Marcel Hirscher
GEPA/Andreas Pranter
Ski alpin

Hirscher greift auf Lieblingshang an

Nach dem Abstecher nach Nordamerika macht der alpine Tross der Männer am kommenden Wochenende in Val d’Isere Station. Die Chance, dass Marcel Hirscher im Riesentorlauf oder Slalom seinen 60. Weltcup-Sieg feiert, ist groß. Denn in Savoyen setzte der Salzburger bereits mehrere Meilensteine seiner Karriere.

Der Riesentorlauf am Samstag (10.00 Uhr bzw. 13.00 Uhr live in ORF eins und im Livestream) ist die nächste Chance für den rot-weiß-roten Superstar, nachdem der Deutsche Stefan Luitz zuletzt in Beaver Creek Hirschers Jubiläum zumindest um ein Rennen verschob. Val d’Isere war für Hirscher aber bisher immer ein guter Boden. Sechs seiner bisher 59 Weltcup-Rennen gewann der 29-Jährige in den französischen Alpen.

„Zu jedem Ort findet man mittlerweile aber eine gute Geschichte“, wollte Hirscher Val d’Isere keine allzu große Bedeutung beimessen. Dennoch spricht die Statistik eine klare Sprache. Neben den sechs Erfolgen hat Hirscher noch fünf zweite und drei dritte Plätze in der Skistation zu Buche stehen. Seit 2009 blieb Hirscher nur 2016 sowohl im Riesentorlauf als auch im Slalom ohne Sieg. 2014 waren die Rennen abgesagt worden.

Erster Weltcup-Sieg 2009

Im Jahr 2009 begann in Val d’Isere im wahrsten Sinn des Wortes der Siegeszug des Salzburgers, der in bisher sieben Gesamtweltcup-Triumphen mündete. Bei der WM im Februar verpasste der noch 19-jährige Hirscher im Riesentorlauf als Vierter nur um sieben Hundertstel seine erste Medaille. Drei Monate zuvor hatte er bei der Superkombi an gleicher Stelle seinen dritten Podestplatz im Weltcup bejubelt.

Im Dezember 2009 stand Hirscher zuerst in der Superkombi als Zweiter hinter Benjamin Raich abermals auf dem Podest. Zwei Tage später war der erste Weltcup-Sieg des heute 29-Jährigen aber dann Gewissheit. Im Riesentorlauf verwies Hirscher den Italiener Massimiliano Blardone gleich um 77 Hundertstel auf Platz zwei. Ein Jahr später folgte erneut in Val d’Isere eine Premiere: Hirscher gewann dort den ersten Weltcup-Slalom seiner Karriere.

Marcel Hirscher
APA/AFP/Franck Fife
Als 20-Jähriger holte sich Hirscher vor neun Jahren in Val d’Isere den ersten von bisher 59 Weltcup-Siegen

Imposante Serie zu Ende

In der jüngeren Vergangenheit war die „Liebesbeziehung“ zwischen Hirscher und den Bergen in Val d’Isere speziell im Riesentorlauf aber leicht gestört. Zuletzt durfte sich der Olympiasieger im Dezember 2015 über einen RTL-Sieg in Savoyen freuen. 2016 waren sowohl bei den Ersatzrennen für Beaver Creek als auch im „klassischen“ Bewerb von Val d’Isere mit Mathieu Faivre bzw. Alexis Pinturault die französischen Hausherren schneller.

Vor einem Jahr gewann Hirscher zwar den Slalom, musste sich im Riesentorlauf allerdings hinter Pinturault und dem Deutschen Luitz mit Rang drei begnügen. Danach feierte der 29-jährige Salzburger aber inklusive Olympia in Pyeongchang sieben RTL-Siege in Folge. Eine Serie, die erst Luiz am vergangenen Sonntag mit seinem Erfolg in Beaver Creek durchbrechen konnte.

„Saisonstart ist geglückt“

Dass sein Erfolgslauf zuletzt in Nordamerika zu Ende ging, lässt den Salzburger im Vorfeld der Rennen auf seinem „Hausberg“ in Val d’Isere jedoch kalt. Die Erkenntnis, auch im Riesentorlauf trotz eingeschränkter Vorbereitung aufgrund von Hochzeit und Geburt des ersten Kindes mithalten zu können, stimmte Hirscher, der nun eine neue Siegesserie starten könnte, zuversichtlich. „Das war eigentlich das Wichtigste. Der Saisonstart ist geglückt“, sagte Hirscher.

Apropos Serie: Der siebenfache Weltcup-Gesamtsieger hat auf seinem Lieblingshang am Samstag noch eine andere Bilanz zu verteidigen. Seit dem Saisonstart 2016/17 ist Hirscher in allen 16 Weltcup-Riesenslaloms auf das Podest gekommen. Sein letzter Ausfall in dieser Disziplin, in der er wie im Slalom fünfmal die Gesamtwertung gewonnen hat, passierte im Februar 2011 in Hinterstoder.

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