Matthias Mayer (AUT) 2020 in Kitzbühel
GEPA/Andreas Pranter
Ski alpin

Kitzbühel springt für Rennen in Wengen ein

Während die Schweizer Skifans um ihre Traditionsverstanstaltung in Wengen trauern, dürfen sich jene in Österreich über zusätzliche Klassiker freuen. Nach der am Montag erfolgten Absage der Lauberhornrennen springt Kitzbühel ein und veranstaltet neben dem traditionellen Hahnenkamm-Rennen vom 22. bis 24. Jänner auch am nächsten Wochenende Rennen. Diese Entscheidung gab der Internationale Skiverband (FIS) bekannt.

Die Wochenenden werden dabei in eines für die Techniker und eines für die Speed-Läufer aufgeteilt. Der Slalom findet bereits am kommenden Samstag statt, ehe am Sonntag der eigentliche Hahnenkamm-Slalom folgt. In der kommenden Woche folgen dann zum eigentlichen Kitzbühel-Termin zwei Abfahrten. Am Freitag findet das Ersatzrennen für Wengen statt und am Samstag der Klassiker auf der Streif. Am Sonntag folgt dann der Super-G.

„In einer solchen außergewöhnlichen Situationen benötigt es mutige Entscheidungen. Es tut mir für die Schweiz sehr leid, doch auf Basis der guten Zusammenarbeit mit Swiss Ski und aufgrund unserer verlässlichen Partner in Österreich konnten wir diese weitreichende Entscheidung treffen“, sagte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel in einer Aussendung des Verbands.

Kitzbühel übernimmt für Wengen

Die Rennen auf dem Lauberhorn in Wengen mussten abgesagt werden. Dafür springt Kitzbühel ein und veranstaltet nun in neun Tagen insgesamt fünf Rennen.

CoV-Infektionen in Wengen gestiegen

Die Umstellungen im Rennkalender wurden notwendig, nachdem im Berner Oberland die CoV-Infektionen erneut gestiegen waren. Nach langem Hin und Her schob die Berner Gesundheitsdirektion den Lauberhornrennen dann einen Riegel vor. „Nach einer neuerlichen Analyse der aktuellen Covid-19-Lage in Wengen traf der Kanton Bern den Entscheid, die Lauberhornrennen abzusagen", so der Schweizer Vergand Swiss Ski in einem Tweet.

Zielbereich in Wengen
GEPA/Matic Klansek
Hundschopf, Haneggschuss sowie Kernen- und Ziel-S werden die Fans in dieser Saison nicht zu sehen bekommen

Noch am Sonntag hatte es grünes Licht für die Rennen gegeben. Zu diesem Entscheid waren sämtliche beteiligten Parteien gekommen, darunter auch die Taskforce des Internationalen Skiverbands (FIS). Doch bereits am Montagvormittag ging das Bangen erneut los. Die Teams wurden gebeten, nicht ins Berner Oberland anzureisen, bis der Schweizer Verband Swiss Ski, die FIS und das Organisationskomitee eine erneute Entscheidung treffen. Diese fiel nun gegen Wengen aus.

Mutiertes Virus bereitet Sorgen

Für den signifikanten Anstieg der CoV-Zahlen soll die über britische Touristen eingeschleppte mutierte, ansteckendere Virusvariante verantwortlich sein. „Sorge bereitet dem Kanton die Dynamik, in welcher das Virus verbreitet wird. Die Gesundheitsdirektion geht aufgrund dieser Tatsache davon aus, dass vor allem die Virusmutation aus Großbritannien zu diesem Effekt führt“, hieß es in der Medienmitteilung der Gesundheitsdirektion des Kantons Bern.

„Eine sichere Durchführung ist unter der aktuellen Pandemiesituation gemäß der Einschätzung der Fachleute nicht möglich“, teilte das Organisationskomitee der Lauberhornrennen zur Absage mit. In Wengen hatte sich das Virus seit Mitte Dezember sehr schnell verbreitet. In nur vier Wochen wurden über 60 Fälle innerhalb der Wengener Bevölkerung gemeldet, nachdem es vorher fast keine Fälle gegeben hatte.

„Entscheidung war notwendig“

Für Herren-Rennchef Markus Waldner war die Absage in Wengen alternativlos. „Die Saison ist sehr schwierig. Aber diese Entscheidung war notwendig. Für Flexibilität und kurzfristige Veränderungen bereit zu sein, war von Beginn weg die Devise für die Saison. Damit geht die Tour in Richtung WM in Cortina weiter auf einem möglichst sicheren Weg“, sagte Waldner, der sich auch bei Schröcksnadel und Michael Huber, dem Präsidenten des Kitzbüheler Skiclubs, bedankte.

Für Huber kam die Entwicklung überraschend. Kitzbühel ist aber bereit für die zusätzlichen Rennen. „Wie immer im Sinne des Sports, werden die organisatorischen Abläufe nun an diese kurzfristige Entscheidung angepasst. Ich danke allen Beteiligten für deren Bereitschaft. Jetzt heißt es volle Konzentration, denn die Disziplin zur Einhaltung des Covid-19-Protokolls und damit zum Virusschutz muss auch bei einer solchen Änderung erste Priorität haben“, sagte Huber.

Erweitertes Programm für Kitzbühel

  • Samstag, 16. Jänner: Slalom (Wengen-Ersatz, 9.30/12.30 Uhr*)
  • Sonntag, 17. Jänner: Hahnenkamm-Slalom (10.30/13.45 Uhr)
  • Dienstag, 19. Jänner: 1. Abfahrtstraining
  • Mittwoch, 20. Jänner: 2. Abfahrtstraining
  • Donnerstag, 21. Jänner: 3. Abfahrtstraining
  • Freitag, 22. Jänner: Abfahrt (Wengen-Ersatz, 11.30 Uhr)
  • Samstag, 23. Jänner: Hahnenkamm-Abfahrt (11.30 Uhr)
  • Sonntag, 24. Jänner: Hahnenkamm-Super-G (10.20 Uhr)

* Alle Rennen live in ORF1