Antoine Griezmann
AP/Joan Monfort
Fußball

Spanischer Auftakt im Zeichen der Neuen

Mit Topteams im Kaufrausch startet die spanische Liga am Wochenende in die neue Saison. Titelverteidiger FC Barcelona gastiert schon am Freitag bei Athletic Bilbao, Erzrivale Real Madrid tritt am Samstag bei Celta Vigo an. Die größte Frage vor dem Ankick: Welchem der beiden Traditionsteams schließt sich der brasilianische Superstar Neymar an?

Barcelona, das im nächsten Frühjahr den dritten Titel in Serie feiern will, hat am Freitag im San-Mames-Stadion eine beeindruckende Serie zu verteidigen: In den vergangenen zehn Jahren haben die „Blaugrana“ ihr erstes Ligaspiel stets gewonnen, gegen Bilbao soll nun der elfte Sieg folgen. Gegen Barcelona spricht, dass Lionel Messi verletzungsbedingt nicht dabei sein wird.

Der Argentinier verletzte sich schon vor der USA-Tour des Clubs an der Wade und ist bis jetzt nicht ins Teamtraining zurückgekehrt. „Wir wollen nichts riskieren“, sagte Trainer Ernesto Valverde am Donnerstag. Aber auch ohne den Superstar scheint die Maschine gut geölt. In der Vorbereitung fügten sich die Neuzugänge Antoine Griezmann und Frenkie de Jong gut ein.

Der Franzose Griezmann war mit 120 Millionen Euro Ablöse an Vizemeister Atletico Madrid der kostspieligste Transfer in diesem Sommer. „Wir sind sehr zufrieden damit, was er bisher gezeigt hat. Sein Aktionsraum bringt uns sehr viel, und er arbeitet sehr gut in der Defensive“, sagte Valverde. Insgesamt machte Barca 250 Millionen Euro mit speziellem Fokus auf die Champions League locker.

Real gibt sich noch spendabler

Erzrivale Real Madrid zeigte sich noch spendabler und investierte knapp 300 Millionen. Vor allem Eden Hazard (100 Millionen/von Chelsea), Luka Jovic (60 Mio./Eintracht Frankfurt), Abwehrmann Eder Militao (50 Mio./FC Porto) und Ferland Mendy (48 Mio./Olympique Lyon) sollen dafür sorgen, dass der Trophäenschrank in der Hauptstadt wieder Zuwachs erhält.

Eden Hazard
APA/AFP/Gabriel Bouys
Eden Hazard ist nur einer von zahlreichen neuen Spielern im Trikot von Real – beim Saisonauftakt wird er aber fehlen

Neu im Team ist auch das brasilianische Stürmertalent Rodrygo (45 Mio./FC Santos). Der 18-Jährige muss zum Auftakt aber wegen einer Muskelverletzung im rechten Oberschenkel ebenso passen wie Hazard, der gegen Celta Vigo wegen einer im Training erlittenen Muskelverletzung nicht dabei sein wird. Und noch ein Offensivstar fehlt beim Saisonauftakt: Marco Asensio hatte sich bereits im Juli einen Kreuzbandriss zugezogen und fällt vermutlich für sechs Monate aus.

In den vergangenen elf Jahren gewannen die Madrilenen nur zwei Meistertitel, zuletzt in der Saison 2016/17 unter Zinedine Zidane, der im vergangenen März auf die Trainerbank von Real zurückkehrte.

Den höchsten Preis in dieser Wechselperiode berappte Atletico, das für den 19-jährigen Portugiesen Joao Felix 126 Millionen überwies. Dafür verlor die Mannschaft von Trainer Diego Simeone mit Griezmann, Verteidiger Lucas Hernandez (Bayern München) und Mittelfeldspieler Rodrigo (Manchester City) auch eine Menge Substanz. Einen Abgang wünschen würde sich Real-Coach Zidane, der noch auf einen Abnehmer für Gareth Bale hofft. Bei Barcelona stehen gerüchteweise Ousmane Dembele und Philippe Coutinho in der Auslage.

Intensives Ringen um Neymar

Hintergrund der Bemühungen, noch Geld aufzutreiben, dürfte das nächste Kapitel in der Karriere von Neymar sein. Dass der aktuell teuerste Spieler der Welt sich bei Paris Saint-Germain nicht mehr wohlfühlt, ist bekannt. Noch nicht klar ist, welchen Club er bald als seine zukünftige Spielwiese betrachten kann. Die Tendenz geht jedenfalls Richtung Spanien, wo sein Ex-Club Barcelona und Real die möglichen Destinationen sind.

Neymar
AP/Francois Mori
Neymar steht auf der Wunschliste von Real und Barcelona ganz oben

Zuletzt hieß es, Barcelona habe die Bemühungen, den Brasilianer zurückzuholen, intensiviert, wobei sich auch Messi eingeschaltet haben soll. Neymar war 2017 für 222 Millionen Euro nach Paris gewechselt. Davor bildete er mit Messi und Luis Suarez den gefürchteten MSN-Sturm. Dieser würde nun an Strahlkraft sogar noch übertroffen werden, kommt es tatsächlich zu einem Neymar-Comeback. Zusammen mit Griezmann hätte Barcelona dann die vielleicht beste Angriffsabteilung in der Geschichte.

Mit oder ohne Neymar – schon jetzt ist dieser Sommer in einer Hinsicht historisch. Denn mit Ausgaben von 1,2 Milliarden Euro in neue Spieler laut Transfermarkt.at stellten die spanischen Erstligisten einen neuen Rekord auf. Befeuert wurde dieser Kaufrausch freilich auch von neuen TV-Deals für die nationalen und internationalen Rechte, beide treten in dieser Saison in Kraft.

Keine Montag-Spiele mehr

Montag-Spiele wird es in Spanien ab sofort dafür nicht mehr geben. Das entschied ein Richter am vergangenen Freitag in Madrid. Im Streit mit der Profiliga und den Clubs der ersten und zweiten Liga hatte der spanische Fußballverband (RFEF) auch die Abschaffung der Freitag-Spiele gefordert. Diesem Wunsch kam die zweite Kammer des Madrider Handelsgerichts aber nicht nach.

Die Liga kündigte unterdessen an, beim Oberlandesgericht von Madrid Einspruch einzulegen. Die Liga, die Clubs und auch das Multimediaunternehmen Mediapro hatten erklärt, eine Abschaffung der Montag- und Freitag-Spiele werde zu einer deutlichen Senkung der Einnahmen aus den TV-Rechten führen.

Primera Division, erste Runde

Freitag, 16. August
Bilbao FC Barcelona 0:0
Samstag, 17. August
Celta Vigo Real Madrid 1:3
Valencia Real Sociedad 1:1
Mallorca Eibar 2:1
Leganes Osasuna 0:1
Villarreal Granada 4:4
Sonntag, 18. August
Alaves Levante 1:0
Espanyol Barcelona FC Sevilla 0:2
Betis Sevilla Valladolid 1:2
Atletico Madrid Getafe 1:0