Antoine Bernede, Patson Daka, Dominik Szoboszlai und Sekou Koita jubeln
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Champions League

Salzburg öffnet Tür zu Gruppenphase

Der FC Salzburg hat dank eines Sieges bei Maccabi Tel Aviv die Tür zur neuerlichen Teilnahme an der UEFA Champions League weit aufgestoßen. Das Team von Trainer Jesse Marsch gewann am Dienstag das Hinspiel in Israel mit 2:1 (0:1) und ist damit mit einem Bein in der Gruppenphase. Die Salzburger benötigten vor leeren Rängen im Bloomfield Stadium nach einem klassischen Fehlstart in die Partie allerdings einen Kraftakt.

Im aufgrund der Sicherheitsbestimmungen wegen der Coronavirus-Pandemie leeren Stadion in Tel Aviv sorgte Dan Biton bereits in der neunten Minute für einen perfekten Start der Gastgeber. Die Salzburger, die zwar über weite Strecken das Spiel bestimmten, jedoch nie eine Dominanz wie in der heimischen Liga ausstrahlten, drehten die Partie aber nach der Pause dank Dominik Szoboszlai (49./Elfmeter) und Masaya Okugawa (57.) zu ihren Gunsten um.

Salzburg geht nun aufgrund des Ergebnisses und der Auswärtstore als klarer Favorit ins Rückspiel und hat die große Chance, zum zweiten Mal seit dem Einstieg von Red Bull die Gruppenphase der Champions League zu erreichen. Maccabi benötigte zumindest zwei Tore, um im Rennen um den Aufstieg zu bleiben. Salzburg würde selbst eine 0:1-Niederlage zum Aufstieg reichen. Das Rückspiel des Play-offs ist für kommenden Mittwoch (21.00 Uhr) in Wals-Siezenheim angesetzt.

Salzburg erkämpft 2:1-Sieg in Tel Aviv

Österreichs Meister Red Bull Salzburg musste im Play-off-Hinspiel zur Champions League bei Maccabi Tel Aviv hart kämpfen, um am Ende mit 2:1 zu gewinnen. Der neuerliche Einzug in die Champions League ist nun nah.

Marsch baut etwas um

Im Vorjahr hatten die Salzburger zum ersten Mal in der Gruppenphase mitgegeigt, nachdem der österreichische Meister aufgrund der Fünfjahreswertung einen Fixplatz hatte. Über die Qualifikation hatten es die „Bullen“ bisher noch nie geschafft. Das Play-off 2020 war bereits der zwölfte Anlauf einer von Dietrich Mateschitz gesponserten Salzburger Mannschaft. Zweimal war man an israelischen Teams – 2009 an Maccabi Haifa und 2010 an Hapoel Tel Aviv – gescheitert.

Damit sich die Geschichte nicht wiederholt, bot Trainer Jesse Marsch gegen die vom Coronavirus ausgedünnte Maccabi-Mannschaft – neun Spieler und sieben Betreuer hatte der tückische Erreger erwischt – eine im Vergleich zum letzten Bundesliga-Spiel gegen Altach an drei Positionen veränderte Elf auf. Mergim Berisha stand im Sturm etwas überraschend neben Patson Daka in der Startelf. Dazu kehrte Maximilian Wöber in die Verteidigung zurück, auch Masaya Okugawa durfte beginnen.

Kalte israelische Dusche

Die Salzburger unterstrichen auch von Beginn an, dass sie sich fest vorgenommen hatten, schnell für eine Vorentscheidung zu sorgen. Und fast wäre den Gästen auch ein Traumstart gelungen. Denn nach nicht einmal zwei Minuten stand nur eine Flugeinlage von Goalie Daniel Tenenbaum einem erfolgreichen Freistoßtreffer von Dominik Szoboszlai im Weg. Maccabi brauchte vor den Augen des einzigen Zuschauers Willi Ruttensteiner, der aber als israelischer Teamchef einen Sonderstatus erhalten hatte, eine Zeit, um es überhaupt über die Mittellinie zu schaffen.

Der erste Besuch der Israelis in der Salzburger Hälfte zahlte sich dafür aber gleich richtig aus. Nach einem weiten Ball von Eylon Haim Almog attackierte Wöber den angespielten Biton zu zögerlich, und der 25-Jährige hob den Ball sehenswert über den zu weit vor dem Tor stehenden Cican Stankovic zur Führung Maccabis in die Maschen. Nach nicht einmal neun Minuten stand es entgegen dem Spielverlauf 1:0 für Tel Aviv. Salzburg-Trainer Marsch war auch ohne Fiebermessung anzusehen, dass seine Körpertemperatur deutlich gestiegen war.

Dan Biton
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Biton (Mi.) versetzte den Salzburgern mit einem schönen Heber einen frühen Schock

Der Amerikaner trieb seine Mannschaft nun lautstark zur Attacke. Doch die erfolgte meist relativ ideenlos durch die Mitte, und dort stand Maccabi dicht. Trotzdem hatten die Gäste, speziell Szoboszlai, Chancen zum Ausgleich. Doch der Ungar traf zuerst allein vor dem Tor den auf der Linie stehenden Eytan Tibi (15.), dann war erneut Tenenbaum bei einem Freistoß auf dem Posten (23.). Die Salzburger hatten deutlich mehr Ballbesitz, doch das juckte die Israelis keinen Deut. Die Hausherren überließen Szoboszlai und Co. die Spielgestaltung, um dann bei Fehlern schnell in Konter überzuleiten.

Elfer leitet Wende ein

Marsch reagierte zur Pause und brachte den von vielen von Beginn an erwarteten Sekou Koita für Berisha. Letztgenannter war in den ersten 45 Minuten nicht aufgefallen. Dass es keine vier Minuten nach Wiederbeginn 1:1 stand, ging allerdings nicht auf Koitas Kappe, sondern auf jene von Szoboszlai. Der Ungar traf vom Elfmeterpunkt, nachdem der englische Schiedsrichter Michael Oliver bei einem Zweikampf zwischen Daka und Matan Baltaxa auf Foulspiel des Israeli entschieden hatte (49.). Fast hätte Goalie Tenenbaum die Ungerechtigkeit aus Maccabi-Sicht ausgebügelt, doch die Finger des in Brasilien geborenen Schlussmanns waren ein Alzerl zu kurz.

Jubeln von Salzburg
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Der Ausgleich durch Szoboszlai ließ den Druck von den Salzburgern Schultern abfallen

Durch das wichtige Auswärtstor fiel sichtlich Druck von den Salzburger Schultern. Der Ball lief nun lockerer zwischen den eigenen Reihen hin und her, auch weil Tel Aviv sein starres Defensivkonzept etwas aufweichte. Die sich bietenden Räume spielten den Gästen sichtlich in die Karten, denn nur acht Minuten nach dem Ausgleich hatte Salzburg zwei Auswärtstore und eine Führung zu Buche stehen. Okugawa stellte aus kurzer Distanz das Ergebnis auf den Kopf (57.). Der 24-jährige Japaner war der Vollstrecker, nachdem ihm Koita per Stanglpass die Kugel genau auf den Fuß serviert hatte.

Mit einem Schlag war Maccabi gefordert, das Spiel zu machen. Salzburg konnte hingegen die israelische Taktik übernehmen und auf Konter warten. Wirklich gefährlich wurde es für die Gäste nur aus Standards. Biton versuchte Stankovic zweimal per Freistoß zu überraschen (66., 70.), doch beide Male war der Salzburger Schlussmann auf dem Posten. Ein starker Rückhalt war auch notwendig, denn Tel Aviv kam dem Ausgleich näher als Salzburg dem dritten Treffer. Sechs Minuten vor Schluss kratzte Stankovic noch einen Weitschusshammer von Biton aus dem Winkel (84.). In der Nachspielzeit hatte Noah Okafor dann doch noch das 3:1 auf dem Fuß, der Ball klatschte nach seinem mächtigen Schuss jedoch von der Stange zurück ins Feld.

Stimmen zum Spiel:

Jesse Marsch (Salzburg-Trainer): „Es war ein richtig harter Kampf für uns. Kompliment an den Gegner, er hat richtig gut gespielt. Wir waren uns schon vor dem Spiel sicher, dass es gegen den Gegner nicht einfach sein wird. Der Sieg, besonders nachdem wir 0:1 hinten waren, ist sehr wichtig für uns. Am Ende war es eine gute Leistung in dieser Hitze und gegen einen guten Gegner. Es ist aber erst Halbzeit, wir haben noch viel zu tun. Die Führung mit zwei Auswärtstoren ist aber sehr wichtig für uns.“

Giorgios Donis (Maccabi-Trainer): „Ich sehe es nicht als verpasste Chance. Wir können sagen, wir haben gut gespielt gegen ein gutes Team. Wir wollten kämpfen und die Partie nicht verlieren. Ich bin trotzdem glücklich über die Leistung meiner Spieler. Sie haben alles in jeder Phase des Spiels gegeben. Wir müssen daran glauben, dass in Salzburg noch etwas möglich ist und mit Selbstvertrauen antreten und unseren Club auf die bestmögliche Art und Weise repräsentieren.“

Champions League, Play-off-Hinspiel

Dienstag:

Maccabi Tel Aviv – Salzburg 1:2 (1:0)

Tel Aviv, Bloomfield Stadion, SR Oliver (ENG)

Torfolge:
1:0 Biton (9.)
1:1 Szoboszlai (49./Elfmeter)
1:2 Okugawa (57.)

Maccabi: Tenenbaum – Biton, Tibi, Yeini, Baltaxa (82./Hozez), Davidzada – Karzev (71./Shechter), Golasa, Barsky (61./Ben Haim), Biton – Almog

Salzburg: Stankovic – Kristensen, Ramalho, Wöber, Ulmer – Okugawa (76./Okafor), Bernede, Mwepu, Szoboszlai (86./Camara) – Berisha (46./Koita), Daka

Gelbe Karten: Yeini, Donis (Trainer) bzw. Szoboszlai

Rückspiel am 30. September in Wals-Siezenheim – Aufsteiger in der Champions-League-Gruppenphase, Verlierer in der Europa League