Karim Adeyemi (Salzburg) and David Alaba (Bayern)
GEPA/Jasmin Walter
Champions League

Salzburg darf weiter auf Aufstieg hoffen

Das 1:3 am Mittwoch in der UEFA Champions League bei Bayern München war für den FC Salzburg bereits die dritte Niederlage im laufenden Bewerb. Die Salzburger, die mit einem Punkt Schlusslicht sind, dürfen aber noch mit dem Achtelfinal-Einzug spekulieren.

Dafür müssen in den zwei noch ausstehenden Partien aber dringend Punkte sowie Schützenhilfe der Bayern her. Diese haben mit dem vierten Sieg im vierten Spiel ihre Teilnahme an der nächsten Runde bereits fixiert. „Der Matchplan war super, die Jungs haben ihn sehr gut umgesetzt. Viele haben gut gespielt, es hat nur wieder nicht gereicht“, sagte Trainer Jesse Marsch nach der Partie.

Der US-Amerikaner hat das mit seinem Team in den jüngsten zwei Saisonen mittlerweile öfters erlebt. „Es ist fast das gleiche Gefühl wie zu Hause gegen Bayern (2:6, Anm.), auswärts gegen Atletico Madrid (2:3), auswärts gegen Liverpool (3:4), zu Hause gegen Liverpool (0:2)“, sagte Marsch. „Auf der einen Seite können wir daraus viel lernen, auf der anderen Seite sind wir fast da.“

Bayern München schlägt Salzburg 3:1

Salzburg hat in der Champions League eine 1:3-Niederlage bei Bayern München kassiert. Der deutsche Titelverteidiger fixierte nach vier Gruppenspielen dadurch den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale.

„Wir können noch alles schaffen“

Angesichts von vier Punkten Rückstand auf den Zweiten Atletico Madrid (0:0 gegen Lok Moskau) ist auch der Aufstieg noch in Reichweite. Marsch: „Wir müssen stark bleiben, denn wir sind noch am Leben. Wir haben einen Punkt nach vier Spielen, aber wir können noch alles schaffen.“

Mit einem Sieg am kommenden Dienstag in Moskau könnten die Salzburger Platz drei übernehmen, der immerhin den Umstieg in die Europa League bedeuten würde, ehe zum Abschluss in Salzburg das direkte Duell mit Atletico Madrid (Hinspiel 2:3) gewonnen werden müsste.

Bitte an Alaba

Die „Bullen“ müssen allerdings auch auf die Siegermentalität der Bayern zählen. „Ich habe David Alaba gefragt: Kannst du bitte die nächsten zwei Gegner schlagen, sodass wir noch eine Chance in der Gruppe haben?“, berichtete Marsch von einem Zwiegespräch mit Österreichs Topstar nach der Partie. „Er hat gesagt: Ja, wir werden es versuchen.“

Sekou Koita (Salzburg) und David Alaba (Bayern München)
APA/AFP/Christof Stache
Alaba (r.) will auch in den verbleibenden Spielen alles geben

Und auch Bayern-Coach Hansi Flick baute dem möglichen Schlendrian in seinem Team gleich verbal vor. „Das ist nicht unsere Einstellung und unsere Herangehensweise. Wir werden in den verbleibenden zwei Spielen versuchen, dass wir unsere Siegesserie fortführen.“

Salzburg-Chancen ärgern Flick

Nach dem 15. Sieg in Folge unter seiner Leitung in der Champions League kritisierte der Erfolgstrainer sein Team vor allem für die Leistung in den ersten 45 Minuten. Da habe man dem Gegner mit einigen „unnötigen Ballverlusten“ in die Karten gespielt. „Wenn wir viele Fehlpässe spielen, dann hat Salzburg die Möglichkeit, uns wehzutun. Das haben sie auch gezeigt.“

Mit einer im Vergleich zum ersten Duell dosierten, aber immer noch mutigen Ausrichtung, kamen die Salzburger zu zahlreichen Topchancen. „Wir sind heute sehr kompakt gestanden, haben es den Bayern sehr schwer gemacht“, sagte Zlatko Junuzovic, der rechtzeitig fit wurde. „Natürlich müssen wir in Führung gehen, das ist klar.“

Die Qualität der Bayern

Doch Dominik Szoboszlai und Co. gingen mit ihren Möglichkeiten fahrlässig um. „Wir kriegen dann meines Erachtens schon ein unnötiges Tor“, sagte Junuzovic über das Abstaubertor von Robert Lewandowski, das die Partie kurz vor der Halbzeitpause in Richtung des Favoriten kippen ließ. „Das ist die Qualität, die die Bayern haben. Auf diesem Niveau wird jede Kleinigkeit ausgenutzt.“

Schuss von Karim Adeyemi (Salzburg), gehalten von Manuel Neuer (Bayern)
Reuters/Andreas Gebert
An Bayern-Schlussmann Neuer scheiterten die Salzburger gleich mehrfach

Auf dem Weg zu einer möglichen Überraschung war spätestens bei Goalie Manuel Neuer Endstation. Der deutsche Teamtorhüter zeigte einige Glanzparaden. Von Versagensangst wollten Marsch und seine Spieler aber nichts wissen. Auch Mergim Berisha, der Torschütze zum 1:3-Endstand, nicht. „Er ist nicht umsonst die Nummer eins auf der Welt, er macht das sehr gut. Aber wenn wir ein bisschen konzentrierter vor dem Tor stehen, dann machen wir das ein oder andere Tor mehr“, betonte der treffsicherste Salzburger der letzten Wochen.

„Wir sind die jüngste Mannschaft“

Die Ergebnisse sind laut dem Trainer mangelnder Erfahrung geschuldet. „Wir sind die jüngste Mannschaft in diesem Turnier. Wir haben viele Spieler mit nicht so viel Erfahrung auf diesem Niveau“, erklärte Marsch und verwies auf die Bayern: „Es ist eine Frage der Erfahrung. Bayern hat so viele Spieler, die schon alles gewonnen haben.“

Das taten die Bayern am Mittwoch zum 46. Mal im 51. Spiel unter Flick. Und auch wenn sich seine Weltklassemannschaft derzeit „das Leben selbst ein wenig schwer“ machen würde, gab es vom Trainer auch ein Lob: „Am Ende steht ein Ergebnis. Mit der Effizienz bin ich sehr zufrieden.“