ÖHB Spieler Nikola Stevanovic beim werfen.
GEPA/Mario Buehner
Handball

Österreichs Herren in EM-Quali unter Druck

Acht Großereignisse seit 2010, zuletzt viermal in Folge – Österreichs Handballmänner haben sich die Latte selbst hoch gelegt. Bei der EM 2022 in Ungarn/Slowakei droht Rot-Weiß-Rot aber die Zuschauerrolle, der Druck vor den entscheidenden Partien am Donnerstag in Estland (18.30 Uhr) und am Sonntag in Graz gegen Bosnien-Herzegowina (18.00/beide live in ORF Sport +) ist groß. Die Truppe von Ales Pajovic hat das Schicksal zwar in eigener Hand, braucht aber wohl zwei Siege.

Die Rechnung ist relativ einfach: Zwei Siege und das Ticket als Zweiter hinter Gruppensieger Deutschland ist fix. Von allen anderen Szenarien würde nur jenes einer Niederlage gegen Estland und eines Sieges gegen Bosnien Chancen offen halten: Dann würde die „kleine Tabelle“ des dann punktegleichen Trios über die Platzierung entscheiden. Dann könnte auch Platz drei – die vier besten Dritten der acht Gruppen sind qualifiziert – reichen.

Teamchef Ales Pajovic will sich auf keine Rechenspielchen einlassen. „Der Druck ist hoch. Wir müssen die zwei Spiele gewinnen, um unser Ziel zu erreichen. Ich erwarte von meinen Jungs in beiden Spielen Kampf und Herz“, sagte der Slowene. Mit dem 21:27 in Bosnien im März vergab man eine bessere Ausgangsposition für den nun folgenden Doppelpack, eine starke Viertelstunde war dabei zu wenig. Dass Aushängeschild Nikola Bilyk wie schon bei der WM im Jänner schmerzlich vermisst wurde, muss gar nicht extra betont werden.

ÖHB-Herren in EM-Quali unter Druck

Österreichs Handballnationalteam muss in den kommenden zwei Spielen Siege einfahren. Nur mit Erfolgen in Estland und gegen Bosnien-Herzegowina kann die Qualifikation für die nächste Europameisterschaft fixiert werden.

Für den 23-Jährigen ist es nach seinem Kreuzbandriss im Spätsommer auch diesmal noch zu früh, dazu gesellt sich der Ausfall von Alexander Hermann. Kurzfristig kommt die Absenz von Rückraum Daniel Dicker, der nach einem Coronavirus-Fall bei seinem Club Eisenach in Quarantäne musste. Immerhin schaffte Rückraum-Youngster Lukas Hutecek rechtzeitig ein Comeback. Nach dem Bruch des kleinen Fingers an der Wurfhand Ende März gab der künftige Lemgo-Legionär am Wochenende sein Comeback bei den Fivers und ist mit an Bord.

Trainer Ales Pajovic
GEPA/Michael Riedler
ÖHB-Teamchef Pajovic fordert „Kampf und Herz“

Teamchef zollt Gegnern Respekt

Pajovic warnte eindringlich vor den Gegnern, die dem Vernehmen nach mit ihren jeweils besten Aufgeboten warten. „Estland hat gegen Bosnien-Herzegowina überrascht. Sie kämpfen bis zur letzten Sekunde“, meinte der Slowene über die Balten. Die feierten im Jänner einen 24:21-Heimsieg über die Balkan-Handballer und unterlagen Österreich im ersten Duell in Graz 28:31 („Es war nicht unser bestes Spiel“). Für ein Großereignis waren sie noch nie qualifiziert.

„Bosnien verfügt über viele individuell starke Spieler, spielt hart in der Abwehr und hat einen der besten Torhüter der deutschen Bundesliga. Aber wir spielen zu Hause“, hoffte Pajovic in Graz auf den Heimvorteil, auch wenn Zuschauer nicht zugelassen sind.

EM-Qualifikation 2022

ÖHB-Spielplan:
04.11.2020 Österreich Estland 31:28
06.01.2021 Österreich Deutschland 27:36
10.01.2021 Deutschland Österreich 34:20
14.03.2021 Bosnien-Herzegowina Österreich 27:21
29.04.2021 Estland Österreich 27:31
02.05.2021 Österreich Bosnien-Herzegowina 27:23
Abschlusstabelle:
1. Deutschland 6 6 0 0 191:135 12
2. Österreich 6 3 0 3 157:175 6
3. Bosnien-Herzegowina 6 2 0 4 137:142 4
4. Estland 6 1 0 5 141:174 2
Jeweils die Top Zwei der acht Gruppen sowie die vier besten Dritten qualifizieren sich für die EM 2022 in Ungarn und der Slowakei