Jubel bei Salzburg
GEPA/Wolfgang Jannach
ÖFB-Cup

Salzburg wieder mit richtiger Strategie

Serienmeister Red Bull Salzburg bleibt Stammgast im ÖFB-Cup-Finale. Mit einem 4:0 in Klagenfurt gegen Sturm Graz nahm die Mannschaft von Coach Jesse Marsch die vorletzte Hürde auf dem Weg zur erfolgreichen Titelverteidigung souverän. Salzburgs Strategie war im Nachhinein die richtige, hatte man doch den Fokus vor dem „Doppel“ gegen die Grazer (1:2-Niederlage in der Liga am Sonntag) auf den Cup gelegt.

„Nach dem Spiel am Sonntag habe ich gesagt, dass wir am Mittwoch frische Spieler auf dem Platz haben werden. Ich glaube, diese Strategie war eine gute und hat uns geholfen. Sie haben fast mit der gleichen Mannschaft gespielt, wir haben Vorteile gehabt aufgrund unserer frischen Beine und unserer Qualität“, sagte Marsch im ORF-Interview. Die Topformation der Salzburger tat sich vor der Pause aber wie auch in den jüngsten beiden in der Liga verlorenen direkten Duellen schwer.

Standardsituationen waren nötig, um die Partie in die gewünschten Bahnen zu lenken. „Die waren enorm wichtig“, betonte auch Mittelfeld-Routinier Zlatko Junuzovic. Der 33-jährige Ex-ÖFB-Teamspieler war maßgeblich daran beteiligt, gab er doch via Corner und Freistoßflanke die Assists für den Kopfballdoppelpack von Nebenmann Enock Mwepu (36., 54.). Beim 0:1 war Dante nicht nahe genug am Mann, das 0:2 resultierte aus einem Abseitstor, das der Schiedsrichter übersah.

Trainer Jesse Marsch
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Jesse Marsch erlebte einen erfolgreichen Cupabend

Grazer hadern mit Fehlentscheidungen

„Das ist extrem bitter für uns. Wir haben am Sonntag einen klaren Handelfmeter nicht bekommen, vor zwei Wochen gegen den WAC eine klare Rote Karte nicht gekriegt, und heute waren glaube ich vier Spieler im Abseits drinnen. Wir können hadern, im Endeffekt ist es aber uncool, wenn ich mich permanent über Schiedsrichterentscheidungen auslasse. Das wird uns nicht weiterbringen“, sagte Ilzer.

Seine Spieler sehnen ob solcher Entscheidungen die Einführung des Video Assistant Referees herbei. „Nächstes Jahr sollte es nicht mehr passieren, dass so etwas vorkommt“, so Tormann Jörg Siebenhandl. Das Ausscheiden nur darauf aufhängen wollte bei Sturm aber niemand. „Das irreguläre Tor hat uns den Nackenschlag versetzt, wir haben es aber nicht geschafft, in der Box zwingend zu werden. Von der Höhe war die Niederlage zu hoch“, sagte Stefan Hierländer.

Double wieder das erklärte Ziel

Sein Trainer attestierte dem Gegner nach einer Halbzeit „absolut auf Augenhöhe“ Vorteile. „Salzburg war handlungsschneller, das sind die Kleinigkeiten, die am Ende den Ball aufseiten Salzburgs fallen lassen haben“, gab sich Ilzer als fairer Verlierer. Salzburg zeigte sich von einer deutlich besseren Seite als zuletzt in der Liga, steht zum achten Mal in Folge im Endspiel und könnte dort am 1. Mai im Duell mit dem LASK in Klagenfurt zum siebenten Mal in dieser Zeit triumphieren.

„Unsere Konzentration und Aufmerksamkeit für diesen Gegner war sehr gut. Wir waren aggressiv. Ich bin sehr zufrieden mit der ganzen Gruppe. Wir haben gehofft, dass wir den Gegner mit unserer besten Leistung mehr ärgern können, und das ist uns gelungen. Insgesamt hat die Mannschaft in einem wichtigen Spiel großartig gespielt“, resümierte Marsch. Der Druck war nach dem Ausscheiden im Sechzehntelfinale der Europa League gegen Villarreal samt folgendem Liga-1:2 gegen Sturm groß, da das Double jedes Jahr das erklärte Saisonziel ist.

„Wir sind im Finale und wollen da noch einmal alles raushauen, da wir national jeden Titel holen wollen. Dem sind wir einen Schritt näher gekommen“, erläuterte Junuzovic. Das auch dank Toren von Mergim Berisha, der via abgerissener Flanke sehenswert traf (72.), und Brenden Aaronson (78.). „Wir haben gezeigt, was wir können und dass wir die beste Mannschaft in Österreich sind“, betonte Berisha.