Roger Federer
Reuters/USA Today Sports/Peter van den Berg
Wimbledon

Federer lässt nach Out Zukunft offen

Für Roger Federer war am Mittwoch im Wimbledon-Viertelfinale mit einem 3:6 6:7 (4/7) 0:6 gegen den Polen Hubert Hurkacz Endstation. Ob es das letzte Match des achtfachen Wimbledon-Siegers auf dem „heiligen Rasen“ oder gar seiner Karriere war, ließ der Schweizer danach offen.

Mit der Antwort will sich Federer Zeit lassen, einen Rücktritt kann sich die am 8. August 40 Jahre alt werdende langjährige Nummer eins der Welt wohl noch nicht vorstellen. Das Ziel sei es zu spielen, sagte er. Doch sich künftig häufiger so demütigen lassen wie im letzten Satz gegen Hurkacz will der Gewinner von 20 Grand-Slam-Turnieren auch nicht.

„Das war hart. Die letzten Spiele, wenn dir klar ist, dass du nicht mehr zurückkommst. So eine Situation bin ich nicht so gewohnt, besonders nicht hier“, räumte der tief enttäuschte Schweizer ein, der seine Rivalen früher selbst so oft demontiert hatte. Ob es noch einmal eine Rückkehr nach Wimbledon geben wird, konnte er kurz nach der Niederlage nicht sagen. Natürlich würde er den Rasenklassiker gern noch einmal spielen, noch einmal die Ovationen bekommen, die Zuneigung der Fans spüren.

Aus für Federer in Wimbledon

Für Roger Federer ist der Traum vom neunten Titel in Wimbledon geplatzt. Der 39-jährige Schweizer musste sich im Viertelfinale des Rasenklassikers dem Polen Hubert Hurkacz in drei Sätzen geschlagen geben.

Kommt Zeit, kommt Rat

Er werde in aller Ruhe alles gut mit seinem Team analysieren, kündigte Federer an. „Wo soll die Reise hingehen, wie soll sie weitergehen? Nach harten 18 Monaten war ich schon froh, dass ich es ins Viertelfinale geschafft habe“, sagte der Schweizer, der 2020 zweimal am rechten Knie operiert wurde. Viel langsamer als erhofft sei die Heilung verlaufen. Ursprünglich sei das Ziel gewesen, im vorigen Sommer für Wimbledon fit zu sein – das Tunier fiel dann wegen der Coronavirus-Pandemie aus. Letztlich habe es gerade für dieses Jahr gereicht. „Ich bin sehr glücklich, dass ich Wimbledon spielen konnte“, sagte Federer.

Das Alter nagt an den einst Besten wie ihm und der ebenfalls 39-jährigen Serena Williams, die in der ersten Runde verletzt aufgegeben hatte. „Ich habe mich nicht so gut bewegt, wie ich gern würde, vor allem in der Defensive“, sagte Federer. „Es fehlen viele Dinge, die vor zehn, 15, 20 Jahren sehr leicht und ganz normal waren in meinem Spiel. Jetzt muss ich mich daran erinnern, dieses oder jenes zu tun“, sagte er.

Wie es nun weitergeht, hängt vor allem davon ab, ob Federer noch einmal ein Ziel definieren kann, eine Perspektive sieht. Die Wimbledon-Teilnahme war so ein Ziel, ob er an den in gut zwei Wochen beginnenden Olympischen Spielen in Tokio teilnimmt, bleibt fraglich. Er müsse vor allem ein besserer Spieler sein, um auf dem höchsten Niveau konkurrieren zu können, sagte Federer.