Mattersburg-Spieler jubeln
GEPA/Johannes Friedl
Bundesliga

Mattersburg fixiert Klassenerhalt

Der SV Mattersburg hat in der vorletzten Runde der tipico-Bundesliga den Klassenerhalt fixiert. Die Burgenländer stellten am Dienstag beim 4:1-Heimerfolg gegen Schlusslicht WSG Swarovski Tirol früh die Weichen auf Sieg. Die Wattener müssen nun am Samstag (17.00 Uhr) beim FC Flyeralarm Admira unbedingt gewinnen, um dem Abstieg noch zu entgehen.

Patrick Bürger erzielte bereits in der vierten Minute aus einem Foulelfmeter das 1:0 für die Hausherren. Florian Hart (27.) erhöhte noch vor der Pause auf 2:0. Danach schwächten sich die Tiroler selbst. Ione Cabrera sah in der 31. Minute wegen eines groben Foulspiels an Andreas Kuen die Rote Karte. Kuen musste mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch ausgewechselt werden.

Nach Seitenwechsel trafen zunächst Jano (49.) und Alois Höller (63.) für Mattersburg. Wenig später gelang den Gästen durch einen Elfmeter von Zlatko Dedic (67.) zumindest der Ehrentreffer. Nur drei Minuten danach gab es auf der anderen Seite den nächsten Penalty, doch Martin Pusic scheiterte vom Punkt.

Mattersburg schafft Ligaverbleib

Mattersburg hat sich mit einem klaren 4:1-Heimsieg gegen WSG Tirol den Klassenerhalt gesichert. Während die Burgenländer feiern dürfen, müssen die Tiroler weiter um den Ligaverbleib bangen.

Bürger verwandelt Elfmeter trocken ins Eck

In einer hart geführten Partie mussten die Gäste einen frühen Nackenschlag einstecken. Thorsten Mahrer spazierte in den Strafraum, entschied sich in Abschlussposition noch für das Abspiel auf Höller, der trotz Pass in den Rücken von Kevin Nitzlnader ungeschickt zu Fall gebracht wurde (3.). Bürger versenkte den fälligen Strafstoß trocken im linken Eck. Es folgte eine hektische und zerfahrene Partie, in der die Gäste stärker wurden. Allerdings ging quasi immer der letzte Pass daneben.

Mattersburg blieb effizient. Hart gelang nach Mahrer-Vorarbeit aus spitzem Winkel das 2:0. WSG-Goalie Ferdinand Oswald kam nur noch mit den Fingerspitzen an den Ball. Kurz darauf ließ Bürger nach Stanglpass von Höller die Großchance auf das 3:0 aus.

Einmal Rot und einmal „Dunkelgelb“ für WSG

Die harte Gangart, die Schiedsrichter Manuel Schüttengruber zuvor zugelassen hatte, entlud sich in der 31. Minute in einem Brutalo-Foul von Cabrera, der Andreas Kuen mit dem gestreckten Bein im Oberkörperbereich traf und vom Referee glatt Rot präsentiert bekam (31.). Kuen wurde mit Blaulicht im Rettungswagen abtransportiert, sein Schlüsselbeinbruch später traurige Gewissheit.

Schiedsrichter Manuel Schüttengruber zeigt Ione Cabrera die rote Karte
APA/Herbert Neubauer
Die WSG war mit einmal Rot für Cabrera noch gut bedient

Cabreras Aussetzer bedeutete den fünften Ausschluss im neunten Qualifikationsgruppenspiel der WSG. Es hätten sogar sechs Rote Karten sein können: Verteidiger Bruno Soares war mit einem Tackling auf das Standbein des Gegners mit Gelb sehr gut bedient (37.). Nicht nur die Mattersburger schienen danach beeindruckt – spielerisch ging bis zur Pause nichts mehr.

Jano sorgt für die Vorentscheidung

Nach dem Seitenwechsel sorgten die Burgenländer aber früh für die Vorentscheidung: Kapitän Jano traf per Kopf nach Eckball zum 3:0 (49.). Silberberger versuchte mit der Einwechslung von Clemens Walch noch die Wende herbeizuführen. Dieser sorgte mit einigen Distanzschüssen für Gefahr, seine Hinterleute offenbarten aber immer wieder eklatante Abwehrschwächen. Höller bugsierte eine Mahrer-Vorarbeit mutterseelenallein, aber letztlich mit etwas Glück gegen Oswald über die Linie (62.).

Das Spiel blieb turbulent: Dedic verkürzte nach einem schmeichelhaften Elfmeter nach einem Zusammenstoß vom Punkt (67.). Wenig später verhängte Schüttengruber nach Rücksprache mit seinem Assistenten den dritten Penalty der Partie. Pusic verwandelte ihn nicht – der erste Versuch wäre ein Tor gewesen, musste aber wiederholt werden, weil Spieler zu früh in den Sechzehner gelaufen waren. Sein zweiter Versuch ging an die Latte. Härteeinlagen gab es bis zuletzt, Tore fielen keine mehr. Mattersburg fixierte mit dem erst dritten Saisonheimsieg den Ligaverbleib.

Stimmen zum Spiel:

Franz Ponweiser (Trainer Mattersburg): „Das waren keine einfachen Wochen, da Ruhe zu bewahren. Aber wir haben extrem gut zusammengehalten. Ich bin unglaublich stolz auf den Charakter der Truppe, wie wir in den letzten Wochen da zusammengearbeitet haben, und auch nach dem vergebenen Matchball am Samstag. Da muss man mal aufstehen und so in das Spiel reingehen, das war eine unglaubliche Leistung heute.“

Thomas Silberberger (Tirol-Trainer): „Im Endeffekt waren wir null bissig. Mattersburg hat uns nicht einmal überrascht. Aber dass wir uns dann so blöd anstellen. Im Endeffekt war nach fünf Minuten eine Vorentscheidung da, und das 2:0 war dann die Entscheidung. Jetzt können wir alles auf null stellen, und am Samstag genügt ein dreckiges 1:0.“

Tipico-Bundesliga, 31. Runde

Dienstag:

Mattersburg – WSG Tirol 4:1 (2:0)

Pappelstadion, SR Schüttengruber

Torfolge:
1:0 Bürger (4./Elfmeter)
2:0 Hart (27.)
3:0 Jano (49.)
4:0 Höller (62.)
4:1 Dedic (67./Elfmeter)

Mattersburg: Kuster – Mahrer, Jano, Nemeth – Salomon, Hart (46./Halper), Erhardt, Rath (86./Majnovics) – Kuen (35./Pusic) – Höller (86./Olatunji), Bürger (65./Pichler)

Tirol: Oswald – Cabrera, Hager, Soares – Koch (29./Santin), Svoboda, Petsos, Nitzlader – Yeboah (53./Walch), Maierhofer (71./Neurauter), Dedic (71./Gölles)

Anmerkung: Pusic (70./Mattersburg) vergibt einen Elfmeter

Rote Karte: Cabrera (31./Tirol/grobes Foulspiel)

Gelbe Karten: keine bzw. Soares

Die Besten: Mahrer, Höller, Bürger bzw. Dedic, Walch