George Davies (St.Pölten) und Christoph Monschein (A.Wien)
GEPA/Christian Ort
Bundesliga

Austria verspielt Sieg in St. Pölten

Die Austria hat in der tipico-Bundesliga einen Erfolg bei spusu SKN St. Pölten liegengelassen. Die Wiener gingen am Sonntag beim 2:2 gegen den nunmehrigen Tabellenletzten zweimal in Führung, traten die Heimreise nach einem späten Elfmetertor von Rene Gartler (87.) aber nur mit einem Punkt im Gepäck an.

Christoph Monschein hatte die Austria mit seinem neunten Saisontor (5.) früh voran gebracht. Nach dem Ausgleich der Niederösterreicher durch Pak Kwang Ryong (59.) legte Alon Turgeman (67.) für die Wiener erneut vor. Durch Hartbergs 1:0-Erfolg bei der WSG Tirol vergrößerte sich der Rückstand der Austria auf Platz sechs auf drei Punkte. St. Pölten hält nun ebenso bei sieben Zählern wie der Vorletzte Altach.

Den zweiten Sieg in Folge einzufahren hatte sich die Austria zum Ziel gesetzt. Trainer Christian Ilzer baute seine Elf dafür erneut um. In der Dreierkette gab Michael Madl sein Comeback, in der Offensive sollten Alexander Grünwald und Dominik Fitz hinter der Doppelspitze mit Monschein und Turgeman für kreative Akzente sorgen.

Austria muss sich in St. Pölten mit Remis begnügen

Die Wiener Austria ging in St. Pölten zweimal in Führung, kam nach einem späten Elfmetertor für den Nachzügler aber nicht über ein 2:2 hinaus.

Start nach Maß für die Gäste

Schon eine der ersten Kombinationen ging auf: Grünwald fand Turgeman, der Monschein ins Spiel brachte. Dieser zögerte zwei Tage vor seinem 27. Geburtstag nicht lange und drosch den Ball mit links im Stil eines mit Selbstvertrauen ausgestatteten Spielers ins Kreuzeck. Es war ein Treffer, der einen Schönheitsfehler hatte. Turgeman stand beim Anspiel leicht im Abseits.

St. Pölten, wo Nordkoreas Teamstürmer Pak rechtzeitig vor dem Spiel aus seiner Heimat zurückgekehrt war, konnte dem in der Anfangsphase wenig entgegensetzen. Die „Wölfe“ boten dem Gegner Räume an. Fitz (9.) und Turgeman (12.) fanden Chancen auf das 2:0 vor. Danach war es mit dem Elan der Austria aber zu Ende. Nach einer Viertelstunde verflachte die Partie zunehmend.

Die Austria fiel deutlich zurück. Die Favoritner brachten die schwer angeschlagenen Niederösterreicher – deren letzter Heimsieg aus dem Dezember 2018 datiert – mit einigen Unkonzentriertheiten in die Partie zurück. Harmlose Hausherren schafften es freilich nicht, wirklich Druck aufzubauen. Der starke Pak mühte sich an vorderster Front vergeblich, ein Fernschuss des Angreifers (42.) fiel zu zentral aus.

St. Pölten macht zweimal Rückstand wett

Die Austria fand erst nach Seitenwechsel wieder ins Spiel. Turgeman staubte zum vermeintlichen 2:0 ab, dieses Mal war die Abseitsfahne aber oben (48.). Monscheins Vorstoß kurz darauf wurde ebenfalls abgepfiffen, obwohl er wohl aus der eigenen Spielhälfte gestartet war. Doch auch St. Pölten arbeitete für das Erfolgserlebnis. Pak fand zunächst Husein Balic, dessen Flugkopfball deutlich vorbeiging. Der Nordkoreaner machte es dann selbst. Tarkan Serbest und Madl standen bei einem tiefen Pass schlecht, Pak schloss souverän ab.

Jubel der St-Pölten-Spieler
GEPA/Walter Luger
Rene Gartler verhinderte mit dem verwerteten Elfmeter eine St.-Pölten-Heimniederlage

Die Austria wachte danach auf. Der Druck der Wiener erhöhte sich zunehmend, dem 2:1 ging dennoch eine unfreiwillige Koproduktion der St. Pöltner voraus. Luca Meisl köpfelte auf Luan, ehe Christoph Riegler vor die Beine von Turgeman abwehrte. Der Israeli traf ins verwaiste Gehäuse. Für die Austria sollte es dennoch nicht zum Sieg reichen. Der eingewechselte Gartler traf per Foulelfer, nachdem James Jeggo Daniel Luxbacher im Strafraum gerempelt hatte. Die Austria hatte sich zuvor nicht befreien können. In der Nachspielzeit hätte es Monschein noch einmal richten können, Riegler ließ sich aber nicht überwinden.

Stimmen zum Spiel:

Alexander Schmidt (St.-Pölten-Trainer): „Es war ein leistungsgerechtes Unentschieden. Insgesamt war alles relativ ausgeglichen. Man muss der Mannschaft ein Kompliment machen, sie hat nie aufgesteckt. Das Comeback von Pak war fast schon sensationell. Als ich hörte, dass er (für Nordkorea, Anm.) 90 Minuten gespielt hat, war für mich klar, dass er schnell zurückkommen muss, damit wir ihn einsetzen können. Er ist mit seiner Wucht für jeden Verteidiger unangenehm.“

Christian Ilzer (Austria-Trainer): „Es war ein sehr intensiv geführtes Spiel. Das gefällt mir eigentlich sehr gut. Und dann gibt dieser Schiedsrichter, der diese Härte spielen ließ, in der 87. Minute einen Elfmeter, der keiner war. Das waren heute zwei verlorene Punkte für uns. Wir haben es nicht geschafft, nach unseren Führungen dominant zu bleiben. Da waren wir immer zu passiv. So hat St. Pölten noch zu Recht ein Unentschieden geholt. Die Chancen wären da gewesen, um das Spiel für uns zu entscheiden.“

Tipico-Bundesliga, elfte Runde

Sonntag:

St. Pölten – Austria 2:2 (0:1)

NV Arena, 4.200 Zuschauer, SR Schörgenhofer

Torfolge:
0:1 Monschein (5.)
1:1 Pak (59.)
1:2 Turgeman (67.)
2:2 Gartler (87./Elfmeter)

St. Pölten: Riegler – Meisl, Luan, Drescher – Ingolitsch (82./Haas), Ambichl (68./Gartler), Luxbacher, Davies – R. Ljubicic (54./Rasner) – Pak, Balic

Austria: Lucic – Serbest, Madl, Borkovic – Klein, Grünwald, Jeggo, Fitz (68./Prokop), Martschinko – Turgeman (79./Edomwonyi), Monschein

Gelbe Karten: Luxbacher, Ingolitsch, Rasner, Drescher bzw. Turgeman, Madl

Die Besten: Pak, Meisl bzw. Jeggo, Monschein