Mönchengladbach-Trainer Marco Rose
AP/Martin Meissner
Champions League

Schwerarbeit für Rose mit Gladbach

18 Pflichtspielsiege in Folge, 25 Partien ist Manchester City ungeschlagen – damit wartet auf Borussia Mönchengladbach am Mittwoch (21.00 Uhr) im Achtelfinal-Hinspiel der UEFA Champions League in Budapest mit Manchester City eine Herkulesaufgabe. Der bevorstehende Abgang von Erfolgstrainer Marco Rose im Sommer zum Ligarivalen Borussia Dortmund soll dabei keine Rolle mehr spielen. Rechtzeitig in Form gekommen ist CL-Rekordgewinner Real Madrid vor dem Gastspiel bei Atalanta Bergamo.

Gladbach steht erstmals in der K.-o.-Phase der Champions League. „Ich glaube nicht, dass ich die Jungs in irgendeiner Art und Weise motivieren muss“, sagte Rose. „Sie haben sich diesen Abend verdient.“ Stefan Lainer wird ihn auf der rechten Außenbahn verbringen. Ob auch sein ÖFB-Teamkollege Valentino Lazaro beginnt, ist offen, auf Landsmann Hannes Wolf wartet im Coronavirus-Ausweichquartier der Borussia in Ungarn die Ersatzbank.

„Ich wünsche mir, dass die Spieler die Partie mit einer Menge Leidenschaft, Mut aber auch Leidensfähigkeit angehen“, sagte Rose. Die könnte man gegen Englands souveränen Tabellenführer gebrauchen. In sechs Gruppenspielen hat City fünfmal gewonnen und auch fünfmal zu null gespielt. Rose: „Wir werden versuchen, mit dem Ball immer wieder Akzente und Nadelstiche nach vorne zu setzen. Wenn meine Mannschaft ihre ganze Power raushaut, ist sie absolut in der Lage dazu.“

Stefan Lainer (Mönchengladbach)
Reuters/Ina Fassbender
Auf Stefan Lainer wartet gegen ManCity in Budapest eine Herkulesaufgabe

„Gegen City kann man nur gewinnen“

Die verpatzte Generalprobe gegen Mainz (1:2) nahm Rose wegen seines in der Woche zuvor bekanntgegebenen Wechsels nach Dortmund auf seine Kappe. „Gegen City kann man aber nur gewinnen“, sagte der frühere Salzburg-Coach aber, dem seit seiner Entscheidung heftiger Gegenwind von Gladbachs Fans entgegenweht. Einen Sieg über den Premier-League-Leader würde er gerne nehmen. „Dann wird es auch wieder ein bisschen lustiger für mich.“

Verloren hat City allerdings seit November nicht. Mit zehn Punkten Vorsprung steuert das Team von Trainer Josep Guardiola auf den dritten Meistertitel in den vergangenen vier Jahren zu. „Wir haben unser Schicksal selbst in der Hand“, sagte Offensivstar Raheem Sterling, mit dem es wohl Lainer des Öfteren zu tun bekommen wird. Dazu könnte Citys Rekordtorschütze Sergio Aguero, der seit Anfang Jänner wegen einer CoV-Infektion und diverser Verletzungen kein Spiel bestritten hat, vor einem Comeback stehen. „Sobald es möglich ist, wird er spielen“, sagte Guardiola.

Die Champions League ist die Trophäe, die die City-Eigentümer aus den Vereinigten Arabischen Emiraten seit Jahren anstreben. An der Vorbereitung werde sich deshalb aber nichts ändern, betonte Guardiola. „Wir haben viele Bewerbe im Visier. Wir werden unser Spiel spielen und versuchen, ein Ergebnis zu erreichen, wie wir das bisher getan haben.“ Deutsche Gegner seien immer gefährlich, ergänzte der frühere Bayern-München-Coach.

Real Madrid mit viel Selbstvertrauen

Real-Trainer Zinedine Zidane war vor wenigen Wochen bereits heftig in der Kritik gestanden. Nach vier Ligasiegen in Serie und leichten Problemen beim Stadtrivalen Atletico dürfen die Madrilenen aber plötzlich sogar wieder vom Meistertitel träumen. Die Champions-League-Trophäe hat Zidane Real als Chefcoach bereits 2016, 2017 und 2018 beschert. Im Vorjahr war allerdings schon im Achtelfinal-Schlager gegen City mit zwei 1:2-Niederlagen Endstation.

Real-Madrid-Trainer Zinedine Zidane
APA/AFP/Gabriel Bouys
Coach Zidane befindet sich mit Real wieder im Aufschwung, Bergamo soll nicht zum Stolperstein werden

Vor dem Gastspiel am Mittwoch in Bergamo haben sich die Verletzungssorgen bei den „Königlichen“ noch einmal verschärft. Karim Benzema plagt eine Knöchelverletzung, Zidane will bei seinem Topscorer „kein Risiko eingehen“. Der Franzose soll nur mitreisen, wenn keine Gefahr bestehe. Im Sturmzentrum dürfte daher Mariano Diaz agieren, an den Flügeln scheinen Marco Asensio und Vinicius jr. gesetzt – weil auch dort Eden Hazard und Rodrygo ausfallen.

Beim Ligaspiel gegen Valladolid standen Zidane zuletzt nur zwölf Spieler aus dem Profikader zur Verfügung. „Wir sind nicht glücklich mit der Situation, aber wir können nicht viel dagegen tun“, sagte der dreimalige Weltfußballer. Atalanta will die Chance nutzen und an die Vorjahreserfolge anschließen, als „La Dea“ bei der ersten Champions-League-Teilnahme erst im Viertelfinale unglücklich am späteren Finalisten Paris Saint-Germain scheiterte.