Fernandinho (Manchester City) gegen Dele Alli (Tottenham)
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Champions League

ManCitys Angst vor dem Deja-vu

Im rein englischen Zweikampf im Champions-League-Viertelfinale muss Meister Manchester City gegen Tottenham eine 0:1-Niederlage aus dem Hinspiel wettmachen. Der Mannschaft von Trainer Josep Guardiola droht am Mittwoch (21.00 Uhr) das gleiche Schicksal wie im vergangenen Jahr, als Liverpool ihre Träume zerstörte. Ebenjene „Reds“ verteidigen beim FC Porto eine 2:0-Führung.

Wie 2019 muss die Guardiola-Truppe im Viertelfinal-Rückspiel zu Hause einen Rückstand gegen einen Mitbewerber aus England aufholen. War vor zwölf Monaten Liverpool mit einem 3:0 in den nachbarschaftlichen Showdown gegangen, so hat diesmal Tottenham einen Minivorsprung, nachdem Son Heung Min vor einer Woche in London in der Schlussphase das einzige Tor der Partie erzielt hatte. In der ersten Hälfte hatte Spurs-Torhüter Hugo Lloris einen Elfmeter von Sergio Agüero abgewehrt.

Einen Tag nach dem offiziell 125. Geburtstag des Clubs wollen die Himmelblauen alles daransetzen, dass sich die Geschichte nicht wiederholt. „Dieser Druck ist unglaublich“, sagte Guardiola über die entscheidende Phase der Saison, die ManCity mit vier Titeln abschließen könnte. Panik brauche man aber nicht zu haben. „Ich bin mir sicher, dass wir auch nächstes Jahr Champions League spielen.“

Tottenham mit Personalproblemen

Tottenham zeigte zuletzt einen Formanstieg und gewann drei Matches in Folge. Für die Londoner ist die Champions League die letzte Möglichkeit auf etwas Herzeigbares für die Vitrine. Gegen die „Spurs“ spricht, dass man unter anderem weiter auf Stürmer Harry Kane verzichten muss, der im Hinspiel eine Bänderverletzung im linken Knöchel erlitt. Auch Offensivspieler Dele Alli ist nach einem Bruch der linken Hand fraglich – genauso wie Serge Aurier, Eric Dier, Erik Lamela, Fernando Llorente oder Harry Winks.

Auch in der Liga könnte Tottenham für den Titelverteidiger zum Stolperstein werden, denn schon am Samstag kommt es zum Wiedersehen. Man City liegt zwei Punkte hinter Tabellenführer Liverpool, hat aber noch fünf Spiele zu absolvieren, Liverpool nur noch vier. „Wenn wir diese Spiele in dieser Woche nicht gewinnen, verlieren wir beide Titel“, sagte Guardiola und betonte: „Wir haben in dieser Saison aber auch einen unglaublichen Gegner gehabt mit Liverpool.“

Liverpool hat gute Karten

Dank Toren von Naby Keita und Roberto Firmino vor einer Woche an der Anfield Road haben die „Reds“ vor dem Champions-League-Auswärtsspiel bei Porto gute Karten. „Es war ein wichtiger Sieg. Wir haben den ersten Schritt genommen. Aber jetzt müssen wir unsere Füße auf dem Boden behalten, denn das nächste Spiel wird auch schwierig“, meinte Firmino.

Sadio Mane (Liverpool) gegen Iker Casillas
Reuters/Phil Noble
Sadio Mane konnte Porto-Goalie Iker Casillas im Hinspiel zwar nicht bezwingen, Liverpool gewann dennoch mit 2:0

Schon in der vergangenen Saison hatten sich die „Reds“ gegen den portugiesischen Spitzenverein durchgesetzt. Das Team von Jürgen Klopp gewann im Achtelfinale im Estadio do Dragao 5:0, im Rückspiel gab es ein 0:0. „Natürlich haben wir Erinnerungen an Porto von letzter Saison, deshalb freuen wir uns darauf und können hoffentlich wiederholen, was wir da geschafft haben“, sagte Rechtsverteidiger Trent Alexander-Arnold.

Porto ist bisher in insgesamt sieben Europacup-Partien gegen Liverpool sieglos geblieben. Auch das schmälert die Chancen auf das erste Champions-League-Halbfinale seit 2004, als Porto den Bewerb unter Jose Mourinho schließlich sogar gewann. Allerdings haben die Portugiesen in dieser Saison alle Heimspiele in der Königsklasse für sich entschieden, und Trainer Sergio Conceicao wird ein stärkeres Team als in Liverpool zur Verfügung haben.