Ramona Siebenhofer
GEPA/Thomas Bachun
Ski alpin

Siebenhofer feiert ersten Weltcup-Sieg

Die erste von zwei Damen-Abfahrten in Cortina d’Ampezzo hat am Freitag aus ÖSV-Sicht ein höchst erfolgreiches Ergebnis gebracht. Ramona Siebenhofer gewann auf der Tofana 0,40 Sekunden vor der Slowenin Ilka Stuhec und feierte ihren ersten Weltcup-Sieg. Stephanie Venier fuhr auf Platz drei (+0,46) und damit erstmals auf ein Abfahrtspodest.

Die 25-jährige Tirolerin hatte allerdings auch ein wenig Glück, denn nur 0,01 Sekunden dahinter landete die Schweizerin Corinne Suter auf Rang vier. Auch die Französin Romane Miradoli lag als Fünfte (0,54) in Schlagdistanz zum Stockerl. Drittbeste Österreicherin wurde Tamara Tippler auf dem starken siebenten Rang (0,75). Die zweifache Saisonsiegerin Nicole Schmidhofer wurde Zwölfte (0,95).

Drei Plätze davor landete bei ihrem Comeback Cornelia Hütter. Die 26-jährige Steirerin lag im Ziel 0,79 Sekunden zurück. Für Lindsey Vonn verlief ihre Rückkehr nach der im Oktober erlittenen Knieverletzung nicht nach Wunsch. Die 34-jährige US-Amerikanerin, die zuletzt vor knapp zehn Monaten ihr letztes Rennen bestritten hatte, musste sich mit einem Rückstand von 1,19 Sekunden mit Rang 15 begnügen.

Ramona Siebenhofer
GEPA/Harald Steiner
Ramona Siebenhofer jubelte im Ziel über eine astreine Fahrt auf der Tofana

Siebenhofer folgt auf Götschl

Die Abfahrt ging bei perfekten Bedingungen, aber auf verkürzter Strecke über die Bühne. Aufgrund der Schneefälle in der Nacht wurde das Rennen knapp vor dem Tofana-Schuss gestartet. Im oberen Bereich lag Siebenhofer noch hinter Stuhec, danach fand die 27-jährige Steirerin die mit Abstand schnellste Linie, fuhr noch einen großen Vorsprung auf die Konkurrenz heraus und gewann als erste Österreicherin seit Renate Götschl im Jahr 2007 in Cortina.

Danach zitterte Siebenhofer noch einige Minuten im Ziel, ehe ihr erster Sieg im 111. Weltcup-Rennen feststand. „Da war ich zehnmal so nervös wie am Start. Jetzt kann ich es gar nicht beschreiben, ich freue mich irrsinnig. Meine Leistungen sind sehr konstant geworden. Früher habe ich im Training zeigen können, dass ich schnell bin. Und beim Rennen habe ich es nicht runtergebracht. Heuer scheint alles zu stimmen. Es ist cool, wenn man das erreicht, wofür man arbeitet“, sagte Siebenhofer, die zuletzt in Gröden Dritte gewesen war, im ORF-Interview.

Erster Weltcup-Sieg für Siebenhofer

Ramona Siebenhofer hat in der Cortina-Abfahrt mit ihrem ersten Sieg im Weltcup überrascht. Mit Stephanie Venier fuhr eine weitere Österreicherin als Dritte auf das Podest.

Dabei begann das Rennen für die Steirerin nicht nach Wunsch. „Nach dem Start hatte ich gleich ein kleines Hoppala. In der ersten Kurve hat es mir den Ski gefangen und ausgedreht. Vielleicht war das ein Weckruf, dass ich konzentrierter weiterfahre. Ich habe mich reingeklemmt und richtig angedrückt, das ist das Entscheidende. Dabei darf man aber nicht überpowern“, sagte Siebenhofer.

Venier glücklich, Schmidhofer verärgert

Neben einer Gratulation zum Sieg von Vonn gab es auch eine herzliche Umarmung von Teamkollegin Venier. Die Tirolerin schaffte nach einem zweiten und einem dritten Platz im Super-G erstmals den Sprung auf ein Abfahrtspodest. „Für den ersten Platz habe ich zu viele Fehler gemacht, Rang zwei habe ich allerdings verspielt. Ich bin aber trotzdem sehr zufrieden“, sagte Venier.

1. Ramona Siebenhofer (AUT)
2. Ilka Stuhec (SLO)
3. Stephanie Venier (AUT)

Im Spezial-Weltcup blieb Schmidhofer nach der vierten Saisonabfahrt in Führung. Vor dem Rennen am Samstag (10.30 Uhr, live in ORF eins) führt die 29-Jährige dank ihres Doppelsieges in Lake Louise zehn Punkte vor Stuhec und 28 Zähler vor Siebenhofer. Zufrieden war die Steirerin aber nicht, da sie nach einem Fehler viel Zeit verlor. „Dann fehlt komplett das Tempo ins Ziel. Das ist brutal ärgerlich. Vielleicht habe ich mich im Schatten von der Welle überraschen lassen. In Cortina darf man sich halt keine Fehler erlauben“, sagte Schmidhofer.

Vonn hätte sich „mehr erwartet“

Hütter und Vonn waren beide mit ihren Comebacks nicht sonderlich zufrieden. „Wegen des Licht-Schatten-Wechsels habe ich teilweise zu viel ausgeholt und hatte dann zu wenig Zug am Ski. Ich muss einfach besser oben stehen. Es war ein guter Anfang, aber kein sehr guter“, sagte Hütter. „Vom Knie her geht es gut, obwohl ich die Belastung der letzten Tage schon spüre. Aber das soll keine Ausrede sein. Wenn man am Start steht, fängt jeder bei null an. Damit muss ich klarkommen. Morgen ist ein neuer Tag.“

Vonn hatte sich vor dem Rennen sehr zuversichtlich gezeigt, kam aber dann schließlich ex aequo mit der Österreicherin Ricarda Haaser nur auf Rang 15. „Ich hätte mir mehr erwartet. Ich hab forciert nach dem Fehler im Mittelteil. Ich habe gekämpft und die ganze Zeit versucht, in der Hocke zu bleiben. Das war wichtig für mein Selbstvertrauen. Die Fahrt war nicht optimal, aber ich muss zufrieden sein, weil es mein erstes Rennen war. Ich habe hier noch zwei Chancen“, sagte die US-Amerikanerin.