Jorge Martin (ESP/ Pramac Racing)
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Motorrad

Martin gewinnt rasanten Spielberg-GP

Klassenrookie Jorge Martin ist beim Motorrad-Grand-Prix der Steiermark der Premierensieg in der MotoGP gelungen. Der spanische Ducati-Fahrer gewann drei Monate nach einem schweren Unfall am Sonntag auf dem Red Bull Ring vor Weltmeister Joan Mir (Suzuki) sowie WM-Leader Fabio Quartararo (Yamaha). Brad Binder war in dem wegen eines Unfalls abgebrochenen und neu gestarteten Rennen als Vierter bester KTM-Pilot. Highlight aus österreichischer Sicht war Platz neun für Maximilian Kofler in der Moto3.

Schon im Vorjahr hatten die MotoGP-Rennen in Spielberg nach Unfällen zweimal gestartet werden müssen. Auslöser beim ersten Rennen des diesjährigen WM-Doppels war ein Sturz von KTM-Testfahrer Dani Pedrosa in der ominösen Kurve drei, die vergangenes Jahr nach einer Fast-Katastrohe umgebaut worden ist.

Der Italiener Lorenzo Savadori prallte gegen die auf der Piste liegende RC16 der Spaniers und schlitzte den Tank auf, weshalb beide Motorräder und das über die Strecke fließende Benzin Feuer fingen. Der Brand wurde aber rasch gelöscht, und der medizinisch geborgene Savadori schien weitgehend unversehrt.

Lorenzo Savadoris und Dani Pedrosas Maschinen stehen in Flammen
APA/AFP/Joe Klamar
Die Motorräder von Dani Pedrosa und Lorenzo Savadori gingen in Flammen auf

Rennen neu gestartet

Nach einer haben Stunde wurde das um eine Runde verkürzte Rennen auf weiterhin trockener Piste neu gestartet, auch Pedrosa war wieder dabei. Beim zweiten Versuch kam Martin von P1 besser weg, womit der Pole-Mann vor Weltmeister Mir und WM-Leader Quartararo führte. Miguel Oliveira hatte schon am Freitag in Kurve drei einen ähnlichen Highsider wie nun Pedrosa produziert und sich dabei die Hand verletzt. Der portugiesische Vorjahressieger gab mit Schmerzen wegen Reifenproblemen zur Rennhalbzeit auf.

Jorge Martin triumphiert in Spielberg

Jorge Martin gelang am Sonntag sein Premierensieg. Der spanische Ducati-Pilot gewann drei Monate nach einem schweren Unfall auf dem Red Bull Ring.

„Wahnsinn. Ich kann es nicht glauben“, sagte Martin nach seiner Triumphfahrt in Österreich. Der Spanier hatte gleich an seinem ersten MotoGP-Wochenende eine Pole und Platz drei in Katar erreicht. Nun hat er in seinem erst sechsten MotoGP-Rennen bereits gewonnen. Und das, obwohl der 23-Jährige im April in Portugal so schwer gestürzt war, dass er wegen acht gebrochener Knochen von drei OP-Teams gleichzeitig an Armen und Beinen operiert werden musste. Nun machte er im Land des „Terminators“ seinem Spitznamen „Martinator“ alle Ehre.

Zum sechsten Mal in sieben Rennen gewann damit Ducati auf dem Red Bull Ring. Marc Marquez wurde Neunter, Valentino Rossi punktete im ersten Rennen nach seiner Rücktrittsankündigung als 13. Kommenden Sonntag geht in Spielberg mit dem GP von Österreich das zweite WM-Wochenende in Szene, beim letzten Rossi-Auftritt in Österreich als Pilot werden deutlich mehr Zuschauer erwartet.

Kofler erstmals in den Top Ten

Der Renn-Sonntag hatte zuvor erfreulich für Österreich begonnen. Der Oberösterreicher Maximilian Kofler (20) wurde im Moto3-Rennen starker Neunter und schaffte erstmals in seiner Karriere ein Top-Ten-Ergebnis. KTM-Supertalent Pedro Acosta (17) holte nach einem packenden Zweikampf mit Sergio Garcia den bereits fünften Saisonsieg und baute seine WM-Führung auf 53 Zähler aus.

Die Piloten mit Regenreifen waren trotz auftrocknender Strecke bis kurz vor Schluss im Vorteil. So auch Kofler, der von seiner finalen Startposition 22 sofort auf Rang sieben vorstieß und lange als Sechster das beste Rennen seiner Karriere ablieferte. Erst am Ende wurde der KTM-Fahrer von einigen Piloten überholt. Sein bestes WM-Ergebnis war trotzdem fix. Und das beim Comebackrennen nach langer Verletzungspause.

Jaume Masia (ESP/ Red Bull KTM Ajo), Ayumu Sasaki (JPN/ Red Bull KTM Tech 3) und Maximilian Kofler (AUT/ CIP – Green Power)
GEPA/Manfred Binder
Maximilian Kofler (l.) schaffte sein bestes WM-Ergebnis

„Happy, aber auch völlig k. o.“

„Ich bin voll happy, aber auch völlig k. o.“, sagte ein überglücklicher Kofler unmittelbar nach dem Rennen. „Dass ich nach der langen Pause so ein Ergebnis einfahren kann, hätte ich nicht gedacht“, sagte der 20-Jährige aus Attnang-Puchheim. Kofler hatte sich Ende Mai in Mugello schwer an den Rückenwirbeln verletzt und drei Rennen auslassen müssen. „Ich bin noch nie auf so einer Position herumgefahren. Da hoffst du nur noch, dass die Runden möglichst rasch weniger werden“, sagte Kofler.

Acosta duellierte sich bis zur letzten Kurve mit Garcia und ließ es wieder einmal in Spielberg auf eine „last corner battle“ ankommen. Prompt stürzte Garcia und rutschte ins Kiesbett, richtete sein Bike aber wieder auf und sicherte sich noch Platz zwei.

Der Italiener Marco Bezzecchi gewann das Rennen der Moto2-Kategorie. Im Gesamtklassement liegt weiter der Australier Remy Gardner vorne, der Vierter wurde. Am kommenden Wochenende gastiert die Motorrad-WM erneut auf dem Red Bull Ring.

Motorrad-GP der Steiermark in Spielberg

MotoGP (27 Runden = 115,586 km):
1. Jorge Martin ESP Ducati 38:07,879
2. Joan Mir ESP Suzuki + 1,548
3. Fabio Quartararo FRA Yamaha 9,632
4. Brad Binder RSA KTM 12,771
5. Takaaki Nakagami JPN Honda 12,923
6. Johann Zarco FRA Ducati 13,031
7. Alex Rins ESP Suzuki 14,839
8. Marc Marquez ESP Honda 17,953
9. Alex Marquez ESP Honda 19,059
10. Dani Pedrosa ESP KTM 19,389
13 . Valentino Rossi ITA Yamaha 26,282
Moto2 (25 Runden = 107,950 km):
1. Marco Bezzecchi ITA Kalex 37:29,460
2. Aron Canet ESP Boscoscuro + 1,171
3. Augusto Fernandez ESP Kalex 3,260
4. Remy Gardner AUS Kalex 3,856
5. Ai Ogura JPN Kalex 6,922
6. Celestino Vietti ITA Kalex 9,390
7. Raul Fernandez ESP Kalex 9,590
8. Somkiant Chantra THA Kalex 12,217
9. Xavier Vierge ESP Kalex 12,747
10. Marcel Schrötter GER Kalex 12,874
Moto3 (23 Runden = 99,314 km):
1. Pedro Acosta ESP KTM 39:45,869
2. Sergio Garcia ESP Gasgas + 14,431
3. Romano Fenati ITA Husqvarna 15,410
4. Jaume Masia ESP KTM 15,510
5. Ayumu Sasaki JPN KTM 18,847
6. Darryn Binder RSA Honda 20,534
7. Ryusei Yamanaka JPN KTM 30,080
8. Yuki Kunii JPN Honda 30,174
9. Maximilian Kofler AUT KTM 30,245
10. Adrian Fernandez ESP Husqvarna 36,355