Anna Gasser (AUT)
GEPA/Daniel Goetzhaber
Snowboard

Gasser gibt Heimdebüt als Olympiasiegerin

Diese Woche wird Anna Gasser auf dem Kreischberg erstmals seit ihrem Big-Air-Olympiasieg vergangenen Februar in Südkorea auf heimischem Schnee einen Weltcup-Bewerb bestreiten. Am WM-Schauplatz von 2015 geht am Samstag (12.25 Uhr, live in ORF Sport +) ein Slopestyle-Bewerb in Szene.

Mitte Dezember hat die 27-jährige Kärntnerin auf der Dew Tour in Breckenridge in den USA einen Contest dieser Disziplin gewonnen. Bei einem Medientermin am Montag auf der Jaga Alm erfolgte das erste Abtasten eines der sechs Obstacles (drei Kicker, drei Railsektionen), seit Mittwoch wird offiziell trainiert. Die Qualifikation am Freitag entschied Gasser mit 85,83 Punkten vor den beiden Japanerinnen Reira Iwabuchi (82,05) und Onitsuka Miyabi (81,08) für sich.

„Die Quali ist immer so eine Geschichte, bei der ich besonders nervös bin, weil man es ja unbedingt ins Finale schaffen will. Und daheim sowieso, daher bin ich froh, dass ich das gut erledigt habe und mich auf das Finale konzentrieren kann“, sagte Gasser. Bei den Herren verlief die Qualifikation indes nicht erfreulich. Mit Moritz Amsüß (34.), Philipp Kundratitz (37.), David Luckerbauer (39.), Moritz Kaufmann (44.), Felix Reicher (46.) und Clemens Millauer (48.) scheiterten alle Österreicher.

Snowboarderin Gasser trumpft in Quali auf

Bei der Qualifikation für den Heimweltcup auf dem Kreischberg am Samstag lief für Anna Gasser nach Wunsch. Österreichs Sportlerin des Jahres bewältigte den Snowboard-Slopestyle mit Bravour und ließ die Konkurrenz hinter sich.

„Mein zweiter Heimatort“

Vor vier Jahren eroberte Gasser mit WM-Silber im Slopestyle auf dem Kreischberg ihre erste Medaille bei einem Großereignis, im Jänner 2017 gelang ihr dort der erste Weltcup-Sieg in dieser Disziplin. Seit 2017 steht dort auch ein Lande-Airbag zur Verfügung. „Letztes Jahr war der Kreischberg wirklich mein zweiter Heimatort. Wenn wir in Österreich trainiert haben, waren wir hier. Der Airbag ist so eine coole Möglichkeit, wir haben so viel von ihm profitiert. Ohne ihn wäre es bei Olympia vielleicht nur die Silberne geworden“, sagte die Millstätterin.

Anna Gasser (AUT)
GEPA/Daniel Goetzhaber
Anna Gasser fühlt sich auf dem Kreischberg wohl

Der Wettkampf vor Heimpublikum hat auch für Österreichs Sportlerin der Jahre 2017 und 2018 einen besonderen Stellenwert. „Wenn die Leute einen anfeuern, fühlt man sich einfach wohler. Wir hatten kein Mitspracherecht, wie der Kurs gebaut wird, aber er gefällt mir. Ich freue mich darauf, zu zeigen, was wir gelernt haben.“

Slopestyle schwieriger als Big Air

Ihren Mitte November als erste Frau gezeigten „Cab Triple Underflip 1260“ wird sie aber nicht bringen. Das wird dann doch eher in einem Big-Air-Wettkampf passieren, wenngleich die Voraussetzungen auch da optimal passen müssen. „Es kommt sehr darauf an, wie der Kicker gebaut ist, aber in einem Slopestyle wird das eher schwer.“

Grundsätzlich sei sie in einem Slopestyle nervöser als in einem Big Air. „Das ist eine Challenge, in der von oben bis unten alles passen muss. Wenn man nicht perfekt landet, geht sich der nächste Sprung nicht aus.“ In der Quali müsse man taktisch vorgehen. Reicht ein leichterer Run oder muss man einen schwierigeren riskieren, lautet die Frage.

Kreischberg Fixpunkt im Weltcup-Kalender

Der Kreischberg zählt mittlerweile fix zum internationalen Weltcup-Geschehen. „Wir haben nach der WM geschaut, dass wir im Kalender bleiben, das gelingt uns im Zweijahresrhythmus. Und wir konnten mit dem Riesen-Airbag einen tollen Akzent setzen“, sagte Karl Fussi, der Geschäftsführer der Murtal Seilbahnen.

„Wir hatten mehr als 60.000 Kubikmeter Schnee für die Hindernisse zu verarbeiten. Beim Kurs haben wir einige Neuerungen. Wir haben neue Rails angeschafft, die dann im Snowpark eingesetzt werden“, erklärte Bernd Krainbucher, der Chef des Organisationskomitees.

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