Srdjan Grahovac (Rapid) und Patson Daka (Salzburg)
GEPA/Mathias Mandl
Bundesliga

Salzburg setzt sich gegen Rapid durch

Als Abschluss und Höhepunkt der ersten Bundesliga-Runde nach der CoV-Zwangspause ist am Mittwoch der Schlager zwischen Red Bull Salzburg und dem SK Rapid über die Bühne gegangen. Gehalten hat er nicht alles, was man sich von ihm versprochen hatte. Mit dem Titelverteidiger Salzburg gewann am Ende die bessere Mannschaft mit 2:0. In der Meistergruppe setzten sich die „Bullen“ gleich von der Konkurrenz ab.

Torjäger Patson Daka avancierte in der neunten Minute einer kampfbetonten Partie zum Wegbereiter. Der Stürmer aus Sambia nutzte einen Stellungsfehler von Rapid-Torhüter Richard Strebinger zum 1:0. Noah Okafor (91.) erhöhte in der Nachspielzeit gegen zehn Rapidler auf 2:0. Denn das Verletzungspech der Rapidler war groß gewesen: Mit Christopher Dibon, dessen Ersatzmann Mario Sonnleitner und Thomas Murg mussten gleich drei Wiener vorzeitig vom Platz.

Nach Ausschöpfen des erhöhten Austauschkontingents (fünf statt drei) mussten die Rapidler das Match mit zehn Mann beenden. Die Salzburger dagegen bejubelten wenige Tage nach dem gewonnenen Cupfinale einen wichtigen Liga-„Dreier“, der sie in der Tabelle in beste Position brachte. Fünf Punkte hinter dem Leader ist der WAC neuer Zweiter. LASK und Rapid liegen sechs bzw. sieben Zähler zurück.

9. Minute: 1:0 – Daka schießt Salzburg früh in Führung

Salzburg-Stürmer Patson Daka bringt die Heimmannschaft früh in Front – er überhebt Rapid-Schlussmann Strebinger per Kopf.

Fehlstart für Rapid – Daka trifft, Strebinger patzt

Gerade einmal zwei Minuten waren in der leeren Red Bull Arena gespielt, als Christopher Dibon unter heftigen Schmerzen auf dem Rasen lag. Der Rapid-Innenverteidiger verletzte sich bei einer unglücklichen Abwehrbewegung ohne Fremdeinwirkung am Knie und musste durch Routinier Mario Sonnleitner ersetzt werden. Für Rapid-Coach Dietmar Kühbauer und seine Mannschaft natürlich ein erster Schock – doch die echte kalte Dusche für die Hütteldorfer sollte noch kommen.

Salzburg-Kapitän Andreas Ulmer schlug in der neunten Minute einen hohen Ball in den Sechzehner, wo der schnelle Daka perfekt in den Raum gelaufen war. Rapid-Goalie Richard Strebinger kam halbherzig aus dem Tor und wurde auf halbem Weg „erwischt“. Daka verlängerte per Kopf über Strebinger hinweg ins Netz und bejubelte seinen 18. Saisontreffer in der Liga – übrigens kniend und mit emporgereckter Faust als Zeichen des Protests gegen Rassismus.

Patson Daka (Salzburg) schießt ein Tor gegen Rapid
GEPA/Jasmin Walter
Goalgetter Daka überhebt den schlecht postierten Rapid-Tormann Strebinger und bringt Salzburg auf die Siegerstraße

Zwei Rapid-Innenverteidiger verletzt out

Die Partie nahm an Fahrt auf. Taxiarchis Fountas hatte den Ausgleich für Rapid auf dem Fuß (12.), scheiterte nach Idealpass von Kelvin Arase aber unbedrängt an Salzburg-Keeper Cican Stankovic. Nach dem starken Reflex war ÖFB-Teamgoalie Stankovic dann in der 17. Minute geschlagen, doch aufgrund einer Abseitsstellung von Stefan Schwab zählte ein vermeintliches Kopfballtor von Maximilian Hofmann nicht. Kühbauer sah in der Folge wegen Schiedsrichterkritik die Gelbe Karte – und der Abend wurde nicht besser für die Rapidler.

Sonnleitner, der sich in seinem ersten Zweikampf mit Hwang Hee-Chan am Oberschenkel verletzt hatte, musste durch Srdjan Grahovac (27.) ersetzt werden. Zwei Innenverteidiger in der ersten halben Stunde out und ein Gegentreffer – der „Worst Case“ für die grün-weiße Defensive. Diese hatte dann bis zur Pause zwar nicht mehr allzu viel zu tun, weil die vielen Unterbrechungen auch den Spielfluss der Salzburger gestoppt hatten. Doch in der Offensive war auch von den Wienern nichts zu sehen, was Salzburg ernsthaft hätte gefährden können. So ging es mit der knappen Führung des Meisters in die Halbzeit.

Auch Sonnleitner muss vorzeitig vom Feld

Dibons Ersatzmann Sonnleitner muss das Spiel wegen einer Verletzung ebenfalls vorzeitig beenden.

Salzburg nicht überragend, aber trotzdem klar überlegen

Gleich nach Seitenwechsel leistete sich Referee Rene Eisner einen ersten Schnitzer, als er bei einem Zusammenstoß von Ulmer und Hofmann auf Freistoß für Salzburg entschied. Zu seinem und Rapids Glück schoss Zlatko Junuzovic (48.) von der Strafraumgrenze knapp über das Tor. Einen wuchtigen Kopfball von Hwang (54.) parierte Strebinger auf der Linie. Zu diesem Zeitpunkt hatte Salzburg schon mehr Schwung und Durchschlagskraft entwickelt als vor der Pause.

Dennoch blieb der Hit der Runde einiges schuldig, was nicht ausschließlich an der fehlenden Kulisse und Stimmung von den Rängen lag. Für die attraktiven Szenen des Spiels war weiter der Tabellenführer, Favorit und Titelverteidiger zuständig. Ein herrlicher Freistoß von Dominik Szoboszlai (57.) aus halblinker Position prallte von der rechten Stange zurück. Strebinger wäre chancenlos gewesen.

57. Minute: Szoboszlai-Freistoß an die Stange

Salzburgs Dominik Szoboszlai mit einem Freistoßkracher an die Stange.

Verletzungspech: Fünf Wechsel reichen Rapid nicht

Als Albert Vallci (64.) nach einem Eckball von links aus kürzester Distanz über die Latte köpfelte, hatten Strebinger und Rapid Riesenglück. Auch als der eingewechselte Karim Adeyemi (78.) ein Treffer wegen knapper Abseitsstellung aberkannt wurde, schrammte man hauchdünn am 0:2 vorbei. Was das Verletzungspech betraf, war es für Kühbauer aber zum Verzweifeln. Der erst in der 72. Minute gekommene Thomas Murg musste ebenfalls humpelnd vom Platz. Damit reichten den Wienern kurioserweise fünf Wechsel nicht.

91. Minute: 2:0 – Okafor sorgt für den Schlusspunkt

Der eingewechselte Noah Okafor sorgt in der Nachspielzeit für die Entscheidung: Er drückt nach Adeyemi-Vorarbeit den Ball über die Linie.

Denn das aufgrund der langen Coronavirus-Zwangspause erhöhte Austauschkontingent hatte Kühbauer da bereits ausgeschöpft – größtenteils unfreiwillig. Salzburg spielte den Vorsprung in der Folge gegen zehn Rapidler souverän in die Nachspielzeit. „Joker“ Okafor war es vorbehalten, mit seinem Tor für den Schlusspunkt zu sorgen. Für den im Winter gekommenen Schweizer war es der erste Treffer in der Liga. Im Cupfinale gegen Austria Lustenau hatte er am Freitag auch schon eingenetzt. Von Adeyemi war diesmal der Assist gekommen.

Stimmen zum Spiel:

Jesse Marsch (Salzburg-Trainer): „Unsere Defensivleistung war sehr gut, wir haben nur einen Torschuss des Gegners zugelassen. Hinten haben wir sehr gut gespielt. Es ist ein wenig komisch. Wir haben noch im Cup gespielt, hatten nicht so viel Vorbereitung auf dieses Spiel. Wir waren intensiv gegen den Ball, Rapid aber auch. Es war manchmal ein hässliches Spiel. Aber die drei Punkte sind wichtig für uns.“

Dietmar Kühbauer (Rapid-Trainer): „Für mich war es ein Spiel, das sehr schlecht war. Das Tor war nicht gut verteidigt. Dann sind wir besser ins Spiel gekommen, wollten es umdrehen. Nach der Murg-Verletzung mussten wir aber schauen, dass wir über die Runden kommen. Dann haben wir noch ein Tor kassiert. Mit Dibon, Sonnleitner und Murg, bei dem ich doch noch hoffe, dass es nicht so schlimm ist, fehlen uns jetzt drei Spieler. Da ist mir die Niederlage eigentlich egal. Es war nicht sehr schön für uns heute.“

Tipico-Bundesliga (Meistergruppe), 23. Runde

Mittwoch:

Red Bull Salzburg – SK Rapid Wien 2:0 (1:0)

Wals-Siezenheim, Red Bull Arena, keine Zuschauer erlaubt (wegen Coronavirus), SR Eisner.

Torfolge:
1:0 Daka (9.)
2:0 Okafor (91.)

Salzburg: Stankovic – Vallci, Ramalho, Wöber, Ulmer – Junuzovic, Ashimeru (59./Onguene), Mwepu, Szoboszlai – Daka (68./Adeyemi), Hwang (83./Okafor)

Rapid: Strebinger – Stojkovic, Dibon (7./Sonnleitner27./Grahovac), Hofmann – Arase (72./Schick), Petrovic, Ljubicic, Schwab, Ullmann – Knasmüllner (72./Murg), Fountas (72./Kitagawa)

Gelbe Karten: Hwang bzw. Kühbauer (Trainer), Stojkovic

Die Besten: Ulmer, Daka, Adeyemi bzw. Ljubicic