Jakob Pöltl (San Antonio Spurs)
GEPA/Greg M. Cooper
NBA

Neues Format als Pöltls Strohhalm

Die National Basketball Association (NBA) betritt zu Beginn ihrer heißen Phase Neuland. Erstmals werden die letzten beiden Play-off-Teilnehmer jeder Conference in einem Play-in-Turnier der auf den Plätzen sieben bis zehn nach dem Grunddurchgang liegenden Teams ermittelt. Mittendrin in der „NBA May Madness“ ist auch Jakob Pöltl. Der Wiener gastiert am Mittwoch mit den San Antonio Spurs bei den Memphis Grizzlies. Und für Pöltl und die Texaner heißt es siegen oder fliegen.

Angelehnt an die Spiele im „March Madness“ genannten Finalmonat der College-Liga NCAA entscheidet sich für San Antonio und Memphis im Play-in in einem Spiel, ob die Chance auf den allerletzten Play-off-Platz am Leben bleibt. Der Sieger spielt gegen den Verlierer des Duells der Nummern sieben und acht nach dem Grunddurchgang um das letzte Ticket, der Verlierer muss sich vorzeitig in den Urlaub verabschieden.

In der Eastern Conference sind die ersten Entscheidungen bereits gefallen. Im Duell um einen fixen Play-off-Platz setzten sich die Boston Celtics gegen die Washington Wizards mit 118:100 durch. Mann des Abends für den 17-fachen Meister war Jayson Tatum, der gleich 50 Punkte zum Erfolg beisteuerte. Boston trifft in der ersten Play-off-Runde nun auf die Nummer zwei des Grunddurchgangs, die Brooklyn Nets. Washington hat allerdings noch eine letzte Chance auf die K.-o.-Runde. Das Team aus der Hauptstadt trifft in einem Entscheidungsspiel auf die Indiana Pacers, die sich im zweiten Play-in-Spiel gegen die Charlotte Hornets klar mit 144:117 durchsetzten.

Einfache Rechnung

Für Pöltl und San Antonio im Westen sind die Pacers im neuen Modus auch das Vorbild: Sollten die Spurs das Duell mit den Grizzlies gewinnen, würde dann in der Nacht auf Samstag eine ganz harte Aufgabe warten, um den Sprung in die Postseason zu schaffen: Denn der Sieger aus Memphis – San Antonio bekommt es auswärts mit dem Verlierer aus dem Duell zwischen Titelverteidiger Los Angeles Lakers und den Golden State Warriors zu tun.

Jonas Valanciunas (Memphis Grizzlies) und Jakob Pöltl (San Antonio Spurs)
APA/AFP/Getty Images
Unter dem Korb wartet gegen Memphis auf Pöltl Ex-Teamkollege Jonas Valanciunas (l.)

Für Pöltl und die Spurs ist die Rechnung also ganz einfach: Sie brauchen zwei Auswärtssiege, um sich für das schon am Wochenende beginnende Titelrennen der besten 16 Teams zu qualifizieren. „Es wird sicher nicht einfach, aber für diese Challenge spielen wir ja. Ich freue mich schon darauf“, meinte Pöltl mit Blick auf das Match in Memphis, wo sein ehemaliger Toronto-Raptors-Teamkollege Jonas Valanciunas spielt. Der 2,13 Meter große Center aus Litauen wird der direkte Gegenspieler von Österreichs NBA-Pionier (2,16 m) sein. „Jonas spielt eine sehr starke Saison“, so Pöltl zur bevorstehenden Mammutaufgabe.

Ein Topstar bleibt auf der Strecke

Im Anschluss an die Partie in Memphis kommt es in Los Angeles im Match Lakers – Warriors auch zum Topstarduell zwischen LeBron James und Stephen Curry, der sich mit einem Schnitt von knapp 32 Punkten zum zweiten Mal nach 2016 den Scoring-Titel der besten Basketball-Liga der Welt gesichert hat. „Er ist ein großes Problem für jedes Team, wir müssen seinen Aktionsradius bestmöglich einschränken“, sagte der zweite Lakers-Superstar Anthony Davis. Vor allem die Dreierstärke von Curry – der 33-Jährige verwertet 42,1 Prozent seiner Distanzwürfe – bereitet jedem Gegner Kopfzerbrechen.

LeBron James (Los Angeles Lakers) und Stephen Curry (Golden State Warriors)
APA/AFP/Getty Images/Harry How
James (r.) gegen Curry (l.) lautet der große Schlager im Play-in der Western Conference

Für LeBron James ist „Chef Curry“ sowieso der wertvollste Spieler (MVP) dieser NBA-Saison. „Wir spielen jetzt – meiner Meinung nach – gegen den MVP unserer Liga in diesem Jahr“, lobte „King James“ den Warriors-Kapitän in den höchsten Tönen. „Schaut euch nur an, was er dieses Jahr geleistet hat. Ich weiß nicht, was es sonst noch braucht, wenn man nach dem MVP sucht. Wenn Steph nicht für Golden State aufläuft, was haben sie dann für ein Team?“ Der Sieger der Partie in Los Angeles hat seinen Play-off-Platz bereits sicher.

National Basketball Association

Play-in

Eastern Conference:
Boston Washington 118:100 (1)
Indiana Charlotte 144:117 (2)
Setzungsspiel: Washington Indiana 142:115
Western Conference:
LA Lakers Golden State 103:100 (1)
Memphis San Antonio 100:96 (2)
Setzungsspiel: Golden State Memphis 112:117
Sieger (1) und Sieger Setzungsspiele im Conference-Play-off