Franco Foda mit Spielern
APA/Hans Punz
EM-Qualifikation

Ausfälle trüben Stimmung im Team nicht

ÖFB-Teamchef Franco Foda ist in den anstehenden Schlüsselspielen der EM-Qualifikation am Donnerstag (20.45 Uhr, live in ORF1) in Wien gegen Israel und drei Tage später in Ljubljana gegen Slowenien zur Improvisation gezwungen. David Alaba hofft zwar trotz seines Haarrisses in der Rippe noch auf einen Einsatz, andere Stammkräfte muss Foda aber definitiv ersetzen. Die Stimmung im österreichischen Nationalteam ist dennoch ungetrübt.

Der Teamchef will sich davon nicht entmutigen lassen. Die ÖFB-Auswahl habe schon in den vergangenen Spielen „eindrucksvoll bewiesen“, dass sie verletzungsbedingte Ausfälle gut kompensieren kann. „Wir hatten immer wieder das eine oder andere Problem und haben dann Lösungen gefunden“, erklärte Foda. „Wir haben genug Alternativen. Jetzt gilt es einfach, auch die richtigen Entscheidungen zu treffen. Dann werden wir uns am Donnerstag gut präsentieren.“

Die Stimmung in der Mannschaft sei sehr gut, berichtete Foda am Dienstag in einer Pressekonferenz in der Wiener Innenstadt. „Auch David wollte unbedingt kommen.“ Trotz anfangs ablehnender Äußerungen von David Alabas Club Bayern München bezüglich einer Abstellung. Laut Alaba seien die Gespräche, die Foda mit Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic geführt hatte, aber ebenso „sehr positiv“ verlaufen wie seine eigenen in München.

EM-Qualifikation gegen Israel

Österreichs Nationalteam will am Donnerstag in Wien mit einem Sieg gegen Israel den nächsten Schritt Richtung EM 2020 tätigen.

Alaba wollte unbedingt dabei sein

„Uns allen ist bewusst, dass es eine sehr, sehr wichtige Woche für uns ist. Da wollte ich natürlich dabei sein, um dem Team wie auch immer zu helfen“, erklärte Alaba seinen unbedingten Wunsch, nach Wien zu reisen. Ob der 27-Jährige auch eingesetzt werden kann, ist aber höchst fraglich. Die „Rippe der Nation“, zu der sie von Medien bereits hochstilisiert wurde, bereitet immer noch starke Schmerzen.

David Alaba (AUT) bei einer Pressekonferenz
GEPA/Philipp Brem
David Alaba hat die Hoffnung auf einen Einsatz am Donnerstag noch nicht aufgegeben

Alaba hatte sich die Verletzung vergangene Woche beim 7:2-Auswärtssieg der Bayern gegen Tottenham Hotspur in der Champions League zugezogen, als ihm Serge Aurier auf den Körper sprang. „Natürlich hoffe ich, dass es sich in den nächsten 24 bis 48 Stunden so entwickelt, wie ich mir das vorstelle“, erklärte Alaba Dienstagmittag. „Jeder Tag ist da sehr, sehr wichtig“, ergänzte Foda.

Derzeit wird Alaba laut eigenen Angaben intensiv manuell, mit Lymphtherapie und mit Tabletten behandelt. „In 24 Stunden ist sehr viel machbar“, sagte der 71-fache Teamspieler. Entscheidend dürfte die Schmerzsituation sein. Sollte sich ein Einsatz gegen Israel noch nicht ausgehen, ist immer noch das für die EM-Teilnahme ebenfalls extrem wichtige Spiel am Sonntag (20.45 Uhr) in Ljubljana ein Thema.

Lazaro als Rechtsverteidiger?

Auf der Rechtsverteidigerposition muss Foda nach der Sprunggelenksverletzung von Stefan Lainer schon für Donnerstag eine Entscheidung treffen. „Es gibt mehrere Möglichkeiten“, betonte der Teamchef. Einerseits könne Flügelspieler Valentino Lazaro auf der rechten Außenbahn weiter hinten agieren. Dazu kommen der nachnominierte Christopher Trimmel (Union Berlin) sowie die Umstellung auf eine defensive Dreierkette.

Valentino Lazaro und Teamchef Franco Foda
APA/Robert Jaeger
Über die Position von Valentino Lazaro hat ÖFB-Teamchef Franco Foda noch keine Entscheidung getroffen

Die wahrscheinlichste Variante ist aber Stefan Posch, der beim 0:0 in Polen im September in Polen in der Innenverteidigung ein gelungenes Debüt in der Startelf gegeben hatte. Beim 2:1-Überraschungssieg seines Clubs TSG 1899 Hoffenheim bei den Bayern agierte der 22-jährige Steirer am Samstag nicht zum ersten Mal als Rechtsverteidiger. Zudem würde Posch dem Teamchef die Möglichkeit geben, im Spiel taktisch von zwei auf drei Innenverteidiger umzustellen.

Hinteregger zieht Lehren aus Vorfall

Seinen Einsatz gegen Polen hatte Posch einem nächtlichen Ausflug von Martin Hinteregger zwei Tage zuvor zu verdanken. Der mittlerweile begnadigte Eintracht-Frankfurt-Legionär äußerte sich am Dienstag in einem „Kleine Zeitung“-Interview erstmals zu dem Vorfall. „Ja, es stimmt, ich habe meinen Geburtstag gefeiert, zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Es tut mir leid. Ich habe meine Lehren daraus gezogen“, wurde der 27-Jährige zitiert.

Als Profi müsse man sich seiner Vorbildrolle bewusst sein, meinte Hinteregger. „Dennoch sollten wir alle ehrlich sein: Wir träumen immer von der Idealvorstellung, von der perfekten Welt. Die gibt es aber nicht. Praktisch jeder Mensch macht Fehler, beruflich wie privat. Das passiert, so ist das Leben.“ Man müsse aber danach trachten, nicht zu viele zu machen – und vor allem nicht zweimal den gleichen.

Mannschaft und Trainer hätten seine Entschuldigung akzeptiert. „Damit ist das Thema für mich auch erledigt – endgültig“, betonte Hinteregger. Auf die Aufstellung gegen Israel ist aber auch er gespannt. „‚Poschi‘ hat es gegen Polen richtig gut gemacht. Generell sind wir in Österreich auf der Innenverteidigerposition sehr gut aufgestellt, müssen uns da keine Sorgen machen.“

Großer Respekt vor Israel

Damit soll auch Israels Torjäger Eran Sahavi (neun Treffer in sechs EM-Qualispielen) gestoppt werden. „Wir kennen ihre Qualitäten“, sagte Foda über die Israelis. Diese würden unter anderem im Umschaltspiel liegen. „Sie sind sehr flexibel im Spielsystem, aber wir sind auf alle Szenarien vorbereitet.“ Trotz der Ausfälle der Verteidiger Lainer und Philipp Lienhart (Nackenverletzung), der Mittelfeldspieler Florian Grillitsch (Knieverletzung) und Xaver Schlager (Knöchelbruch) – und wohl auch von Alaba.