Katharina Liensberger
GEPA/Thomas Bachun
Ski alpin

Auf Liensberger wartet Nervenkitzel

Bereits am Samstag könnten die vier noch offenen Kugelentscheidungen beim Weltcup-Finale fallen. In Lenzerheide stehen der Damen-Slalom (10.30/13.30 Uhr) mit Katharina Liensberger sowie der Herren-RTL (9.00/12.00 Uhr, jeweils live in ORF1) auf dem Programm. Vor allem für Liensberger wird der Slalom zum Nervenkitzel. „Ich mag so etwas extrem gern“, sagte die Vorarlbergerin, die neben Petra Vlhova und Mikaela Shiffrin eine vor drei Anwärterinnen auf Slalom-Kristall ist.

Vor dem letzten Rennen führt Vlhova 22 Punkte vor Liensberger und 37 vor Shiffrin. Dass es nun auf einen echten Showdown hinausläuft, kommt der 23-jährigen Slalom-Weltmeisterin aus Österreich sehr recht. „Dann spüre ich in mir, dass es um etwas geht und sich lohnt, sich einzusetzen.“ Sie habe über die ganze Saison die Konstanz zeigen können. „Jetzt stehe ich da und weiß, dass das möglich ist.“ Für Österreich wäre es die erste Slalom-Kugel seit Marlies Schild 2012.

Liensberger gibt zu, dass „der Traum von der Kristallkugel riesig“ ist. Wenn es so nah und so präsent sei, wolle man es durchziehen. „Ich kann nur mein Rennen fahren. Ich freue mich riesig, es ist wirklich schön, dass ich so befreit hierhergekommen bin und mit Spaß Ski fahren kann.“ Hätte ihr beim Saisonbeginn im Oktober jemand gesagt, dass sie gegen Vlhova und Shiffrin um die Kugel fahren werde, hätte sie gesagt, „wow, das passt“. Aber ob sie schon so weit gewesen wäre, das auch zu glauben, sei im Nachhinein schwierig zu sagen.

Shiffrin kämpft um siebentes Slalom-Kristall

Bei einem Sieg Liensbergers, die zuletzt in Aare ihren Weltcup-Debüterfolg feierte, dürfte Vlhova nur Dritte werden, damit die Österreicherin in der Endabrechnung vorn ist. Der Slowakin selbst reicht unabhängig vom Abschneiden der anderen ein zweiter Platz. Gewinnt Shiffrin, darf Vlhova nur maximal Dritte werden, damit die US-Amerikanerin ihr siebentes Slalom-Kristall einfährt.

Noch vor nicht allzu langer Zeit waren Shiffrin und Vlhova Vorbilder für Liensberger, jetzt begegne man einander „extrem fair und respektvoll“. „Petra und Mika sind unglaublich starke Slalom-Läuferinnen, die wissen, was schnell bedeutet. Sie sind auf einem Toplevel, mir macht es extrem Spaß, gemeinsam mit ihnen zu fahren. Wir haben uns gegenseitig auf ein extrem hohes Level gebracht, jede hat sich verbessert und die anderen gepusht.“

Katharina Liensberger (AUT), Petra Vlhova (SVK) und Mikaela Shiffrin (USA)
GEPA/Patrick Steiner
Mit Katharina Liensberger, Petra Vlhova und Mikaela Shiffrin kämpft ein Trio um die kleine Kristallkugel

Vlhova fährt allerdings auch noch um den Gesamtweltcup. Bei 96 Zählern Vorsprung auf die Schweizerin Lara Gut-Behrami nur reichen noch ein paar Pünktchen, um erstmals in ihrer Karriere die große Kritallkugel einzufahren. Im Duell mit Gut-Behrami kann Vlhova schon vorzeitig die Kugel holen, wenn sie in die Top 15 kommt, die Punkte erhalten. Denn dann hat sie mehr als 100 Zähler Vorsprung auf die Schweizerin, die am Samstag im Slalom nicht antritt.

Pinturault gegen Odermatt im Mittelpunkt

Den Auftakt in das letzte Technik-Wochenende des Winters machen die Riesentorläufer. Im Mittelpunkt steht dabei ganz das Duell zwischen Alexis Pinturault und Marco Odermatt. Der Franzose und der Schweizer kämpfen nämlich nicht nur um die kleine RTL-Kugel, sondern sind auch Rivalen im Gesamtweltcup. Im Riesentorlauf führt Odermatt 25 Zähler vor Pinturault, der wiederum im Gesamtweltcup 31 Punkte Vorsprung hat.

Für den 23-jährigen Schweizer, der durch die Absagen von Abfahrt und Super-G stark benachteiligt war, ist der RTL wohl das Rennen der letzten Chance. Ebenso wie Gut-Behrami plant auch Odermatt keinen Start im Slalom, es bleibt abzuwarten, wie er sich entscheidet, sollte er am Sonntag rechnerisch doch noch eine Chance haben.

Marco Schwarz kämpft in der Gesamtwertung noch um Rang drei, als Vierter hat er nur sechs Zähler Rückstand auf den Schweizer Loic Meillard. Beendet wird die Saison am Sonntag mit dem Damen-Riesentorlauf (9.00/12.00) und dem Herren-Slalom (10.30/13.45), die Kugelgewinner heißen Marta Bassino und Schwarz.