Szene aus dem Match Belgien gegen Österreich
GEPA/Andreas Pranter
Volleyball-EM

Starker zweiter Satz für Österreich zu wenig

Österreichs Nationalteam ist mit einer 0:3-Niederlage gegen Belgien in Brüssel in die Europameisterschaft gestartet. Die ÖVV-Auswahl war als klarer Außenseiter in die Partie gegangen, zeigte aber vor allem im zweiten Satz eine starke Leistung – und brachte die Gastgeber an den Rand eines Satzverlusts.

In Brüssel setzte es gegen den Kogastgeber des erstmals mit 24 Teams und in vier Ländern durchgeführten Turniers ein 0:3 (-17, -23, -17). Nach dem Spiel hat Österreichs Team Protest eingelegt, da im engen zweiten Satz bei 10:8 ohne gespielten Punkt das Score-Board auf 11:8 für die Belgier gestellt wurde. Dieser Fehler wurde durch TV-Bilder belegt. Der Protest wurde am späten Freitagabend aber noch abgewiesen. Am Samstag (20.30 Uhr) geht es für die ÖVV-Truppe in Gruppe B gegen die Slowakei, zum Auftakt 3:2-Sieger gegen Spanien.

Die Österreicher waren als Außenseiter ins Duell mit dem EM-Vierten 2017 gegangen, sie hatten sich erstmals sportlich für eine EM qualifiziert. Die Equipe von Teamchef Michael Warm suchte aber in dieser Auswärtspartie ihre Chance, agierte nach Möglichkeit offensiv. Die Grundaufstellung mit Peter Wohlfartstätter, Alexander Berger, Thomas Zass, Anton Menner, Nikolai Grabmüller, Maximilian Thaller spielte mit Libero Philipp Kroiss die Sätze eins und zwei weitgehend durch.

Servicespiel der Österreicher funktioniert nicht

Über das Service wurde das angekündigte Risiko gesucht, um den Lokalmatadoren Probleme zu bereiten. Doch im ersten Satz fanden nur wenige dieser Aufschläge ihr Ziel, auch blieben die Gäste zu oft im gegnerischen Block hängen. Die Österreicher spielten in dieser Phase gefällig mit, kamen aber nie in die Nähe der stets vorangelegenen Belgier. Der recht klare Ausgang des Eröffnungssatzes war die logische Folge.

Szene aus dem Match Belgien gegen Österreich
GEPA/Andreas Pranter
Im zweiten Satz zeigte die Auswahl von Teamchef Michael Warm gegen Kogastgeber Belgien ihr Potenzial

Davon ließ sich Rot-Weiß-Rot aber nicht aus der Fassung bringen, im Gegenteil. Auch mit sehenswerten Stafetten hielten sie Satz zwei offen, glichen letztlich auf 21:21 und 22:22 aus. Ein Annahmefehler bei 22:23 brachte den Belgiern jedoch den ersten Satzball, ihren zweiten nutzten sie durch ein zu lange geratenes Service von Menner. Ärgerlich aus österreichischer Sicht: Aufgrund eines Zählfehlers „schenkten“ die vom Veranstalter gestellten Referees den Gastgebern einen nicht gespielten Punkt zum 11:8.

Im dritten Durchgang wechselte Warm etwas mehr, es kamen nach zuvor Thomas Tröthann und Alexander Tusch auch Mathäus Jurkovics, Niklas Kronthaler und Florian Ringseis zum Einsatz. Das wohl auch schon in Hinblick auf EM-Spielpraxis für die Partie gegen die Slowaken, deren Ausgang die Entscheidung über den Achtelfinal-Einzug stark beeinflussen könnte. Gegen die Belgier ging dann nicht mehr viel, das ÖVV-Team ist mit Deutschland Gruppe-B-Schlusslicht.

Österreichs Gegner am Samstag, die Slowakei (20.30 Uhr, live in ORF Sport +), setzte sich nach 2:0-Führung und knapp zweieinhalb Stunden mit 3:2 (23, 23, -20, -16, 16) gegen Spanien durch. Vizeeuropameister Deutschland unterlag Serbien glatt mit 0:3 (-21,-17,-15).

Stimmen zum Spiel

Michael Warm (Österreich-Teamchef): „Es ist schneller gegangen als erhofft, nicht erwartet. Wir sind schwer ins Spiel gekommen, waren sehr nervös. Im Aufschlag haben wir gar nichts getroffen am Anfang. Wir sind dann erst reingekommen. Der zweite Satz war okay. Da dann ganz ärgerlich, sie haben uns einen Punkt weggenommen. Wir haben natürlich Protest eingelegt. Mal schauen, was rauskommt. Das ist aber nicht unser Thema. Wir haben im zweiten Satz besser gespielt und sind im Aufschlag besser gewesen. Wir haben aber auch wacher gespielt, im dritten sind wir wieder fahrig geworden. Wir müssen die Erfahrung machen, das hier durchzustehen. Da braucht man eine Zeit lang. Zumindest in einem oder eineinhalb Sätzen sind wir reingekommen, das war ganz wichtig für uns. Es geht noch ein bisschen zu schnell für uns.“

Anton Menner (Österreich-Spieler): „Ich glaube, dass wir uns zu viel erwartet haben. Es hat nicht an der Nervosität gelegen. Unsere Brechstangentaktik ist mit 20 Servicefehlern nicht aufgegangen. Wir schenken ihnen damit einen Satz und gewinnen den zweiten fast trotzdem. Im zweiten Satz haben wir unser Spiel gespielt, wie wir es gewohnt sind. Ich glaube, dass das gute Selbstbewusstsein für die nächsten Spiele.“

Volleyball-EM

Freitag, Gruppe B:

Belgien – Österreich 3:0

(17, 23, 17)

ÖVV-Topscorer: Zass und Berger je 11, Menner 7; Belgien: Tuerlinckx 11