Stefan Schwab
GEPA/Philipp Brem
Bundesliga

Schwab gibt Abschied von Rapid bekannt

Stefan Schwab hat am Mittwochabend nach sechs Saisonen seinen Abschied von Rapid bekanntgegeben. Sein Vertrag bei den Hütteldorfern war mit Saisonende ausgelaufen. Die Verhandlungen über eine Verlängerung verliefen erfolglos. Den 29-jährigen Mittelfeldspieler dürfte es ins Ausland zum griechischen Vizemeister PAOK Saloniki ziehen, außer das italienische Sehnsuchtsziel US Lecce steigt doch nicht ab.

„Ich bedanke mich von ganzem Herzen bei der gesamten Rapid-Familie für die unglaublich schöne und unvergessliche Zeit in Grün-Weiß. Es waren sechs unvergleichliche Jahre, in denen ich mich zuerst als neuer Spieler etablieren musste und es mit der Kraft der Gemeinschaft sogar bis zum Kapitän des SK Rapid geschafft habe“, wurde der 29-Jährige in einer Presseaussendung der Hüttelforfer zitiert.

„Mit Stefan Schwab verabschieden wir einen Spieler, der Rapid nicht nur im Herzen trägt, sondern auch die Tugenden unseres Vereins immer auf bestmögliche Weise verkörpert hat“, sagte Sportgeschäftsführer Zoran Barisic.

Rapid-Kapitän Schwab geht

Während Rapid nach dem positiven Coronavirus-Test eines Spielers das erste Mannschaftstraining unter besonderen Sicherheitsmaßnahmen abgehalten hat, gibt es Neuigkeiten bei der Mannschaft: Der langjährige Kapitän Stefan Schwab wechselt ins Ausland.

Auf Anhieb Sprung in Stammelf geschafft

Schwab stieß im Sommer 2014 zu Rapid, wo er sich gleich auf Anhieb in die Stammelf spielte. Für die Hütteldorfer erzielte er in 241 Pflichtspielen 51 Tore und kam auf 51 Assists. Er wurde mit Rapid dreimal Vizemeister und stand dreimal in der Gruppenphase der UEFA Europa League. Darüber hinaus stand er zweimal im Finale des Uniqa ÖFB-Cups.

Einzig ein Knöchelbruch im Jahr 2016 machte Schwab für kurze Zeit einen Strich durch die sportliche Rechnung, ansonsten blieb der Saalfeldener weitestgehend von gröberen Verletzungen verschont. Über Rapid schaffte er auch den Sprung ins österreichische Nationalteam, wo er bis dato zu einem Kurzeinsatz (eine Minute gegen Uruguay 2017) kam.

„Wir akzeptieren seine Entscheidung“

Barisisc verhandelte bis zuletzt vergebens. „Wir haben alles wirtschaftlich Mögliche versucht, um ihn bei Rapid zu halten“, sagte Barisic. Schwab habe aufgrund seiner Klasse Begehrlichkeiten geweckt und sich für das beste Gesamtpaket aus seiner Sicht entschieden, meinte Barisic. „Wir akzeptieren seine Entscheidung natürlich, bedanken uns bei ihm auf das Herzlichste und werden ihn immer in Hütteldorf gerne willkommen heißen.“

Griechische Medien berichteten von einer mündlichen Übereinkunft mit PAOK. Schwab werde am Donnerstag in Thessaloniki erwartet, um abschließende Gespräche und einen Medizincheck zu absolvieren. Dem Jungvater soll beim griechischen Vizemeister, einem möglichen Kontrahenten Rapids in der anstehenden Champions-League-Qualifikation, ein Dreijahresvertrag zur Unterschrift vorgelegt werden.

Stefan Schwab und Zoran Barisic
GEPA/Walter Luger
Barisic (r.) lässt Schwab (l.) nur ungern ziehen, akzeptiert aber seine Entscheidung

Situation in Lecce abwarten

Sein Bruder und Berater wollte dieses Szenario nicht gänzlich ausschließen. „Es ist aber auch nicht beschlossen. Wir wollen den heutigen Tag abwarten, wie sich der entwickelt“, sagte Roland Schwab. Die Situation bei US Lecce spielt dabei eine Rolle. Schwab liegt ein Angebot von den Süditalienern vor, diese kämpfen aber noch gegen den Abstieg in die Serie B. Lecce gewann zwar am Mittwoch mit 2:1 bei Udinese, muss in der letzten Runde am Sonntag daheim gegen Parma aber unbedingt gewinnen und gleichzeitig auf eine Heimniederlage von FC Genoa gegen Hellas Verona hoffen, um den Klassenerhalt noch zu schaffen.

Ein Wechsel Schwabs zu PAOK scheint deswegen aktuell naheliegender – und brisanter: Vor acht Jahren kam es zwischen Rapid und PAOK in der Europa-League-Qualifikation zu Ausschreitungen der beiden Fanlager. Seither ist der griechische Club für die Rapid-Fans, die eine Fanfreundschaft zum PAOK-Rivalen Panathinaikos Athen pflegen, ein rotes Tuch.