Zweikampf zwischen Ludogorez Spieler Elvis Manu und Gernot Trauner vom LASK.
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Europa League

LASK zieht Lehren aus Zittersieg

Mit dem 4:3 gegen Ludogorez Rasgrad hat der LASK am Donnerstag in der Gruppenphase der UEFA Europa League in dieser Saison erstmals angeschrieben. Die Linzer führten gegen den bulgarischen Serienmeister mit 2:0 und 4:1, mussten aber am Ende noch in Unterzahl um den Sieg zittern. Daraus wollen die Athletiker Lehren für die nahe Zukunft ziehen.

Denn bereits am Donnerstag nächster Woche gastiert der LASK bei Royal Antwerpen, dem überraschenden Tabellenführer in der Gruppe J. Die Belgier hatten am zweiten Spieltag den englischen Favoriten Tottenham mit 1:0 besiegt. Antwerpen führt mit dem Maximum von sechs Punkten, dahinter rangiert die Truppe von Starcoach Jose Mourinho nun gleichauf mit dem LASK (3).

Die Oberösterreicher freuten sich über ihren 4:3-Sieg, übten sich aber auch in Selbstkritik. „Wir haben 70 Minuten eine absolute Topleistung gebracht“, sagte LASK-Trainer Dominik Thalhammer. „Bei 4:1 wollten wir dann den Gegner killen und hätten uns fast selber gekillt. Ich denke, dass wir in dieser Situation auch ein bisschen naiv waren. Wir wollten zu viel, nämlich auf das fünfte Tor spielen, und sind dann in zwei Konter gelaufen. Das ist der Aspekt, aus dem wir lernen können.“

LASK gewinnt Torfestival gegen Rasgrad

Die Linzer setzen sich in der UEFA Europa League in Gruppe J daheim in einem Torspektakel gegen Ludogorez Rasgard mit 4:3 durch.

Auch LASK-Kapitän Gernot Trauner konnte trotz guter Leistung kein rundum positives Fazit ziehen. „Wir haben uns das Leben noch einmal selbst schwergemacht und zu viel Risiko nach vorne genommen, als dass wir den Ball etwas laufen lassen. Der Gegner war angeknackst, wir haben ihn wieder ins Spiel zurückgeholt, das ärgert mich ein wenig. Daraus müssen wir lernen. Aber wir haben drei Punkte und damit das Ziel erreicht“, so Trauner.

LASK muss trotz zwei und drei Toren Führung zittern

Der LASK legte einen Traumstart hin, führte nach Toren von Husein Balic (2.) und Andreas Gruber (12.) früh mit 2:0, doch Rasgrad blieb durch Elvis Manu in Tuchfühlung (15.). Ein vermeintliches Foulspiel an Abwehrchef Trauner vor dem 1:2 ließ dieser nicht als Ausrede gelten. „Man muss es nicht zwingend pfeifen“, sagte er, „denn wir hatten genügend Spieler hinter dem Ball, es hat die Tiefensicherung nicht gut genug funktioniert, und es darf nicht passieren, dass er so frei alleine vor dem Tor auftaucht.“

Der LASK hatte die Partie danach weitestgehend unter Kontrolle, die Bulgaren zeigten aber phasenweise, warum sie neunmal in Serie die bulgarische Meisterschaft geholt hatten und auch Stammgast in den europäischen Gruppenphasen sind.

In den Reihen Rasgrads befinden sich viele Legionäre; allen voran der Brasilianer Alex Santana und Manu aus den Niederlanden bereiteten dem LASK Probleme. „Wenn man die Balance nicht hat, zu offensiv denkt, dann ist es gegen diesen Gegner nicht leicht. Das sind technisch sehr gute Spieler mit gutem Speed“, sagte Thalhammer.

Jublende Lask Spieler zusammen mit Trainer Dominik Thalhammer.
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Happy End in Linz: LASK-Trainer Dominik Thalhammer (M.) klatschte mit seinen Spielern nach dem 4:3-Sieg ab

Ein artistischer Treffer von Marko Raguz (35.) und ein Eigentor von Olivier Vernon nach Abschluss von Balic (55.) sorgten zwar für eine komfortable 4:1-Führung, Rasgrad meldete sich aber durch Manus Treffer zwei und drei zurück. „Es geht darum, dass man seine Angriffe kontrollierter ausspielen muss“, so Thalhammer, dessen Team nach Gelb-Roter Karte für Lukas Grgic (73.) in Unterzahl spielen musste.

„Vor dem 2:4 und dem 3:4 gab es einen Torhüterabwurf. Da haben wir zu viele Spieler nach vorn gebracht, weil wir auf das nächste Tor spielen wollten. Da können wir lernen, nämlich mehr Spielkontrolle zu haben, auch in der Restverteidigung besser zu agieren und am besten kein Tor mehr zu bekommen. So war es natürlich eine Situation, in der wir noch einmal in Probleme gekommen sind“, resümierte der 50-Jährige, der im zwölften Spiel als LASK-Coach zum dritten Mal drei Tore kassierte.

„Unser Anspruch ist ein hoher“

Der frühere Teamchef der Frauen-Nationalmannschaft sah aber auch viel Gutes von seiner Mannschaft. „Es waren sehr gute Spielaktionen dabei, viele Dinge, die wir uns erarbeitet haben, auch auf internationaler Ebene mit einer hohen Schlagzahl umsetzen“, sagte Thalhammer, der beim „sehr verdienten Sieg“ auch aus den letzten 20 Minuten Positives mitnahm: „Das Team hat in Unterzahl seine Mentalität gezeigt und sehr gut verteidigt.“

Dass dennoch mehr über die drei Gegentore und ihre Auswirkungen nach dem Spiel gesprochen wurde, lag für den LASK-Trainer „vielleicht auch an den Fragen“, wie er mit einem süffisanten Lächeln feststellte, aber ebenso daran, dass „unser Anspruch ein hoher ist, den stellen wir uns selbst“. Die Herausforderungen werden dabei nicht einfacher: Nach dem schwierigen Gastspiel bei Sturm Graz am Sonntag in der Liga geht es für die Linzer eben bei Tabellenführer Antwerpen weiter.

„Schlüsselspiel“ in Antwerpen

Das 0:1 Tottenhams kam für Thalhammer wie für alle anderen auch überraschend, „aber Antwerpen hat auch gegen Rasgrad schon gut gespielt“. Auf den LASK, der sich den neuerlichen Aufstieg ins Sechzehntel-Finale zum Ziel gesetzt hat, komme eine richtungweisende Partie zu, so Thalhammer. „Ich denke, es wird ein Schlüsselspiel.“