Derrick Henry
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NFL

„Titan“ Henry erlebt Sternstunde

Die Tennessee Titans haben zum Auftakt des 14. Spieltages der National Football League (NFL) am Donnerstag mit einem 30:9-Sieg über die Jacksonville Jaguars ihre Chance auf das Play-off gewahrt. Mann des Abends war Runningback Derrick Henry, der gegen die Jaguars eine Sternstunde erlebte.

Der 24-jährige Henry führte die Titans praktisch im Alleingang zum siebenten Saisonsieg und hielt Tennessee damit im Rennen um das zweite Wildcard-Ticket in der American Football Conference (AFC). Henry erzielte 238 Yards im Laufspiel und steuerte alle vier Touchdowns zum Sieg bei. Die Jaguars, im Vorjahr noch im NFL-Halbfinale, sind nach der neunten Saisonniederlage endgültig aus dem Rennen um einen Platz in der K.-o.-Runde.

Mit seinen vier Touchdowns stellte Henry einen neuen Clubrekord für die Titans auf. Seine 238 Yards Raumgewinn erzielte der 24-Jährige, der 2015 auch die Heisman Trophy für den besten College-Spieler gewonnen hatte, in nur 17 Laufversuchen. Mit so wenigen Versuchen hatte laut NFL seit Beginn der Super-Bowl-Ära 1966 noch kein Spieler mehr als 200 Yards und vier Touchdowns erzielt. Den Rekord an erlaufenen Yards in einem Spiel hält Adrian Peterson mit 296 Yards aus dem Jahr 2007.

Derrick Henry
APA/AFP/Getty Images/Wesley Hitt
Henry (l.) war von den Gästen aus Jacksonville an diesem Abend nicht zu halten

Lauf über fast das gesamte Feld

Das Highlight des Abends gelang Henry jedoch im zweiten Viertel mit einem Touchdown-Lauf über 99 Yards. Der 24-Jährige räumte auf seinem Weg in die Endzone über fast das gesamte Feld mehrere Verteidiger aus dem Weg und egalisierte damit den Rekord für den längsten Laufspielzug in der Geschichte der NFL. 1983 hatte Tony Dorsett als bisher einziger Spieler einen Touchdown nach einem 99-Yard-Lauf erzielt.

„Dorsett ist eine Legende. Es ist cool, jetzt mit ihm auf einer Stufe zu stehen“, sagte Henry nach seinem historischen Lauf, bei dem er gleich drei Verteidiger der Jaguars mit einem „stiff-arm“ wegdrängte. Auch von Titans-Coach Mike Vrabel gab es Lob: „Das war sehr beeindruckend. Am Ende sind ihm die Gegner ausgegangen, die er mit dem Arm wegschieben konnte.“ Calais Campbell, eines der „Opfer“ von Henry, nahm es mit Galgenhumor: „Wenigstens bin ich jetzt bis zum Ende seines Lebens in seinen (Henrys, Anm.) Highlights.“

Im Schatten von Henrys Sternstunde konnte sich Titans-Quarterback Marcus Mariota einen schwächeren Tag leisten. Der Spielmacher brachte es nur auf 162 Yards Raumgewinn im Passspiel und warf zudem eine Interception. Sein Pendant bei den Jaguars, Cody Kessler, betrieb zwar in der Schlussphase mit einem Touchdown-Pass auf Dede Westbrook noch Resultatskosmetik, war aber sonst wie der Rest der Jaguars-Offensive bei den Titans-Verteidigern abgemeldet.

National Football League, 14. Spieltag

Donnerstag, 6. Dezember:
Tennessee Jacksonville 30:9
Sonntag, 9. Dezember:
Miami New England 34:33
Buffalo NY Jets 23:27
Cleveland Carolina 26:20
Houston Indianapolis 21:24
Washington NY Giants 16:40
Tampa Bay New Orleans 14:28
Green Bay Atlanta 34:20
Kansas City Baltimore 27:24 n.V.
LA Chargers Cincinnati 26:21
San Francisco Denver 20:14
Dallas Philadelphia 29:23 n.V.
Arizona Detroit 3:17
Oakland Pittsburgh 24:21
Chicago LA Rams 15:6
Montag, 10. Dezember:
Seattle Minnesota

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