Michel Platini
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Fußball

Platini blickt mit Groll zurück

Der frühere UEFA-Präsident Michel Platini kritisiert nach seinem unrühmlichen Abgang 2015 die Arbeit seiner Nachfolger im Europäischen Fußballverband und im Weltverband FIFA. „Ich habe das, was ich für den Fußball für wichtig hielt, auch durchgesetzt. Ich habe alles gegeben, was ich konnte“, sagte der 65-jährige Franzose im Interview der Zeitung „Die Welt“ (Freitag-Ausgabe). Platini selbst war damals über eine Bestechungsaffäre gestolpert, die noch immer nicht ausjudiziert ist.

„Doch jetzt haben andere meinen Platz eingenommen. Und genau wie überall sonst auch sagen diejenigen, die einen ersetzen, dass es vorher schlechter war. Später muss man dann sehen, ob diese Behauptungen auch der Wahrheit entsprechen“, resümiert Platini bitter.

Der einstige Weltklassespieler war 2015 zusammen mit dem damaligen FIFA-Präsidenten Joseph Blatter (84) von der FIFA-Ethikkommission wegen einer ungeklärten Millionenzahlung des Weltverbandes an Platini suspendiert worden, die auch die Schweizer Justiz beschäftigt.

Michel Platini
Reuters/Leonhard Foeger
Bis zu seinem unrühmlichen Abgang war Platini einer der mächtigsten Fußballfunktionäre der Welt

„Kämpfe immer noch gegen Ungerechtigkeit“

Die anschließend ausgesprochene Sperre für acht Jahre wurde später im Fall von Platini, der auch FIFA-Vizepräsident war, auf vier Jahre reduziert. Inzwischen könnte der Franzose wieder ein Amt im Fußball ausführen. „Ich habe immer gesagt, dass ich mir alle Möglichkeiten offen halte“, so Platini. „Ich muss etwas finden, was als Herausforderung zu mir passt.“ Derzeit genieße er „den Luxus, Zeit zu haben“.

Die Sperre hält er weiterhin für unrechtmäßig. „Ich kämpfe immer noch gegen die Ungerechtigkeit und werde nicht aufgeben, egal was passiert“, sagte Platini zu den mit ihm in Zusammenhang stehenden Unregelmäßigkeiten – u. a. um die WM-Vergabe an Katar. Nach dpa-Informationen hat die Schweizer Bundesanwaltschaft die Schlusseinvernahmen in den Ermittlungen um die fragliche Zahlung von zwei Millionen Dollar für die kommenden März-Wochen angesetzt.