Dominik Baldauf in Seefeld
GEPA/Thomas Bachun
Doping

Betrugsanklage auch gegen Baldauf

Nach Ex-Langläufer Max Hauke sowie den Ex-Radprofis Stefan Denifl und Georg Preidler hat die Staatsanwaltschaft Innsbruck auch gegen den 27-jährigen früheren Langläufer Dominik Baldauf Anklage wegen gewerbsmäßig schweren Sportbetrugs eingebracht. Er zeigte sich „umfassend geständig“, teilte Staatsanwaltssprecher Hansjörg Mayr am Mittwoch in einer Aussendung mit.

Der Vorarlberger soll in den Jahren zwischen 2016 und der nordischen Heim-WM in Seefeld Ende Februar 2019 Blutdoping praktiziert und Wachstumshormone genommen haben. Betreut wurde er dabei von dem deutschen Sportmediziner Mark S. und dessen Helfern, hieß es seitens der Staatsanwaltschaft weiter.

Der Langläufer soll seine Geldgeber dadurch getäuscht haben. Die zu Unrecht bezogenen Leistungen sollen mehr als 50.000 Euro betragen. Damit drohen Baldauf laut Staatsanwaltschaft sechs Monate bis fünf Jahre Haft. Die Anklageschrift ist noch nicht rechtskräftig, da diese noch beeinsprucht werden kann. Daher stand auch noch kein Verhandlungstermin fest.

Dominik Baldauf
GEPA/Ch. Kelemen
Bei der Heim-WM in Seefeld flog Baldauf als Dopingsünder auf

Wegen Sportbetrugs verantworten müssen sich Personen, die verdächtig sind, Doping selbst durchgeführt und sich dadurch unrechtmäßig bereichert zu haben. Die Höhe des drohenden Strafausmaßes ergibt sich aus der des Schadens. Strafbares Handeln nach dem österreichischen Anti-Doping-Bundesgesetz indes wird geahndet, wenn Doping vermittelt und/oder an anderen durchgeführt wird.

Im selben Boot mit Hauke

Davor war schon gegen Baldaufs früheren ÖSV-Teamkollegen Hauke Anklage erhoben worden. Dem Steirer, der während der WM bei der Rückführung von Eigenblut erwischt worden war, wird ebenfalls vorgeworfen, seit der Saison 2015/2016 mit Unterstützung des deutschen Mediziners die Anti-Doping-Regeln verletzt zu haben.

Die dadurch zu Unrecht bezogenen Leistungen betragen laut Staatsanwaltschaft wie bei Baldauf mehr als 50.000 Euro. Hauke drohen bei einer Verurteilung wegen schweren gewerbsmäßigen Sportbetrugs deshalb ebenfalls sechs Monate bis fünf Jahre Haft. Bei einem mutmaßlichen Schaden von mehr als 300.000 Euro würde sich der Strafrahmen auf bis zu zehn Jahre erhöhen.

Baldauf und Hauke waren im Zuge der „Operation Aderlass“ während der WM in Seefeld ins Visier geraten. Beide waren von der Anti-Doping-Rechtskommission für je vier Jahre gesperrt worden. Die Liste der mutmaßlich in den Blutdopingskandal verwickelten Sportler soll 21 Namen aus acht Länder und fünf Sportarten umfassen. Der mutmaßliche Drahtzieher des vermuteten internationalen Netzwerks, Mark S., sitzt in München in Untersuchungshaft.