Franco Foda
ORF.at/Christian Öser
EM-Qualifikation

Fodas Zuversicht bleibt ungebrochen

Das 13. Länderspiel in seiner Amtszeit hat für ÖFB-Teamchef Franco Foda einen unglücklichen Ausgang gehabt. Wie seinen Spielern war auch dem Deutschen die Enttäuschung über die 0:1-Niederlage am Donnerstag zum Auftakt der Fußball-EM-Qualifikation ins Gesicht geschrieben. Ein Remis gegen Polen wäre verdient gewesen, davon war Foda überzeugt. Seine Zuversicht ist aber angesichts der Leistung ungebrochen.

Bereits am Sonntag kann Österreichs Nationalmannschaft gegen Isreal in Haifa (18.00 Uhr, live in ORF eins) Wiedergutmachung betreiben, wovon Foda auch überzeugt ist. „In vielen Phasen haben wir viele Dinge gut gemacht. Wenn wir diese Leistung am Sonntag wieder abrufen können, dann sind wir in der Lage, in Israel Punkte zu holen“, sagte der 52-Jährige, der auch an den Fehlstart in die Nations League erinnerte. „Da sind wir auch mit einer Niederlage gestartet und haben danach sieben Punkte geholt. Jetzt gilt es zu regenerieren und auf das nächste Spiel vorzubereiten“, sagte Foda optimistisch.

Zunächst gilt es aber, den Frust über die laut Foda „extrem bittere“ Niederlage abzuschütteln. Trotz einer starken Anfangsphase und Chancen auf den Ausgleich am Ende des Spiels stand das ÖFB-Team nach 90 intensiven Minuten mit leeren Händen da. „Die Leistung war über weite Strecken des Spiels gut, das habe ich auch der Mannschaft gesagt. Wir hatten die besseren Torchancen. Es ist schade, weil wir unter dem Strich keinen Punkt geholt haben, aber Fußball ist eben ein Ergebnissport“, sagte Foda.

Bitterer Fehlstart gegen Polen

Das ÖFB-Team startete am Donnerstag im Wiener Ernst-Happel-Stadion mit einer 0:1-Niederlage gegen Polen in die EM-Quali.

Nach starkem Beginn Kontrolle verloren

Ein besseres Ergebnis hätte Österreich dank eines starken Beginns in den ersten 20, 25 Minuten sicherstellen können. Trotz Überlegenheit konnte aber kein Führungstor erzielt werden. „Wir waren defensiv extrem stabil, haben dem Gegner keine Chance zugelassen und haben selbst gute Situationen nach vorne kreiert“, sagte der Teamchef, der danach aber mit ansehen musste, wie seine Mannschaft aufgrund von einfachen Fehlern im Spielaufbau die Kontrolle verlor.

Dieser Umstand wurde in der Kabine angesprochen, und nach dem Seitenwechsel fand Österreich wieder besser in die Partie. „Nach der Pause haben wir Druck ausgeübt und hatten ein, zwei gute Aktionen durch Marko (Arnautovic, Anm.). In der Phase, als wir am Drücker waren, haben wir dann leider das Tor kassiert, weil wir bei einer Standardsituation nicht aufgepasst haben“, sagte Foda und bedauerte den unglücklichen Zeitpunkt des entscheidenden Gegentreffers.

Gegentreffer
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Die Entscheidung: Krzysztof Piatek (M.) dreht nach seinem Kopfball zum Leidwesen der Österreicher zum Torjubel ab

Kein Vorwurf an Janko

Foda stellte nach dem 0:1 auf ein 4-4-2-System um, wodurch sich für die Polen Räume öffneten. Das ÖFB-Team kam aber seinerseits zu Möglichkeiten, alleine der Ausgleich wollte nicht klappen. Während Polen mit Milan-Torjäger Krzysztof Piatek den spielentscheidenden „Joker“ von der Bank bringen konnte, vermisste Österreich einmal mehr einen Torjäger. Mit Marc Janko brachte Foda zwar einen weiteren Stürmer, der 35-Jährige vergab aber die große Ausgleichschance (88.).

„Ob es damit zusammenhängt, dass Marc keinen Spielrhythmus hat, ist schwer zu sagen“, sagte Foda und wollte nicht neuerlich eine Stürmerdiskussion vom Zaun brechen. Viel eher lobte der Teamchef, wie der Lugano-Reservist nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung zu seiner Chancen nach der Flanke von Maximilian Wöber kam. „Du kannst gewisse Situationen nicht lernen, was Räume im Strafraum und Antizipation betrifft. Das hat Marc getan. Das einzige Manko war, dass er die Möglichkeit nicht genutzt hat“, sagte Foda.

„Aufstehen und bereit sein“

Ansonsten könne er dem Team und sich selbst wenig vorwerfen. „Wir haben die richtige Taktik gewählt und über 90 Minuten wenig zugelassen, obwohl der Gegner offensiv Topqualität hat. Es gab sehr viele positive Momente“, sagte Foda, der auch die Marschroute für die Partie gegen Israel vorgab. „Wir haben schon gezeigt, dass wir nach einer Niederlage wieder aufstehen und bereit sind. So werden wir das nächste Spiel angehen.“

Einen Plan für das Duell in Haifa hat Foda bereits im Kopf. Diesen muss der Teamchef aber wohl adaptieren, denn mit David Alaba fällt wegen muskulärer Probleme nach Guido Burgstaller, Michael Gregoritsch und Hannes Wolf, die bereits vor Polen abgesagt hatten, eine weitere Offensivkraft aus. Auf eine Nachnominierung verzichtete Foda. Der Teamchef konzentriert sich auf die Spieler, die dabei sind, denn die Ausgangslage ist vor dem zweiten Qualispiel klar. „Wenn du das erste Spiel nicht gewinnst, ist es logisch, dass du in den nächsten punkten musst“, sagte Foda.