Deshaun Watson und Elandon Roberts
AP/David J. Phillip
NFL

Kampf um Freilose spitzt sich zu

In der National Football League (NFL) hat sich am Sonntag der Kampf um die beiden Topplätze der jeweiligen Conference, die ein Freilos in der ersten Play-off-Runde bedeuten, zugespitzt. Das lag vor allem an den jeweils zweiten Niederlagen der New England Patriots und der San Francisco 49ers. Auch ein siegloses Team wird es in dieser Saison nicht geben.

Altstar Tom Brady und seine Patriots kassierten bei den Houston Texans just an jener Stelle, wo man vor drei Jahren einen dramatischen Comeback-Sieg in der Super Bowl gefeiert hatte, mit 22:28 im zwölften Spiel die zweite Niederlage. New England rutschte damit aufgrund des verlorenen direkten Duells in der American Football Conference (AFC) hinter die Baltimore Ravens zurück.

Baltimore hatte davor das Gipfeltreffen des 13. Spieltags gegen die San Francisco 49ers für sich entschieden. Die Ravens setzten sich zu Hause in einer Neuauflage der Super Bowl 2013 dank eines Field-Goals von Justin Tucker aus 49 Yards drei Sekunden vor Schluss mit 20:17 durch und feierten den achten Sieg in Folge und den zehnten der Saison. Die 49ers, die in elf Spielen zuvor erst eine Niederlage hinnehmen mussten, gingen ebenfalls erst zum zweiten Mal als Verlierer vom Feld.

Baltimore Ravens Quarterback Lamar Jackson mit Ball
Reuters/USA Today Sports/Evan Habeeb
Lamar Jackson und Baltimore brachten nach New England auch San Francisco zu Fall

Watson sticht Brady aus

Brady fand nach Baltimores Lamar Jackson bei der ersten Saisonpleite erneut in einem jungen Kollegen seinen Meister. Texans-Quarterback DeShaun Watson stellte sein berühmtes Gegenüber mit drei Touchdown-Pässen und dem ersten gefangenen Touchdown seiner Karriere klar in den Schatten. Die Texans festigten mit ihrem achten Saisonsieg ihre Spitzenposition in der AFC South.

Für Watson und Co. ging zudem eine Durststrecke zu Ende. Der bis dato einzige Sieg in elf Duellen gegen New England datierte vom 3. Jänner 2010. „Es ist ein großer Sieg, vor allem gegen Brady“, sagte Matchwinner Watson, „ich habe zweimal gegen ihn verloren, und wer weiß, wann er aufhört. Er war immer mein Vorbild, daher ist es genial, ihn zum ersten Mal zu schlagen.“

New England kam erst im dritten Viertel beim Stand von 9:28 aus seiner Sicht auf Touren. Ein Comeback, wie einst in der Super Bowl gegen die Atlanta Falcons, als man einen 3:28-Rückstand noch umdrehte, gelang aber nicht. „Wir haben uns selbst ein zu tiefes Loch gegraben, aus dem man auswärts nur schwer wieder rauskommt“, sagte Brady, der zwar drei Touchdown-Pässe, aber auch eine Interception warf. „Dazu gibt es nicht viel zu sagen. Houston war besser“, meinte auch Patriots-Head-Coach Bill Belichick.

Kicker entscheidet Schlager

In Baltimore war ein Vater des Erfolgs neben Kicker Tucker einmal mehr Ravens-Jungstar Lamar Jackson. Der 22-jährige Quarterback führte sein Team mit 105 Pass-Yards, 101 Lauf-Yards und zwei Touchdowns (einmal Pass, einmal Lauf) zum Heimerfolg. Bei den Gästen aus Kalifornien überzeugte Running Back Raheem Mostert mit 146 Lauf-Yards und einem Touchdown. Sowohl Baltimore als auch San Francisco haben nun eine Bilanz von zehn Siegen und zwei Niederlagen.

Die Ravens lösten mit dem Sieg New England als bestes Team der AFC ab und hätten damit aktuell in der gesamten K.-o.-Runde Heimrecht. San Francisco könnte bei einem Sieg der Seattle Seahawks bei den Minnesota Vikings im abschließenden Spiel der Runde nicht nur von der Spitze der Western Division der National Football Conference (NFC), sondern auch von Platz eins der NFC rutschen.

Gewinnen die Seahawks, wären die 49ers mit einem Schlag nur noch Fünfter in der NFC und hätten damit im Play-off in der ersten Runde kein Heimspiel. Ebenfalls noch im Rennen um die Freilose im Play-off sind die New Orleans Saints, die ebenfalls bei zehn Siegen und zwei Niederlagen halten und bereits als Sieger der NFC South feststehen sowie theoretisch Minnesota und die Green Bay Packers, die mit einem klaren 31:13 bei den New York Giants ihren neunten Saisonsieg feierten. Quarterback-Star Aaron Rodgers warf dabei vier Touchdown-Pässe.

Erster Sieg für Cincinnati

Mit den Cincinnati Bengals feierte auch das letzte Team der Liga seinen ersten Sieg. Die Bengals, die bisher alle elf Spiele verloren hatten, setzten sich angeführt von Quarterback Andy Dalton gegen die New York Jets mit 22:6 durch. Damit bleibt Cincinnati das Schicksal der Detroit Lions 2008 und der Cleveland Browns 2017 erspart. Beide Teams hatten alle 16 Partien des Grunddurchgangs verloren.

Sam Hubbard von den Cincinnati Bengals jubelnd
APA/AFP/Getty Images/Michael Hickey
Die Bengals durften im zwölften Spiel das erste Mal über einen Sieg jubeln

Den Jets gelang hingegen ein zweifelhaftes Novum: Erstmals verlor ein Team zwei Partien gegen Teams, die mit sieben oder mehr Niederlagen en suite in die Saison gestartet waren. Schon die Miami Dolphins, die sich am Sonntag überraschend gegen die Philadelphia Eagles mit 37:31 durchsetzten, hatten gegen die Jets nach einem 0:7-Start ihren ersten Saisonsieg gefeiert.

Miamis Trickspielzug als Highlight

Apropos Miami: Die Dolphins sorgten mit einem 37:31 über die Philadelphia Eagles für eine weitere Überraschung des Tages. Highlight im Hard Rock Stadium, wo am 2. Februar 2020 die Super Bowl stattfindet, war ein Trickspielzug zum 14:13 aus Sicht der Dolphins. Punter Matt Haack überrumpelte die Eagles-Defense mit einem kurzen Pass auf Kicker Jason Sanders. Letztgenannter war der erste Kicker seit 42 Jahren, der einen Touchdown-Pass fing.

Der Nachzügler aus Florida feierte damit nicht nur seinen dritten Sieg, sondern fügte dem Super-Bowl-Sieger der Saison 2017/18 auch die dritte Niederlage am Stück zu. Die Eagles verpassten es mit der unerwarteten Niederlage, bei der man eine 10:0- und 28:14-Führung aus der Hand gab, in der Tabelle der NFC East mit den Dallas Cowboys (15:26 gegen die Buffalo Bills) gleichzuziehen.

National Football League

Woche 13

Donnerstag, 28. November:
Detroit Chicago 20:24
Dallas Buffalo 15:26
Atlanta New Orleans 18:26
Sonntag, 1. Dezember:
Cincinnati NY Jets 22:6
Miami Philadelphia 37:31
Pittsburgh Cleveland 20:13
Baltimore San Francisco 20:17
Indianapolis Tennessee 17:31
Jacksonville Tampa Bay 11:28
NY Giants Green Bay 13:31
Carolina Washington 21:29
Arizona LA Rams 7:34
Kansas City Oakland 40:9
Denver LA Chargers 23:20
Houston New England 28:22
Montag, 2. Dezember:
Seattle Minnesota 37:30

American Football Conference

East Division S U N %
New England Patriots 10 0 3 .769
Buffalo Bills 9 0 4 .692
New York Jets 5 0 8 .385
Miami Dolphins 3 0 10 .231
North Division S U N %
Baltimore Ravens * 11 0 2 .846
Pittsburgh Steelers 8 0 5 .615
Cleveland Browns 6 0 7 .462
Cincinnati Bengals 1 0 12 .077
South Division S U N %
Houston Texans 8 0 5 .615
Tennessee Titans 8 0 5 .615
Indianapolis Colts 6 0 7 .462
Jacksonville Jaguars 4 0 9 .308
West Division S U N %
Kansas City Chiefs * 9 0 4 .692
Oakland Raiders 6 0 7 .462
Denver Broncos 5 0 8 .385
Los Angeles Chargers 5 0 8 .385

National Football Conference

East Division S U N %
Dallas Cowboys 6 0 7 .462
Philadelphia Eagles 6 0 7 .462
Washington Redskins 3 0 10 .231
New York Giants 2 0 11 .154
North Division S U N %
Green Bay Packers 10 0 3 .769
Minnesota Vikings 9 0 4 .692
Chicago Bears 7 0 6 .538
Detroit Lions 3 1 9 .269
South Division S U N %
New Orleans Saints * 10 0 3 .769
Tampa Bay Buccaneers 6 0 7 .462
Carolina Panthers 5 0 8 .385
Atlanta Falcons 4 0 9 .308
West Division S U N %
San Francisco 49ers 11 0 2 .846
Seattle Seahawks 10 0 3 .769
Los Angeles Rams 8 0 5 .615
Arizona Cardinals 3 1 9 .269
* Play-off-Teilnehmer