Trainer Franco Foda
GEPA/Mario Buehner
EM-Qualifikation

ÖFB-Team bereit für das Auftaktduell

Österreichs Nationalteam ist seit 2. September 2011 (2:6 gegen Deutschland) oder insgesamt 13 Spielen in der EM-Qualifikation ungeschlagen. Die letzten neun Partien wurden überhaupt gewonnen. Die Fortsetzung der stolzen Serie steht am Donnerstag auf dem Prüfstand. Mit den von Stürmerstar Robert Lewandowski angeführten Polen gastiert gleich zu Beginn der Gruppenfavorit im Happel-Stadion (20.45 Uhr, live in ORF eins).

Ein erfolgreiches Auftaktspiel würde eine gute Basis für den weiteren Weg zur EM 2020 legen und den Druck für das bereits drei Tage später stattfindende Duell gegen Israel in Haifa nehmen. Teamchef Franco Foda ist jedenfalls für den Start optimistisch. „Das Team macht einen guten Eindruck. Wir haben eine gute Stimmung und sehen der Sache positiv entgegen“, erklärte der 52-jährige Deutsche.

Von seinen Spielern verlangt Foda ebendiese Einstellung dann auf dem Rasen. „Wichtig wird sein, dass wir mit Selbstvertrauen auftreten und an die eigenen Qualitäten glauben. Wir müssen mit Begeisterung Fußball spielen“, forderte der Teamchef. Ein Appell, dem Kapitän Julian Baumgartlinger nur beipflichten konnte. „Die Motivation und Leidenschaft, die in der Mannschaft drinnen ist, müssen wir gegen Polen auf den Platz bringen“, sagte der Leverkusen-Legionär.

ÖFB vor EM-Qualiauftakt gegen Polen

Österreich will gegen Polen erfogreich in die EM-Qualifikation starten. Dazu fordert Teamchef Franco Foda vor allem eine kompakte Defensive.

Offensive als Polens Stärke

Bei aller Emotion müssen Marko Arnautovic und Kollegen aber auch Struktur und Disziplin im Abwehrverhalten an den Tag legen, denn die Qualität der Polen liegt vor allem im Offensivspiel. „Da gilt es defensiv kompakt zu stehen, die Räume eng zu machen und die polnischen Stürmer nicht zur Entfaltung kommen zu lassen“, erklärte Foda die taktische Ausrichtung. „Die Basis ist immer eine stabile Defensive. Keine Gegentore zu bekommen ist für jede Mannschaft wichtig. Wir wollen aktiv spielen, dürfen aber nicht anfällig für Konter sein.“

Dass der Teilnehmer an der WM 2018 seit dem Amtsantritt von Nationaltrainer Jerzy Brzeczek in sechs Spielen noch sieglos sind und nur fünf Tore erzielt haben, wollte Foda nicht überbewerten. „Sie waren in der Nations League in einer schwierigen Gruppe. Die Spiele gegen Italien und Portugal waren alle eng. Sie haben dabei einen guten Eindruck hinterlassen“, so der Teamchef.

„Das eigene Spiel durchziehen“

Österreichs Teamchef hob vor allem die Flexibilität des Gegners hervor, der aufgrund der großen Auswahl an Offensivspielern mit einem oder zwei Stürmern spielen kann. „Polen kann hoch pressen oder tief stehen und hat ein schnelles Umschaltspiel“, stellte Foda klar. Für Baumgartlinger ist Polen ein sehr komplettes Team, das agieren und reagieren kann. „Wichtig wird sein, im Wissen über die Stärke des Gegners, unser eigenes Spiel durchzuziehen“, sagte der 31-Jährige.

EM-Qualifikation, Gruppe G

Donnerstag (20:45 Uhr, live in ORF eins):

Österreich – Polen

Ernst-Happel-Stadion, SR Sidiropoulos (GRE)

Mögliche Aufstellungen:

Österreich: Lindner – Posch, Dragovic, Hinteregger – Lainer, Baumgartlinger, Grillitsch, Alaba – Lazaro, Zulj – Arnautovic

Polen: Szczesny – Bereszynski, Glik, Bednarek, Reca – Blaszczykowski, Krychowiak, Zielinski, Grosicki – Lewandowski, Piatek

Baumgartlinger zählt zu jenen Spielern, die in der vorigen EM-Qualifikation nach dem 1:1-Auftaktremis neun Siege in Folge gefeiert haben. Die aktuelle Situation ist mit jener im September 2014 aber nicht zu vergleichen. „Wir haben einen anderen Kader und andere Spielertypen. In den letzten eineinhalb Jahren haben wir eine Identität gesucht. Wir sind flexibler geworden und können mehrere Systeme spielen. Wir haben sehr gute Voraussetzungen, um gut in die Qualifikation zu starten“, ist Baumgartlinger überzeugt.

Verantwortung, Kreativität, Entschlossenheit

Mit welcher Startelf und in welcher Formation das erste Spiel in Angriff genommen wird, wollte Foda naturgemäß nicht preisgeben. Die Ausfälle von Guido Burgstaller, Michael Gregoritsch, Philipp Lienhart, Hannes Wolf und Alessandro Schöpf bezeichnete der Teamchef als schade, aber auch Teil des Jobs. „Unser Plan hat sich dadurch nicht verändert, nur die Positionierung einzelner Spieler. Es gilt Lösungen zu suchen und zu finden. Ich muss die Spieler wählen, die in der Lage sind, das Spiel zu gewinnen“, sagte der Teamchef.

Von jenen Akteuren, die letztlich auf dem Platz stehen werden, verlangte Foda, Verantwortung zu übernehmen. Diese Rolle sollen nicht nur Führungsspieler wie Arnautovic, Baumgartlinger, David Alaba oder Sebastian Prödl erfüllen. „In einem Spiel gibt es immer wieder schwierige Phasen. Da benötigt es Spieler, die Bälle fordern, das Spiel lenken und die Mitspieler mitreißen“, forderte der Teamchef, der neben dem Heimvorteil – knapp 40.000 Fans werden erwartet – auch Kreativität in der Offensive und Entschlossenheit in der Rückeroberung des Balles als Schlüssel für einen erfolgreichen Auftakt nannte.