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Fußball

Erstmals Frauen beim Homeless World Cup

Von 27. Juli bis 3. August findet die 17. soziale Straßenfußball-WM in der walisischen Hauptstadt Cardiff statt. Österreich tritt dieses Jahr mit zwei Teams an. Erstmals wird ein österreichisches Frauen-Team entsendet, wie bei der Vorstellung der Teams am Donnerstag in Wien bekanntgegeben wurde. Für das Turnier werden mehr als 500 Spielerinnen und Spieler aus 51 Nationen erwartet.

„Es freut mich sehr, dass diese großartige Veranstaltung auch heuer wieder mit starker österreichischer Beteiligung ausgetragen wird“, sagte Michael Landau, Präsident der Caritas. „Hier spenden Zuschauer jenen Menschen Applaus, denen sonst oft Ablehnung entgegenschlägt: Menschen mit Fluchthintergrund, Obdachlose, Menschen mit einer Suchtproblematik und Menschen mit psychischen Problemen“, meinte Landau.

Emily Cancienne ist die Teamchefin der diesjährigen Frauenmannschaft. Sie trainiert die acht Spielerinnen im Alter von 16 bis 23 Jahren aus Klagenfurt, Graz und Wien seit rund einem Jahr. „Die Frauen haben auf ganz unterschiedlichen Wegen zu uns gefunden. Sie sind verschieden hinsichtlich ihrer kulturellen Herkunft und auch ihrer Familiensituation. So haben wir ein sehr vielfältiges Team, in dem die Frauen viel voneinander lernen“, sagte die Wahlgrazerin und Mittelfeldspielerin bei SK Sturm Graz aus Louisiana, USA.

Emily Cancienne
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Sturm-Graz-Mittelfeldspielerin Emily Cancienne steht beim Homeless World Cup an der Seitenlinie – als Trainerin des Frauenteams

Intensive Vorbereitung des Frauenteams

Zwei Trainingslager und mehrere Einheiten mit der Herren-Mannschaft hätten die Fußballerinnen absolviert. „Die beiden Teams helfen und unterstützen sich gegenseitig“, erzählte Cancienne. „Ich hoffe sehr, dass die Spielerinnen diese wundervolle Chance nutzen und es ein guter Schritt für uns alle sein wird“, sagte die Teamchefin.

Homeless World Cup: Letzte Trainingsphase für Österreicher

Ende Juli startet der Homeless World Cup, ein Fußballturnier für Obdachlose, Flüchtlinge und Menschen mit Suchtproblem. Die heimischen Teams starten kurz vor dem Bewerb in die letzte Trainingsphase.

Der Teamchef der Männer, Gilbert Prilasnig, coacht bereits zum 16. Mal. Auch er freute sich darüber, dass erstmals eine Frauen-Mannschaft dabei ist: „Ich habe es immer schon als Mangel empfunden, dass Österreich als Geburtsland des Homeless World Cup immer nur mit Männern vertreten war, obwohl es schon seit 2008 einen eigenen Frauen-Bewerb gibt.“ Das Herren-Team setzt sich aus Spielern des Grünen Kreises in Niederösterreich, der Gruft Wien, einem iranischen Migranten und einem afghanischen Asylwerber zusammen.

Mittels Sport zu einem neuen Selbstbild

Der Homeless World Cup soll benachteiligten Menschen gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Die sportliche Betätigung im Team soll ihnen Motivation, ein neues Selbstbild und Perspektiven für die Zukunft verleihen. Der österreichische Partner des internationalen Homeless World Cup ist die Caritas Steiermark, die auch die erste Weltmeisterschaft im Jahr 2003 in Graz austrug.