Renate Götschl
GEPA/Mario Buehner
Ski alpin

Götschl kandidiert als ÖSV-Präsidentin

Das Rennen um die Nachfolge von Peter Schröcksnadel als Präsident des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV) ist um einen prominenten Namen reicher. Am Sonntag gab die ehemalige „Speed-Queen“ Renate Götschl ihre Kandidatur für die Spitze des Verbandes bekannt. Die 45-Jährige tritt nun gegen Michael Walchhofer und damit ihr früheres männliches Pendant auf den Abfahrtspisten an.

„Ich habe mich entschlossen, für die Funktion der ÖSV-Präsidentin zu kandidieren. Ich habe mir das sehr lang und reiflich überlegt, mit meiner Familie abgeklärt und traue mir zu, den ÖSV in eine gute Zukunft zu führen“, ließ Götschl am Sonntagabend die „Bombe“ platzen. Die ehemalige Spitzenläuferin ist seit drei Jahren Vizepräsidentin des Steirischen Skiverbandes und wird von diesem für die Nachfolge von Schröcksnadel nominiert, der nach 31 Jahren seinen Platz an der Spitze des Verbandes räumt. Götschl wäre die erste Frau an der Spitze des ÖSV.

„Es war schon im Herbst einmal so ein Gedanke da, sich zu bewerben, aber da war es für mich einfach noch nicht vereinbar mit meiner Familie, und in letzter Zeit war für mich einfach eine Situation da, wo ich gesagt habe: Eine neue Herausforderung wäre wieder schön“, sagte Götschl gegenüber dem ORF Steiermark, „ich habe das dann auch mit der Familie besprochen, und dann sind wir auf ein Ergebnis gekommen – dass ich mich eben für diese Stelle bewerbe.“

Götschl will ÖSV-Präsidentin werden

Renate Götschl hat am Sonntag bestätigt, dass sie sich um die Nachfolge von Peter Schröcksnadel bewerben wird, der im Sommer sein Amt als Chef des Skiverbands abgeben wird.

Nachwuchsarbeit und Gleichstellung

Die 2009 zurückgetretene Steirerin umriss im Rahmen der Bekanntgabe ihrer Kandidatur auch gleich ihre Ziele als Präsidentin. „Mir liegt besonders die Förderung und die Nachwuchsarbeit der Kinder und Jugendlichen am Herzen, hier möchte ich neue Akzente setzen. Ich will, dass unsere Athletinnen und Athleten starke Persönlichkeiten sind, als Voraussetzung für Spitzenleistungen“, so Götschl, die ihre Bewerbung „nicht als Gegenkandidatur zu Michael Walchhofer oder vielleicht auch anderen, sondern als gesunden demokratischen Wettbewerb“ sieht.

Laut Götschl ist der ÖSV bestens aufgestellt, der Profibereich bestehe aus einem Topteam. „Wichtig ist mir auch die Gleichstellung der Sportlerinnen, auch was Budgetaufteilung und Preisgelder betrifft“, betonte die einstige Weltcup-Gesamtsiegerin. Götschl lobte gleichzeitig die Arbeit ihres Vorgängers. Schröcksnadel habe den ÖSV zu einem der besten Sportverbände gemacht, betonte die Steirerin: „Darauf will ich aufbauen mit den Mitarbeitern, den Betreuern und den Partnern.“

Große Kugel und WM-Gold

Die 45-Jährige ist eine der erfolgreichsten Skirennläuferinnen Österreichs. Götschl gewann in ihrer langen Karriere insgesamt 46 Weltcup-Rennen. Ihre 24 Abfahrtserfolge und 17 Siege im Super-G brachten der Steirerin den Titel „Speed-Queen“ ein. In der Saison 1999/2000 gewann Götschl zudem die große Kristallkugel im Gesamtweltcup. Den Abfahrts- und Super-G-Weltcup gewann die Präsidentschaftskandidatin zudem je fünf bzw. dreimal.

Renate Götschl und Hermann Maier, 2000
GEPA/Hans F. Punz
Im Jahr 2000 durfte sich Götschl von Hermann Maier zum Gewinn des Gesamtweltcups gratulieren lassen

Dazu krönte sich Götschl 1999 in Beaver Creek zur Weltmeisterin in der Abfahrt, nachdem sie zwei Jahre zuvor WM-Gold in der Kombination geholt hatte. Im Mannschaftsbewerb kam 2007 eine weitere Goldene hinzu. Einzig ein Olympiasieg war Götschl, die ihren ersten Weltcup-Sieg 1993 kurioserweise noch im Slalom gefeiert hatte, nicht vergönnt. 2002 holte sie aber mit Abfahrtsbronze bzw. Kombi-Silber auch olympisches Edelmetall.

Übrigens: Götschl ist nicht die einzige Frau, die sich derzeit um ein hohes Funktionärsamt im Skiportbereich bemüht. Mit der Britin Sarah Lewis bewirbt sich auch die ehemalige Generalsekretärin des Internationalen Skiverbandes (FIS) um die Präsidentinnenposition. Lewis kann ebenfalls im Juni damit erste weibliche FIS-Präsidentin werden.