Emirates Team New Zealand
Reuters/Simon Watts
America’s Cup

Neuseeland führt nach dramatischem Renntag

Der Montag hat beim 36. America’s Cup vor Auckland die bisher spannendsten Wettfahrten gebracht. Nachdem am Sonntag wegen Flaute nicht gesegelt werden konnte, kamen die Zuschauer am fünften Wettfahrttag voll auf ihre Kosten.

Und da vor allem die Gastgeber, denn Team New Zealand gewann beide Wettfahrten gegen Luna Rossa und ging 5:3 in Führung. Dem Titelverteidiger fehlen damit nur noch zwei Wettfahrtsiege, um die älteste Sporttrophäe in Neuseeland zu behalten.

Im ersten Rennen des Tages hatten die italienischen Herausforderer den besseren Start und verteidigten die Führung über die ersten zwei der sechs angesetzten Legs. Bei Winden zwischen zehn und zwölf Knoten hatte Team New Zealand dann etwas Glück bei der Kurswahl, konnte sich dank höherer Endgeschwindigkeit – bei kleinerem Vorsegel – in Führung setzen und gewann mit 58 Sekunden Vorsprung. Es war der erste Führungswechsel der gesamten bisherigen Rennserie.

Segeln: Neuseeland führt nach dramatischem Renntag

In zwei fulminanten Duellen ergatterte das Team New Zealand beim America’s Cup vor Auckland (AUS) eine 5:3-Führung. Trotzdem zeigte sich das italienische Team Luna Rossa kämpferisch.

Ohne Foils geht gar nichts

Die zweite Wettfahrt begann dann bei abflauendem Wind wieder mit Vorteil für Luna Rossa, dazu kam, dass Team New Zealand in einem Windloch von den Foils (Tragflügel an den Seiten des Bootes) fiel. Bei der zweiten Wendemarke betrug der Vorsprung des Herausforderers 2,2 km. Die Neuseeländer verkürzten den Rückstand zwar auf 1,7 km (4:05 Minuten), das Rennen schien aber gelaufen zu sein.

Emirates Team New Zealand
AP/Photosport/Chris Cameron
Team New Zealand hatte am Montag zweimal die Nase vorn

Als Luna Rossa allerdings am anderen Ende des Kurses selbst von den Foils fiel, drehte sich das Glück erneut. Denn die Italiener mussten Minute für Minute verstreichen lassen, ohne dass ihr Boot wieder Fahrt aufgenommen hätte. Team New Zealand machte den gesamten Rückstand wett, ging in Führung und hatte im Ziel des auf fünf Legs verkürzten Rennens 3:55 Minuten Vorsprung.

„Es war ein unglaublicher Kampf“

„Das war sicher das bizarrste Rennen, das ich je gesehen habe“, sagte Peter Burling, Steuermann beim Team New Zealand. "Vier Minuten hinten sein und dann mit vier Minuten Vorsprung gewinnen, das ist unglaublich. „Was für ein Rennen“, stimmte Blair Tuke nach dem zweiten Punkt für das Team an diesem Tag zu. „Es war ein unglaublicher Kampf. Wir haben auf dem ersten Downwind-Kurs hinter ihnen (Luna Rossa, Anm.) einen Fehler gemacht und sind von den Foils gefallen. Wir sind aber relativ schnell wieder hochgekommen und sind von da an ein tolles Rennen gesegelt.“

Jimmy Spithill, einer der beiden Steuermänner auf der „Luna Rossa“, war natürlich enttäuscht: „Es waren ziemlich harte Bedingungen. Wir sind ein gutes Rennen gesegelt, unglücklicherweise sind wir von den Foils gekommen. Dann sind wir ziemlich lange an der Wendemarke festgesessen, als wir versucht haben, genug Druck zu finden. Wir wissen, dass wir Rennen gewinnen können. Wir waren schon früher in schwierigen Situationen, und die Jungs werden den Kopf nicht hängen lassen.“ Die nächsten beiden Wettfahrten stehen am Dienstag auf dem Programm und können bereits die Entscheidung bringen.