Jesse Marsch (Trainer Red Bull Salzburg)
Reuters/Action Images/Jason Cairnduff
Bundesliga

Salzburg sucht Weg aus Talsohle

Das erfolgsverwöhnte Ensemble von Red Bull Salzburg reist in einer ungewohnten Situation zum Spiel der neunten Runde der tipico-Bundesliga bei spusu SKN St. Pölten. Seit vier Spielen wartet der Titelverteidiger nun schon auf einen Pflichtspielsieg. In St. Pölten wollen sich die Salzburger am eigenen „Krawattl“ aus der Talsohle ziehen und Moral für das vorentscheidende Spiel in der Champions League bei Lok Moskau tanken. Puntigamer Sturm Graz hingegen hat die Fortsetzung des jüngsten Hochs im Sinn.

Vor einer Woche kassierten die Salzburger mit einem 1:3 daheim gegen Sturm im achten Saisonspiel auch die erste Niederlage in der Meisterschaft. Am Mittwoch musste sich die Mannschaft von Trainer Jesse Marsch dann in der Königsklasse Bayern München auswärts mit 1:3 geschlagen geben. Am kommenden Dienstag benötigen die Salzburger gegen Lok Moskau unbedingt einen Sieg, damit man zumindest im Rennen um einen Platz im Achtelfinale bleibt.

Doch die Champions League muss zumindest für einen Tag aus den Köpfen. Zuerst soll nach der Pleite gegen Sturm und dem 1:1-Remis gegen Rapid Wien in der Meisterschaft wieder der Erfolgskurs eingeschlagen werden. Geht es nach Mergim Berisha, der in München den Ehrentreffer erzielte, soll all das kein Problem darstellen, falls sich sein Team vom nahenden Auftritt in Moskau „nicht ablenken“ lässt, wie der Stürmer forderte: „Es gilt, den Schalter von Champions League wieder auf Bundesliga umzustellen.“

Tipico-Bundesliga, 9. Runde

Samstag, 17.00 Uhr:

St. Pölten – Salzburg

NV Arena, SR Schüttengruber

Mögliche Aufstellungen:

St. Pölten: Riegler – Blauensteiner, Maranda, Muhamedbegovic, Schulz – Schütz, Pokorny, R. Ljubicic – Hugi, Schmidt, Davies

Salzburg: Stankovic – Vallci, Ramalho, Wöber, Ulmer – Sucic, Camara, Ashimeru, Szoboszlai – Berisha, Koita

Großer Respekt vor St. Pölten

Die Zeiten, in denen St. Pölten als vermeintliche Pflichtaufgabe abgehakt werden konnte, sind allerdings vorbei. „St. Pölten spielt in der laufenden Saison sehr kompakt und steht nicht nur defensiv gut, sie sind auch in der Offensive sehr variabel und gefährlich“, sagte Trainer Marsch. „Das haben wir schon im Cupspiel vor ein paar Wochen gesehen (3:0), das lange Zeit durchaus eng war.“ Es bleibt abzuwarten, wie Marsch dieses Mal an das Thema Rotation herangehen wird. Gegen Sturm ging das Vorhaben, einige Schlüsselspieler für die Bayern zu schonen, denkbar schief. Doch in Wochen der Hochbelastung scheinen Pausen für Vielspieler unumgänglich.

St.-Pölten-Coach Robert Ibertsberger rechnet jedenfalls mit einem punktuell veränderten Gegner, denn: „Ich hoffe auch, dass sie gegen uns rotieren werden. Weil das Spiel in Moskau für die Salzburger schon sehr wichtig ist, dass sie vielleicht im Frühjahr in der Europa League weiterspielen können. Der Spielrhythmus Mittwoch, Samstag, Dienstag ist nicht so ohne“, sagte der gebürtige Salzburger, dessen Team mit einem Erfolg über den Serienmeister den Kontakt zu den Spitzenplätzen zumindest halten könnte.

Man wolle sich an Sturm Graz „ein Beispiel nehmen“, so Ibertsberger zur geplanten Marschroute. „Es besteht immer die Chance, gegen Salzburg etwas zu holen – wenn du einen sehr guten Tag erwischst und Salzburg einen nicht so guten. Sturm hat es zuletzt gut gemacht, auf der anderen Seite muss man schon sagen, das war jetzt nicht dieses Salzburg, das wir eigentlich kennen. Das hatte vielleicht den Grund, dass sie doch einige Spieler rotiert haben“, sagte der Trainer des aktuellen Tabellenfünften.

Tipico-Bundesliga, 9. Runde

Samstag, 17.00 Uhr:

Sturm Graz – WSG Tirol

Merkur-Arena, SR Muckenhammer

Mögliche Aufstellungen:

Sturm: Siebenhandl – Ingolitsch, Nemeth, Gorenc-Stankovic, Dante – Hierländer, Ljubic, Kiteishvili, Kuen – Friesenbichler, Jantscher

Tirol: Oswald – Koch, Behounek, Gugganig, Schnegg – Baden Frederiksen, Petsos, Celic, Rieder – Yeboah, Dedic

Sturm und Tirol vor Duell im Hoch

Sturm rangiert vor der neunten Runde einen Punkt vor den Niederösterreichern auf Rang vier. Die Grazer können auf eine erfolgreiche Woche zurückbringen. Gegen WSG Swarovski Tirol soll am Samstag nach dem Coup gegen Salzburg und dem erfolgreichen Aufstieg ins Viertelfinale des Uniqa ÖFB-Cups mit einem 1:0 gegen Wacker Innsbruck der dritte Sieg innerhalb von sieben Tagen her. „Es ist wichtig, dass wir da oben bleiben auf der Erfolgsspur“, sagte Trainer Christian Ilzer. Sein Team hat sogar fünf der vergangenen sechs Pflichtspiele gewonnen. Die bisher einzige Saisonniederlage setzte es Anfang November gegen den LASK (0:2).

Ilzer hofft, dass der überraschende Sieg beim Meister in Wals-Siezenheim die Initialzündung für eine lange Erfolgsstrecke gewesen ist. „Wenn du das Spitzenteam der Liga schlägst, den Serienmeister, dann gibt das ein unglaubliches Selbstvertrauen, eine unglaubliche Kraft“, erklärte der Steirer, der um den Einsatz von Innenverteidiger Gregory Wüthrich (Wadenverletzung) bangt. Man müsse den Erfolg aber auch richtig einordnen können. „Was wir dort an Energie aufgebracht haben, müssen wir Woche für Woche bringen.“ Den kommenden laut Ilzer „unbequemen“ Gegner dürfe man auf keinen Fall unterschätzen: „Die Mischung scheint zu funktionieren.“

Das zeigt auch der Blick auf jüngste Statistik der Wattener. Erstmals seit dem Aufstieg in die Bundesliga konnten die Tiroler zwei Spiele hintereinander gewinnen – und das zu null. Der Rückstand auf Sturm beträgt nur einen Zähler. Dazu kann WSG-Trainer Thomas Silberberger auf einen fitten 26-Mann-Kader zurückgreifen. Ein ungewohntes Luxusproblem: „Früher ergab sich die Aufstellung der ersten Elf von allein, jetzt habe ich Kopfweh, die richtigen 18 zu nominieren.“ Wer auch immer spielen wird, muss sich laut Trainer aber auf einen anstrengenden Arbeitstag einstellen. „Das wird ein brutal schweres Match. Nichtsdestotrotz wollen wir in Graz was holen“, so Silberberger.

Tipico-Bundesliga, 9. Runde

Samstag, 17.00 Uhr:

Admira – Hartberg

BSFZ-Arena, SR Ouschan

Mögliche Aufstellungen:

Admira: Leitner – Bauer, Aiwu, Rath – Tomic – Starkl, Kerschbaum, Hjulmand, Auer – Ganda, Breunig

Hartberg: Swete – Gölles, Rotter, Luckeneder, Klem – Yoda, Kainz – Heil, Rep, Horvath – Tadic

Hartberg empfängt taumelnde Admira

Endlich wieder „was holen“, das ist auch das große Ziel beim FC Flyeralarm Admira. Die Niederösterreicher reisen mit einer Pleitenserie von vier Niederlagen en suite zum Auswärtsduell mit TSV Prolactal Hartberg. Doch auch bei den Steirern war die Stimmung schon einmal besser. In der Liga steht erst ein Sieg zu Buche, und am Mittwoch verabschiedete man sich mit einem 3:5 bei Austria Wien im Achtelfinale aus dem Cup. „Wir sind naiv aufgetreten, haben versucht, die Dinge spielerisch zu lösen. Das war einfach der große Unterschied“, sagte Hartberg-Coach Markus Schopp mit Hinweis auf die vergeigte Cuppartie.

Daher gibt es für Hartberg, das drei Punkte vor der Admira liegt, auch keinen Grund, die Gäste am Samstag zu unterschätzen. „Diesen Fehler werden wir nicht machen. Die Admira hat einige Negativerlebnisse hintereinander gehabt. Aber beim 0:3 gegen Tirol hätte das Spiel auch kippen können“, sagte Schopp. Der 46-Jährige vertraut den mangelnden Erfolgserlebnissen zum Trotz vor allem seinem eigenen Team: „Bei uns fehlen Kleinigkeiten. Wenn wir alles auf den Platz bringen, aggressiv und diszipliniert sind, dann wird es für die Admira richtig schwer.“

Aufseiten der Admira durfte nach einem Remis und einem Sieg bei Damir Buric noch von einem Trainereffekt die Rede sein. Vier Niederlagen en suite (Torverhältnis 3:13) später taumelt das Team des Kroaten allerdings zumindest den Ergebnissen nach durch die Liga. Buric gab sich weiterhin optimistisch. „Wir haben unter der Woche gut gearbeitet. Jetzt ist es an der Zeit, dass sich das Team auch einmal belohnt“, sagte der 56-Jährige. Denn beim jüngsten 0:3 gegen Tirol war seine Elf nicht chancenlos. Vor dem Gegner bekundete Buric Respekt: „Wir müssen sehr konzentriert und aufmerksam sein und dürfen uns keine individuellen Fehler leisten.“