Marko Arnautovic
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Fußball

Arnautovic bereit für China-Abenteuer

Mit viel Getöse und der prestigeträchtigen Nummer sieben ist Marko Arnautovic bei seinem neuen Club Schanghai SIPG am Donnerstag vorgestellt worden. „Ich habe in verschiedenen Ländern und Ligen gespielt. Nun möchte ich den asiatischen Fußballstil kennenlernen“, sagte Arnautovic, der für das Abenteuer bereit sei und Charakterfragen beantwortete.

Vor einigen Fans im Stadion zeigte Österreichs Fußballnationalspieler seine Gaberlkünste und absolvierte danach seinen ersten Medienauftritt. Mit seiner Nummernwahl hat Arnautovic die an sich bereits hohe Erwartungshaltung an ihn noch einmal erhöht. Denn die sieben ist bei SIPG mit Clublegende Wu Lei behaftet und war seit dessen Abgang nicht vergeben worden. Der derzeitige Espanyol-Spieler feierte mit 14 Jahren sein Debüt für den Verein, bei dem er Rekordtorschütze (102 Ligatore) ist. „Aufgrund dieser Bedeutung spüre ich mehr Druck, aber ich bin bereit für die Herausforderung, mit dieser Nummer viele Tore und Vorlagen zu machen“, erklärte Arnautovic.

„Die Nummer sieben repräsentiert die Ehre und den Stolz von Schanghai“, sagte der Clubvorsitzende Zhang Min. Er habe bei Wu nachgefragt, dieser sei über seinen Nachfolger „sehr glücklich.“ Der Verein entsprach so dem Wunsch seines Neuzugangs. „Ich fühle mich mit dieser Nummer sehr wohl“, meinte Arnautovic, der damit im Nationalteam aufläuft und diese bereits bei seinen früheren Clubs Bremen und West Ham trug.

Der 30-jährige Wiener war am Vortag unter regem Interesse der chinesischen Fans in der Millionenmetropole (über 26,3 Millionen Einwohner) eingetroffen. Danach hatte er sich ein erstes Bild vom Trainingsgelände, seinen neuen Mitspielern und Trainer Vitor Pereira gemacht. Im Internet kursierte ein Foto, das Arnautovic beim gemeinsamen Abendessen mit dem Brasilianer Oscar zeigt. „Ich habe das Gefühl, sie sind sehr gute Leute, die mir wirklich dabei helfen wollen, mich ins Team zu integrieren. Ich fühle mich sehr willkommen“, sagte Arnautovic, der laut eigenem Bekunden bereits ein paar Worte Chinesisch gelernt hat, am Donnerstag.

Marko Arnautovic macht ein Selfie mit Fans
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Ein Selfie mit den Fans von Schanghai SIPG: Marko Arnautovic wurde am Donnerstag der Öffentlichkeit präsentiert

„Ich schone mich nie“

Nach der Transferposse mit West Ham, die letztlich in einem unschönen Abgang um 25 Millionen Euro geendet hatte, sah sich der 81-fache Internationale auch mit Fragen über seinen Charakter konfrontiert. Medien würden, so Arnautovic, manchmal unfundierte Sachen über ihn schreiben. „Sie trainieren nicht mit mir, sie spielen nicht gemeinsam mit mir, aber sie schreiben einfach etwas. Vielleicht ist das die Charakteristik von europäischen Medien. Die Wahrheit ist, dass ich für mein Team immer alles gebe. Ich schone mich nie.“

Arnautovic bei neuem Club Schanghai SIPG präsentiert

Marko Arnautovic wurde nach seiner Ankunft in China am Donnerstag offiziell bei seinem neuen Verein Schanghai SIPG präsentiert.

Dass er im Auswärtsspiel bei Jiangsu Suning am Samstag spielen wird, ist unwahrscheinlich. Das nächste Heimspiel von Schanghai findet am kommenden Mittwoch gegen Hebei China Fortune statt. Als amtierender Meister liegt SIPG in der Tabelle mit einem Spiel weniger fünf Punkte hinter Beijing Guoan. Bis Saisonende stehen noch 14 Ligapartien an. Arnautovic: „Ich bin hier, um hart zu arbeiten. Ich will meinen Beitrag leisten, damit der Verein alle seine Ziele erreicht.“ In Schanghai soll Arnautovic ein kolportiertes Jahresgehalt von 11,5 Millionen Euro kassieren.

Prosperierender Markt China

China gilt als prosperierender und staatlich gesteuerter Fußballmarkt. Staats- und Parteichef Xi Jinping träumt von einer WM im eigenen Land und irgendwann auch dem Weltmeistertitel. Bis 2025 will er rund 50.000 Fußballschulen im Land bauen lassen, das Ziel von 20.000 bis 2020 wurde laut einem Bericht von „Chinadaily“ bereits vorzeitig erreicht. Zur Förderung der eigenen Talente dürfen in Chinas Topliga nur drei ausländische Spieler pro Verein auflaufen, vier sind im Kader erlaubt. Der Verband verfügte zudem, dass die Erstligaclubs künftig mindestens 15 Prozent ihrer Ausgaben in die eigene Jugendarbeit investieren müssen.