Marcel Hirscher (AUT)
GEPA/Christian Walgram
Ski alpin

Hirscher in Adelboden auf Rekordjagd

Marcel Hirscher geht am Wochenende beim Double in Adelboden wieder auf Rekordjagd. Landet der Salzburger sowohl im Riesentorlauf am Samstag als auch im Slalom am Sonntag (jeweils 10.30 und 13.30 Uhr, live in ORF eins) unter den ersten drei, hielte er auf dem Chuenisbärgli bei insgesamt 16 Podestplätzen und wäre damit alleiniger Rekordhalter.

15 Stockerlplätze an einem Ort erreichte Hirscher bereits in Val d’Isere ebenso wie der Norweger Aksel Lund Svindal in Beaver Creek, kommen an diesem Wochenende zwei dazu, würde er sich in dieser Wertung allein an die Spitze setzen. Schon jetzt ist Hirscher in Adelboden mit insgesamt sieben Siegen in Riesentorlauf und Slalom erfolgreichster Athlet. Den Rekord mit jeweils acht Erfolgen an einem Schauplatz hält er in Alta Badia ex aequo mit dem Schweden Ingemar Stenmark in Madonna di Campiglio und Svindal in Lake Louise.

Den Riesentorlauf in Adelboden gewann Hirscher 2012, 2015 und 2018, den Slalom 2012, 2013, 2014 und 2018, zweimal gelang ihm auf dem Chuenisbärgli also das Double. Hat Hirscher zuletzt in Zagreb zum fünften Mal einen Slalom am selben Ort gewonnen, so könnte er dieses Kunststück nach bisher vier Erfolgen auch am Sonntag in Adelboden wiederholen. Fünffachsieger sind auch Stenmark in Kitzbühel und Madonna di Campiglio sowie Tomba in Sestriere.

Alle jagen Hirscher

Beim Riesentorlauf-Klassiker in Adelboden am Samstag geht einmal mehr Marcel Hirscher als Favorit ins Rennen. Für die übrigen ÖSV-Läufer ist es eine wichtige Standortbestimmung für die WM Anfang Februar.

Kampf um WM-Tickets spitzt sich zu

Im Schatten der Rekordjagd bietet sich Hirschers Teamkollegen in Adelboden im RTL die vorletzte Chance, sich im Kampf um ein Ticket für die WM in Aare im Februar ins Rampenlicht zu rücken. Neben Titelverteidiger und Disziplinenwertung-Spitzenreiter Hirscher (zwei Siege, ein sechster Platz) ist lediglich Manuel Feller (ein vierter und ein elfter Platz sowie ein Ausfall) in einer guter Ausgangsposition – dahinter aber ist alles offen.

Die nächstbesten Österreicher in der Disziplinenwertung hinter Hirscher (1.) und Feller (17.) sind Stefan Brennsteiner (28.), Philipp Schörghofer (30.), Johannes Strolz (32.), Roland Leitinger (34.) und Marco Schwarz (39.). Der regierende Vizeweltmeister Leitinger kam diese Saison wie Brennsteiner und Schörghofer von einer Verletzung zurück. Alle drei sind mit dem Saisonverlauf freilich nicht zufrieden.

Leitinger kämpft sich langsam zurück

Leitinger war bisher zweimal 23., aus der Vorbereitung in Folgaria (Trient) schöpfte er Motivation: „Das Training war gewaltig, wir hatten eine superknackige Kunstschneepiste, die von Tag zu Tag eisiger geworden ist. Das gibt natürlich Aufschlüsse. Gott sei Dank ist etwas weitergegangen, es ist auch Zeit geworden, dass ich nach Saalbach das Ganze überarbeite und Fehler erkenne. Ich hoffe, dass ich im Rennen genau das zeigen kann, was ich im Training auch gespürt habe“, sagte der 27-Jährige.

Roland Leitinger (AUT)
GEPA/Jasmin Walter
Vizeweltmeister Leitinger kämpft um den Anschluss an die Weltspitze

Schörghofer hat als beste Saisonleistung Platz 20 in Val d’Isere erreicht. „Die Ergebnisse waren schlecht, da brauchen wir nicht herumreden, das ist nicht das, was ich will“, meinte der Salzburger. Folgaria sei ein Schritt in die richtige Richtung gewesen. "Es sind richtig gute Schwünge dabei, aber es hapert noch, dass ich einen ganzen Lauf zusammenbringe. Es ist sehr viel Timing-Arbeit in der Phase des Schwungs dabei. Entschlossenheitsarbeit, dass man es sich einfach wieder zutraut. Es heißt, das Herz in die Hand nehmen und Gas geben. Es braucht ein Erlebnis im Rennen, dann kann das ganz schnell wieder richtig gut laufen.“

Brennsteiner hinkt Erwartung hinterher

Brennsteiner hat im Riesentorlauf überhaupt noch nicht angeschrieben in diesem Winter. Dass er in der Disziplinenwertung aufscheint, verdankt er Rang neun im Parallel-Riesentorlauf in Alta Badia, der dazuzählt. Die bisherige Saison ist schnell analysiert. „Ein Satz mit x: Das war nix. Es heißt konstant weiterarbeiten. Es kommen noch einige lässige Rennen, da wird es wichtig, einmal zwei gute Läufe zu fahren. Das wäre das Nonplusultra.“ Bis das nicht passiere, habe er auch keine Gedanken an die WM. „Aber natürlich wäre es schön, wenn man in den letzten Rennen noch was zeigt."

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