Alexander Grünwald (FK Austria Wien)
APA/EXPA/Roland Hackl
Bundesliga

Fernduell um Platz in Meistergruppe

Zum Auftakt des Frühjahrs in der tipico-Bundesliga fällt am Samstag im Fernduell zwischen TSV Prolactal Hartberg und der Wiener Austria bereits eine Vorentscheidung über die Qualifikation für die Meisterrunde. Die Wiener benötigen im Gastspiel bei Cashpoint SCR Altach die volle Punktezahl und müssen auf eine Pleite der Hartberger beim RZ Pellets WAC in Wolfsberg hoffen, um noch im Rennen um die Top Sechs zu bleiben.

Nach einem enttäuschenden Herbst fehlen der siebentplatzierten Austria sieben Punkte auf die auf Rang sechs liegenden Hartberger. Vier Spiele sind bis zur Punkteteilung noch zu absolvieren. Daher ist die Qualifikation für die Meistergruppe für die Violetten zum Frühjahrsauftakt nur theoretischer Natur. Bereits bei einem Umfaller in Altach und Erfolgen der steirischen Konkurrenz wäre noch vor den Duellen mit Serienmeister Salzburg (Heimspiel), Sturm Graz (auswärts) und St. Pölten (Heimspiel) alle Träumerei umsonst.

„Ich persönlich habe im Urlaub und die letzten Tage fast gar nicht darüber nachgedacht“, sagte Austria-Kapitän Alexander Grünwald zur Ausgangslage seines Teams. Die Ziele der Austria, die alle ihre sieben Testspiele in der Vorbereitung gewinnen konnte, sind daher leistungsorientiert. „Wir wollen guten und erfolgreichen Fußball spielen“, sagte Grünwald.

Tipico-Bundesliga, 19. Runde

Samstag, Beginn 17.00 Uhr:

Altach – Austria

Cashpoint-Arena, SR Schüttengruber

Mögliche Aufstellungen:

Altach: Kobras – Anderson, Dabanli, Schmiedl, Karic – Wiss – Sam, L. Nussbaumer, Tartarotti, Schreiner – Gebauer

Austria: Lucic – Klein, Palmer-Brown, Madl, Poulsen – Ebner, Grünwald – Cavlan, Fitz, Sarkaria – Monschein

Besuche beim zwei Punkte dahinter liegenden Tabellennachbarn in Altach verliefen zuletzt wenig erfreulich. Seit einem 2:1 am 3. Oktober 2015 ist die Austria in sechs darauffolgenden Ligapartien im „Ländle“ ohne Sieg, fünf davon wurden verloren, die letzten drei Male erzielte man keinen Treffer. Grünwald: „Es wird an uns liegen, da fußballerisch gut dagegenzuhalten, dass dort keine Stimmung aufkommt von den Zuschauern und sich keine Dynamik entwickelt.“

Ilzer mit neuem Konzept

Trainer Christian Ilzer will in den kommenden Spielen vor allem die Mannschaft und Hierarchie der Zukunft finden. Vor allem die „Leistungsdichte im Kader“ sei nun anders als im Herbst. „Wir haben auf jeder Position einen harten, förderlichen Konkurrenzkampf. Damit wollen wir die Leistungen in den Spielen nach oben schrauben.“ Seine „Schraubenschlüssel“ heißen Dominik Fitz, Benedikt Pichler und Manprit Sarkaria, mit Andreas Poulsen kam eine weitere Alternative auf der Linksverteidigerposition dazu.

Ilzer kanalisierte die Erfahrungen seines ersten Halbjahres in einem neuen Trainingskonzept. „Ich denke, dass wir ein Stück weiter gekommen sind. Zu große Euphorie sollte man aber nicht haben. Wir wissen, dass wir in einem schwierigen Jahr stecken.“ Das erste Spiel 2020 soll jedoch der Startschuss für eine erfolgreiche Zukunft sein. Ilzer suchte mit Hinweis auf eine durch den jüngsten Sturm zerrissene Dachplane auf einer Tribüne der Altach-Heimstätte eine passende Metapher für seine Erwartungen: „Anfang der Woche hat es Sturm ‚Sabine‘ vorgezeigt und hat im Altacher Stadion ordentlich gewirbelt. Ähnlich wollen wir es machen.“

Austria-Trainer Christian Ilzer
GEPA/Christian Ort
Ilzer hofft, dass es mit seiner Austria im Frühjahr in die richtige Richtung geht

Auch in Altach unterbrach die Winterpause ein gutes Finish mit drei Siegen en suite. „Ich bin schon seit längerer Zeit richtig heiß auf den Start. In der Vorbereitung kommt einfach irgendwann der Punkt, wo du dich wieder richtig danach sehnst, dass es um etwas geht“, sagte Trainer Alex Pastoor. Mit Verteidiger Berkay Dabanli und Alain Wiss bekam die Defensive Erfahrung und laut Pastoor zusätzliche Stabilität zugeführt. Für das erste Spiel zeigte sich Pastoor zuversichtlich: „Wir kennen die Stärken und Schwächen der Austria, wissen auch, dass sie sich womöglich etwas anders positionieren als noch vor der Winterpause. Darauf sind wir eingestellt.“

Tipico-Bundesliga, 19. Runde

Samstag, Beginn 17.00 Uhr:

WAC – Hartberg

Lavanttal-Arena, SR Schörgenhofer

Mögliche Aufstellungen:

WAC: Kofler – Novak, Vieira, Gollner, Schmitz – M. Leitgeb – Schmid, Liendl, Jojic – Holzer, Weissman

Hartberg: Swete – Lienhart, Huber, Luckeneder, Klem – Cancola, Nimaga – Dossou, Rep, Lema – Tadic

Findungsphase in Wolfsberg

In Wolfsberg kommt es zum Wiedersehen zweier alter Bekannter. Ferdinand Feldhofer hat in seinem ersten Spiel als WAC-Trainer seinen früheren Teamkollegen bei Sturm Graz Markus Schopp, seines Zeichens Coach bei Hartberg, zu Gast. Geht es für die Kärntner um die Absicherung ihres Platzes in der Meistergruppe, könnten sich die Oststeirer mit einem Auswärtssieg nicht nur an die Wolfsberger heranschieben, sondern auch die Austria auf Distanz halten.

Feldhofer gab sich vor seiner Premiere als Chefcoach in der Bundesliga entspannt. „Ich kenne das Geschäft schon, es ist eine gewohnte Umgebung für mich“, sagte der 40-Jährige, der den Posten in der Winterpause übernommen hatte. Mit Michael Sollbauer, Marcel Ritzmaier und Anderson Niangbo verlor Feldhofer jedoch drei Stammkräfte. „Natürlich müssen wir vom ersten Moment an funktionieren und liefern. Es wird nicht ganz reibungslos. Es könnte dauern, bis wir uns finden“, sagte Feldhofer. Mit dem Portugiesen Miguel Vieira, dem Serben Milos Jojic und dem Senegalesen Cheikhou Dieng kamen in Abwehr, Mittelfeld und Angriff neue Akteure.

Hartberg mit „eingespielter Truppe“

Hartberg darf im Unterschied zum Gegner auf eine eingespielte Elf vertrauen. Einziger Winterzugang ist der von Sturm ausgeliehene Michael Lema. „Auf uns wartet ein sehr starker Gegner, eine eingespielte Truppe, die keinen Aderlass gehabt hat“, sagte Feldhofer. Schopp erkannte unterdessen beim WAC ein Team, bei dem es sehr viel Veränderung gegeben hat: „Was geblieben ist, ist die Spielidee und die Spielanlage.“

WAC-Trainer Ferdinand Feldhofer
GEPA/Christian Ort
Feldhofer (M.) steht als Trainer vor seiner ersten Bewährungsprobe im Oberhaus

Drei Zähler liegt Hartberg hinter dem WAC. Verliert die Austria am Samstag ihr Auswärtsspiel in Altach und siegen die Steirer in Wolfsberg, sind sie fix in der Meistergruppe dabei. Schopp wollte daran keinen Gedanken verschwenden. „Unser Bestreben muss sein, uns nach oben zu orientieren. Wir treten bei einer sehr guten Mannschaft an, aber ich denke doch, dass wir gewachsen sind“, sagte der TSV-Trainer.

Das Wiedersehen mit Feldhofer wird auf alle Fälle freundschaftlich enden. „Wir haben damals eine sehr intensive Zeit bei Sturm erlebt, das verbindet schon sehr. Natürlich freue ich mich für ihn, dass er jetzt diese Möglichkeit bekommen hat“, sagte Schopp.