Rapid Spieler Taxiarchis Fountas.
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Bundesliga

Rapidler Fountas sagt Salzburg den Kampf an

Bereits nach der ersten Runde in der Meistergruppe der tipico-Bundesliga scheint klar: Der Kampf um den Titel ist höchstens ein Fall für zwei. Während der drittplatzierte LASK in Tirol (0:2) abermals strauchelte, untermauerte Salzburg beim 3:1 gegen Sturm seine neuen Ambitionen. Nur Verfolger Rapid ist mit dem 8:1-Schützenfest beim WAC besser gestartet. Dreifachtorschütze Taxiarchis Fountas sagte seinem Ex-Club daraufhin den Kampf an.

„Ich will dieses Jahr mit Rapid Meister werden“, betonte der 25-jährige Grieche, der bereits 2013 von Salzburg verpflichtet worden war, aber am Ende nur einen Einsatz beim Serienmeister verbuchen konnte, im Interview mit Sky. Der Stürmer traf beim WAC zum ersten Mal im Kalenderjahr und am Ende dreimal. Das soll erst der Anfang gewesen sein. „Ich will im nächsten Spiel so weitermachen und auch wieder drei Punkte holen“, sagte Fountas vor dem großen Schlager in Wien.

Es war für Rapid der höchste Bundesliga-Sieg seit November 2008, als man den SCR Altach vor eigenem Publikum mit 8:1 abgefertigt hatte. „Mich freut es irrsinnig für die Mannschaft, dass wir heute den hohen Sieg einfahren konnten. Das gibt natürlich Selbstvertrauen“, so Maximilian Ullmann, der dieses ins nächste Duell mitnehmen will. Am kommenden Sonntag gastiert Salzburg dann in Wien-Hütteldorf.

Rapid schenkt WAC acht Tore ein

Rapid ist am Ostersonntag furios beim WAC in die Meistergruppe gestartet. Die Hütteldorfer bescherten ihrem Trainer Didi Kühbauer mit dem 8:1-Kantersieg ein perfektes Geschenk zum 50. Geburtstag.

Trainer Dietmar Kühbauer wird seine Spieler in den nächsten Tagen aber wieder von Wolke sieben holen. „Wir haben vor, jeden Gegner zu schlagen, aber ich halte es so, dass wir von Spiel zu Spiel schauen. Es wäre schlimm, wenn wir aufgrund des 8:1 irgendwelche Luftschlösser bauen. Wir wollen im Jetzt bleiben, wir müssen am Boden bleiben. Es wird ein komplett anderes Spiel“, so der Burgenländer, dessen Spieler ihm einen denkwürdigen 50. Geburtstag bereitet hatten.

Geburtstagskind Kühbauer bleibt reserviert

Die Erinnerungen an die jüngsten Begegnungen machen Kühbauer wohl nicht zu Unrecht zurückhaltend. In den jüngsten 19 Ligaduellen feierte Rapid nur einen Sieg, im Vorjahr setzte es auch zwei Debakel (2:7 und 2:6). Das bisher letzte Aufeinandertreffen im Februar 2021 dominierte Salzburg klar und feierte letztlich einen 4:2-Erfolg.

„Wir wollen uns gegen Salzburg nicht so präsentieren wie in den Spielen davor“, sagte Kühbauer. Dass man dem Titelverteidiger mit einem Sieg bis auf einen Punkt nahe rücken und die Chance auf den ersten Meistertitel seit 2008 wahren würde, schiebt er beiseite. Er will nicht „zu träumen beginnen. Wir schauen nicht, was alles möglich ist, sondern wollen uns bestmöglich vorbereiten und die bestmögliche Leistung bringen, dann wird sich alles von allein ergeben.“

Rapid Cheftrainer Dietmar Kühbauer.
GEPA/Hans Oberlaender
Nur beim Gaberln will Rapid-Trainer Dietmar Kühbauer derzeit den Ball nicht flach halten

In Wien kommt es am nächsten Sonntag zum vorgezogenen Showdown Erster gegen Zweiter der Meistergruppe. „Ich habe immer gesagt, Rapid hat eine super Mannschaft mit einer guten Mentalität“, zollte Salzburg-Trainer Jesse Marsch dem Kontrahenten Respekt.

Salzburg schielt auf Vorentscheidung

Auf der anderen Seite bietet sich für die Salzburger die Möglichkeit der frühen Vorentscheidung. „Wir haben eine große Chance, nächste Woche, den Punktevorsprung auszubauen“, so Torhüter Cican Stankovic, der nach seiner Nichtnominierung für das ÖFB-Team beim 3:1 gegen Sturm erneut mit einer Klasseleistung antwortete. Schlägt Salzburg die Grün-Weißen, würde der Polster sieben Punkte betragen.

Daka schießt Salzburg gegen Sturm zum Sieg

Mit einem Hattrick innerhalb von acht Minuten hat Patson Daka früh für klare Verhältnisse gesorgt. Am Ende gewinnt Salzburg gegen Sturm Graz nach der ereignisreichen Anfangsphase 3:1.

Beim letztem Duell zwischen Salzburg und Rapid erzielte Patson Daka drei Tore, am Ostersonntag traf er ebenfalls dreimal, und das in den ersten elf Minuten gegen Sturm. Es war der früheste Hattrick in einem Bundesliga-Spiel. Der 22-Jährige aus Sambia gibt sich trotz seiner 23 Tore weiterhin bescheiden. „Ich habe noch eine Menge zu tun. Ich möchte noch viel dazulernen“, sagte Daka nach der Partie, die er mit seinen drei Toren praktisch im Alleingang entschieden hatte. „Ich hatte die Möglichkeit, ein viertes Tor zu erzielen“, ärgerte sich der Angreifer, dem ein Treffer aberkannt wurde und der einen Elfmeter vergab.

Daka betreibt weiter Eigenwerbung

„Er will sich jeden Tag verbessern. Er hat die Mentalität zu einem absoluten Topspieler“, sagte Marsch. Dass Daka längst bei namhaften Clubs aus dem europäischen Ausland in den Überlegungen auftaucht, erstaunt Marsch daher nicht. Da der Spieler noch bis Sommer 2024 vertraglich an Salzburg gebunden ist, würde ein Abgang mit einer stattlichen Ablösesumme einhergehen. Dakas aktueller Marktwert wird auf 20 Millionen Euro taxiert.

Zu einem Wechsel im Sommer müsse es zwar nicht zwangsläufig kommen, „aber die Wahrscheinlichkeit ist groß. Ich lese fast jeden Tag, dass ein neuer großer Club Interesse hat“, so Marsch. „Wenn mich jemand fragt, sage ich, das ist eine gute Entscheidung für einen Topverein.“ Daka selbst blockt noch ab: „Meine Zukunft ist bei Red Bull“, bekannte er am Sonntag. Doch wie lange noch? „Wir haben noch zehn Spiele mit Patson sicher“, so Marsch.

LASK muss kleine Hoffnungen begraben

Kaum hat die Meistergruppe begonnen, muss der LASK seine kleinen Titelhoffnungen wohl schon begraben. Nach dem 0:2 bei Außenseiter WSG Tirol liegen die Linzer in der Bundesliga bereits acht Punkte hinter Leader Salzburg. Das Jahr 2021 gestaltet sich unrund.

„Wir quälen uns ein bisschen durch das Frühjahr“, gestand LASK-Coach Dominik Thalhammer. Der 50-Jährige, dessen Team vor der Pause fünf gute Einschussmöglichkeiten (u. a. ein Elfmeter von Philipp Wiesinger, der klar verfehlte) vorfand, wirkte angesichts der zweiten Niederlage in Folge und damit einer Premiere in seiner ersten Saison etwas ratlos.

Tirol überrascht gegen LASK

Gerade noch in die Meistergruppe hat es WSG Tirol geschafft. Zum Auftakt gelingt den Tirolern ein 2:0-Heimsieg über den LASK.

Die Gäste wirkten nach der 2:0-Führung der WSG zwar bemüht, blieben offensiv aber glücklos. „Da erwarte ich von einer Top-Drei-Mannschaft schon ein anderes Auftreten“, stellte Thalhammer klar. „Da hätten wir viel mehr dran glauben müssen, dass es möglich ist, das Spiel noch zu drehen. Wir haben dann keine Lösungen gehabt.“

Am kommenden Sonntag wartet das Heimduell mit dem WAC. Es ist quasi ein Pflichtsieg, wenn man zumindest noch um Platz zwei, der zur Champions-League-Qualifikation berechtigt, mitspielen will. Beim LASK muss in jedem Fall eine Steigerung her. „Es ist einfach ärgerlich, weil, das, was wir investieren, nicht dem Output entspricht“, machte Thalhammer deutlich. Erfolgserlebnisse werden auch im Sinne des berühmten „Momentums“ erhofft: „Wir kommen im Frühjahr nie so richtig in den Flow hinein, in dem wir teilweise im Herbst waren.“