Teresa Stadlober (AUT)
GEPA/Christian Walgram
Nordische WM

Stadlober zum Abschluss angriffslustig

Die Norwegerin Therese Johaug vor den Schwedinnen Frida Karlsson und Ebba Andersson – diesen Ausgang haben die beiden bisherigen Distanzrennen der Langläuferinnen bei der nordischen Weltmeisterschaft in Oberstdorf genommen. Teresa Stadlober möchte freilich nach den Plätzen vier im Skiathlon und neun über 10 km Skating über 30 km klassisch mit Massenstart am Samstag (12.30 Uhr, live in ORF1 und im Livestream) in diese Phalanx stoßen und ihre erste Medaille bei einem Großereignis holen.

„Für das arbeite ich im Sommer und die ganzen Jahre schon“, sagte die Salzburgerin auf Nachfrage der APA. „Ich habe das Ziel, auch mal auf dem Podium zu sein.“ Den Status als beste Mitteleuropäerin in beiden Rennen nimmt so noch immer gerne mit, Stadlobers Anspruch ist aber mittlerweile ein größerer. Sie weiß allerdings um die Schwere der Aufgabe: „Die ersten drei sind bisher in einer eigenen Liga gelaufen in den Distanzrennen. Mal schauen, was diesmal möglich ist.“

Die 13-fache Weltmeisterin Johaug bewegte sich in den Konkurrenzen eine Stufe über Karlsson und Andersson, gewann jeweils überlegen. Angesichts der schwierigen Strecke – Stadlober: „Ich weiß nicht, ob ich so eine schwere Strecke auf einem 30er schon gelaufen bin.“ – rechnet die Radstädterin nicht damit, dass Johaug voll wegstarten wird. Für sie selbst gelte es, in der Spitzengruppe zu bleiben. „Die Schwedinnen wären schon welche, die mir das Tempo machen könnten.“

Therese Johaug (NOR)
GEPA/Christian Walgram
Favoritin ist einmal mehr die Norwegerin Therese Johaug, die schon drei Goldmedaillen in Oberstdorf geholt hat

Sie wolle eine etwaige Attacke auf jeden Fall mitgehen, sofern sie sich gut fühle. „Wenn ich merke, die wollen wegreißen, und ich habe die Kraft, dass ich mitgehe, gehe ich mit.“ Situationsbezogen werde sie es mit dem erlaubten Skiwechsel halten. "Wenn ich merke, ich komme locker mit, ich habe einen guten Speed und Grip, laufe ich sicher noch eine Runde länger. Tendenziell werde eher mit der Gruppe gewechselt, wobei ein Wechsel im Training kaum simuliert werden könne.

Alles muss für Stadlober zusammenpassen

Klar sei, dass für einen erneuten Spitzenplatz oder gar eine Medaille alles zusammenpassen müsse. Viele ihrer Konkurrentinnen hätten auch noch die Staffel in den Beinen. Punkto Schwierigkeit der Strecke und Form sollte es passen, im Klassik-Stil fühle sie sich wohl. „Das Material und die Schneeverhältnisse werden sicher auch ein großes Thema sein.“ Nach ausgiebigem Regen und Schneeregen am Freitag ist für die Rennzeit niederschlagsfrei mit wenigen Plusgraden prognostiziert.

In ihrem bisher letzten 30-km-Rennen wurde Stadlober am 7. März 2020 und damit fast exakt vor einem Jahr im letzten Saisonrennen in Oslo 15., zwei Jahre davor war sie da im freien Stil Neunte gewesen. Bei Weltmeisterschaften wurde die 28-Jährige 2017 und 2019 jeweils im Skating Achte, bei Olympia 2018 nach ihrem aufsehenerregenden Streckenwahlfehler in der klassischen Technik Neunte. Am Freitag absolvierte sie im Stadion ein Training in etwa zur Rennzeit, danach ging es zum Relaxen und ans Auffüllen der Speicher.