Dominic Thiem (AUT)
GEPA/Matthias Hauer
Australian Open

Grand-Slam-Stärke gibt Thiem Mut

Drei Niederlagen bei einer Exhibition in Abu Dhabi und ein Erstrunden-Aus in Doha: Der Saisonstart ist für Österreichs Tennisstar Dominic Thiem nicht nach Wunsch verlaufen. Doch der als Nummer sieben gesetzte Niederösterreicher lässt sich davon vor seinem ersten Einsatz bei den Australian Open in Melbourne nicht aus der Bahn werfen. Mut macht dem 25-Jährigen seine Stärke bei Grand-Slam-Turnieren.

Thiem trifft am Dienstag zum Abschluss der Night Session auf den Franzosen Benoit Paire. In diesem Match geht es für ihn erstmals seit dem Davis-Cup-Länderkampf gegen Australien im September 2018 in Graz wieder auf drei Gewinnsätze, Thiem hat also auch länger Zeit, sich auf die Gegebenheiten einzustellen.

Zudem baut der French-Open-Finalist des Vorjahres, der bei den vergangenen US Open auch ein denkwürdiges Viertelfinale gegen Rafael Nadal gespielt und erst mit 6:7 im fünften Satz verloren hat, auf seine Steigerungsfähigkeit bei Major-Turnieren.

Frühes Doha-Aus als möglicher Vorteil

„Das einzige Match, was gezählt hat, war eigentlich in Doha. Das war jetzt nicht so gut, aus welchen Gründen auch immer“, resümierte Thiem. Abu Dhabi zähle er nicht wirklich. „Ich habe bei Exhibitions noch nie so wirklich gut gespielt. Das waren drei Niederlagen, aber die haben jetzt nicht wirklich eine Aussagekraft.“ Thiem sah in Melbourne hingegen die Vorteile des frühen Ausscheidens in Katar. „Dafür bin ich seit über einer Woche in Australien und habe mich gut akklimatisiert. Der schlechte Saisonstart hat keine großartigen Auswirkungen auf das Turnier“, glaubt der Weltranglistenachte.

Dominic Thiem (AUT)
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Unter Aufsicht seines Trainers Günter Bresnik trainierte Dominic Thiem mehr als eine Woche in Australien

Zudem ist ein Major eben auch etwas ganz anderes für Thiem. „Normal weiß ich, dass ich bei den meisten Grand Slams in letzter Zeit immer gut gespielt habe. Das gibt mir schon eine gewisse Sicherheit. Deshalb freue ich mich auf das Turnier, und das ‚Best of five‘-Format taugt mir. Ich bin gespannt auf das erste Match. Wenn ich da gut drüber komme, was nicht leicht wird gegen Paire, werde ich mich besser fühlen.“

Krankheit kein Problem mehr

Die Berichte über eine Erkrankung auf Teneriffa bzw. auch noch in Australien tat er lächelnd ab. „Ich bin eh die ganze Zeit krank“, scherzte er und fügte ernst hinzu. „Nein, ich war auf Teneriffa zwei, drei Tage ein bisserl angeschlagen, aber das ist jetzt ausgestanden und sollte kein großartiges Problem mehr sein.“

Bresnik zuversichtlich für Thiems Australian-Open-Auftritt

Vor der Partie gegen den Franzosen Benoit Paire traut Trainer Günter Bresnik seinem Schützling trotz des mäßigen Saisonstarts einiges zu.

Grundsätzlich startet Thiem mit gutem Selbstvertrauen in sein 21. Major-Turnier in Folge. Bis auf Wimbledon im Vorjahr habe er bei den letzten Grand-Slam-Turnieren immer gut agiert. Zu Buche stehen neben dem Endspiel 2018 zwei Halbfinal-Teilnahmen bei den French Open in Paris, ein Viertel- und drei Achtelfinale bei den US Open in New York, sowie zwei Achtelfinale in Melbourne (2017 und 2018) und eines in Wimbledon (2017). Allerdings habe er in den vergangenen Jahren schon einen etwas besseren Saisonstart gehabt. „Trotzdem ist es besser als letztes Jahr, weil ich da komplett bedient und krank hergekommen bin. Da fühle mich eigentlich besser.“

Paire „unangenehmes Erstrundenlos“

Inwiefern er sich in der Vorbereitung verbessert hat, werde man erst im Turnier selbst sehen. Und da ist ein guter Start wichtig. „Paire ist sicher ein unangenehmes Erstrundenlos, aber zurzeit schwirren unglaublich viele große Namen ungesetzt herum. Da waren sehr viele böse erste Runden möglich“, dachte Thiem wohl u. a. an den Schweizer Stan Wawrinka oder den Australier Nick Kyrgios.

Beim Weltranglisten-61. Paire, den er vor zwei Jahren ebenfalls in Melbourne in Runde drei in vier Sätzen (6:1 4:6 6:4 6:4) besiegt hatte, liegt auch viel am 29-jährigen Franzosen selbst. „Er schenkt manchmal ab, dann ist er wieder voll da. Man weiß bei ihm nie, was man zu erwarten hat.“

Wetter verursacht Nasenprobleme

Ähnliches gilt übrigens auch für das Wetter „down under“. „Am ersten Tag hatte es hier 42 Grad, dann war ich eine halbe Stunde im Gebäude, und es hatte nur noch 22 Grad“, so Thiem über das „trickreiche Wetter“. Wobei ihm die trockene Hitze etwas zu schaffen macht. Nicht von der Kondition her, sondern von der Nase. „Es taugt mir mehr, wenn es feucht ist und ich richtig schwitzen kann. Hier ist eine trockene Hitze. In den letzten drei, vier Jahren habe ich hier immer Nasenbluten gehabt in den ersten Trainings“, beruhigte Thiem, bei dem das im Vorfeld wieder gesichtet worden war.

Thiem kennt wie immer die Auslosung auswendig, weiß auch, dass er in einem eventuellen Viertelfinale auf den als Nummer vier gesetzten Deutschen Alexander Zverev treffen könnte. „Sicher weiß ich es. Wenn man sieht, wie er und ich in Australien gespielt haben, wären wir beide glücklich, wenn wir das Match gegeneinander zusammenbringen würden. Aber bis dahin ist es weit, und bis dahin kann bei beiden vieles passieren.“

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