter beiden Duos mit ÖTV-Beteiligung stehen allerdings Fragezeichen in Sachen Fitness.

Marachs Partner Pavic hatte vergangenen Samstag beim Einschlagen für das Halbfinale in Paris-Bercy einen Stich in der Bauchmuskelgegend verspürt und für das Match daraufhin abgesagt. Erst in den ersten Trainings in London wird auch Marach, der wie Peya am Donnerstag anreiste, mehr über Pavics Befinden wissen. Und der am Ellbogen verletzte Peya, der sein letztes Tour-Match am 17. August bestritten hat, wird keinesfalls schmerzfrei in London dabei sein.

Nikola Mektic und Alexander Peya
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Peya (r.) schlägt sich weiterhin mit Problemen am Ellbogen herum

Marach ist auch von der Zulosung vom Montag nicht angetan. „Die Auslosung ist ein Wahnsinn, wenn du alle in einer Gruppe hast, gegen die du nicht gerne spielst. Aber was soll’s, es wird Zeit, die auch einmal zu schlagen“, meinte Marach. Dass die Australian-Open-Sieger ausgerechnet Lukasz Kubot/Marcelo Melo (POL/BRA/3) und auch die Franzosen Pierre-Hugues Herbert/Nicolas Mahut (FRA/8), die sich Marach schon vor der Auslosung nicht gewünscht hatte, bekommen haben, ist für den 38-jährigen Steirer unerfreulich.

Vorsichtig zuversichtlich

Und mit Mike Bryan – der sowohl mit Jack Sock, als auch mit Zwillingsbruder Bob qualifiziert war – und Sock haben sie in Gruppe „Knowles/Nestor“ auch sehr starke US-Gegner. Bryan und Sock haben kurz vor Wimbledon ihre Zusammenarbeit begonnen und die Grand-Slam-Titel an der Church Road und in New York gewonnen.

Marach ist, abhängig von Pavics Gesundheitszustand, vorsichtig zuversichtlich für die ATP-Finals. „Wir waren das zweitbeste Team auf der China-Tour und haben nur zweimal gegen Kubot/Melo verloren, die dort unglaublich gespielt haben“, erinnerte sich Marach. „Wenn wir so spielen, können wir sicher ein paar Runden gewinnen.“

„Sicher ist der Titel ein Ziel“

Das topgesetzte Duo eröffnet am Montag (13.00 Uhr MEZ) sein Turnier gegen Herbert/Mahut. Es ist die Wiederholung des Endspiels der French Open in Paris, das an die Franzosen gegangen war.

Oliver Marach und Mate Pavic
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Marachs Erfolgschancen hängen von der Fitness seines Partners Pavic (l.) ab

Das bisher beste Ergebnis eines Österreichers überhaupt beim Masters ist 2007 Julian Knowle gelungen. Der mittlerweile 44-jährige Vorarlberger hatte mit dem Schweden Simon Aspelin das Endspiel erreicht. Ein Ziel, das man als topgesetztes Team auf jeden Fall auch hat. „Sicher ist der Titel ein Ziel. Aber es sind die acht besten Teams hier, da gehört sicher ein bisschen Glück auch dazu“, meinte Marach.

Peya kämpft um Fitness

Keine Wunderdinge darf man von Alexander Peya erwarten. „Ich kann noch nichts Genaues sagen. Ich habe gestern wirklich intensiv gespielt: Grundlinie, Volley war überhaupt kein Problem. Aufgeschlagen habe ich nicht voll, das wird nicht schmerzfrei sein – so viel weiß ich“, sagte der ebenfalls 38-jährige Wiener am Donnerstag. Peya hatte neben dem Training auch noch in Salzburg Therapie gemacht.

Von nun an werde er in London voll trainieren und sehen, wie es läuft, meinte Peya, der bis zum ersten Spiel noch den Physiotherapeuten Freddie Siemes mit hat und dann mit den ATP-Physios arbeiten wird. Große Ergebnisziele hat Peya nicht. „Mein einziges Ziel ist, dass ich 100 Prozent spielen kann, dann fühle ich mich schon als Sieger“, meinte Peya schmunzelnd. Sein bestes Masters-Resultat war 2013 das Semifinale, er ist zum dritten Mal dabei. Marach tritt zum vierten Mal an.

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