Bild zeigt einen Zweikampf zwischen Amar Dedic (WAC) und Leon Klassen (Wattens).
GEPA/Wolfgang Jannach
Bundesliga

WAC und Tirol weiter sieglos

Der RZ Pellets WAC und WSG Swarovski Tirol müssen weiter auf ihren ersten Saisonsieg in der Admiral Bundesliga warten. Das direkte Duell der beiden Teams in der vierten Runde endete am Samstag vor 2.250 Zuschauern in der Lavanttal-Arena mit 2:2. Die Tiroler, die bereits ihr viertes Unentschieden verbuchten, gaben zweimal die Führung aus der Hand. Die Tore von Fabian Koch (5.) und Tobias Anselm (60.) wurden durch einen Doppelpack des neuen WAC-Stürmers Tai Baribo (32., 66.) egalisiert.

In der Tabelle gaben die Wolfsberger mit zwei Zählern die „Rote Laterne“ zumindest vorübergehend an die Wiener Austria ab, die erst am Sonntag gegen Aufsteiger Austria Klagenfurt spielt. Die Wattener sind vorläufig Achter.

Mario Leitgeb feierte nach dem Ende seiner Rotsperre sein Saisondebüt für den WAC, für ihn musste Kai Stratznig auf die Bank. In der Innenverteidigung gab Trainer Robin Dutt Ex-WSG-Spieler David Gugganig den Vorzug auf Kosten von Luka Lochoshvili. Thomas Silberberger ließ hingegen seine Startelf im Vergleich zur LASK-Partie unverändert. Beide Teams suchten ihr Heil in der Offensive.

Baribo rettet WAC Punkt gegen WSG Tirol

Der Wolfsberger AC und WSG Tirol trennen sich 2:2. Zweimal gehen die Tiroler in Führung zwei Mal gleicht Tai Baribo aus.

Schneller Treffer der Gäste

So dauerte es keine fünf Minuten, bis es 1:0 stand, und zwar für die Gäste. Thomas Sabitzer schickte Zan Rogelj mit einem Diagonalpass auf die Reise. Der 21-jährige Slowene passte zurück auf Koch, der freistehend vom rechten Strafraum-Eck abzog und den Ball unter freundlicher Mithilfe von WAC-Goalie Manuel Kuttin im kurzen Eck versenkte. Es war das 14. Bundesligator für den Defensiv-Routinier. Der Kärntner Torhüter Kuttin, der dabei schmerzhaft mit der Torstange kollidierte, sah nicht gut aus bei diesem Treffer.

Der Schock beim WAC währte nur kurz. Bei einem schnellen Gegenstoß bediente Michael Liendl seinen Stürmer Baribo, der links frei vor Benjamin Ozegovic auftauchte und am Tiroler Keeper scheiterte (9.). Der Abpraller landete wieder beim Israeli, seinen Nachschuss fälschte Ozegovic ab und wurde dann von Maxime Awoudja auf der Linie geklärt – allerdings mit der Hand. Schiedsrichter Christian-Petru Ciochirca entschied auf Eckball, diese Entscheidung hatte auch nach der VAR-Überprüfung Bestand. Unverständlich, da die Zeitlupe ein klares Handspiel von Awoudja zeigte.

In der Folge übernahm der WAC das Kommando, lief allerdings immer wieder in Konter. Giacomo Vrioni (21.) und Tobias Anselm (27.) ließen das 2:0 liegen. In der Folge erhöhte der WAC den Druck und verpasste den Ausgleich gleich dreimal nach Standards jeweils durch Kopfbälle von Gugganig (29./30.), der an Ozegovic scheiterte, sowie durch Leitgeb (30.), dessen Kopfball Anselm auf der Linie klärte. Folgerichtig fiel dann das 1:1. Baribo tankte sich mit Ballglück durch die WSG-Verteidigung und erzielte sein erstes Tor für den WAC (32.). Bis zur Pause blieben die Kärntner am Drücker, verpassten aber erneut durch Baribo die Führung, der an Ozegovic scheiterte (39.).

Spannung bis zum Schluss

Zur Pause nahm WSG-Coach Thomas Silberberger den überforderten und bereits verwarnten Thanos Petsos aus dem Spiel und brachte für ihn Valentino Müller. Das zeigte Wirkung, die Tiroler Defensive agierte nun wesentlich geordneter und Müller setzte auch Akzente nach vorne in Form eines Warnschusses (53.), der knapp am WAC-Tor vorbeistrich. In der 60. Minute machte es Anselm besser, der nach einem langen Ball von Koch an Kuttin vorbeiging und ins leere Tor einschob.

Die Wolfsberger standen mit dem Rücken zur Wand und reagierten umgehend. Dutt brachte Eliel Peretz für Christopher Wernitznig und das machte sich sofort bezahlt. Eine israelische Koproduktion führte zum Ausgleich: Peretz bediente Baribo mit einem feinen Pass, Barico bezwang Ozegovic ein zweites Mal (66.). Im Anschluss verflachte das Spiel ein wenig, nicht zuletzt auch durch viele Wechsel. Die Gäste kamen kaum mehr in Bedrängnis. In der Nachspielzeit vergab zunächst der eingewechselte Wallner per Kopf und Schulter den Matchball (92.), auf der anderen Seite verpasste Peretz den „Lucky Punch“ (94.).

Stimmen zum Spiel:

Robin Dutt (WAC-Trainer): „Es war ein sehr wildes, offenes Spiel. Du hast das Gefühl gehabt, dass bei jedem Angriff ein Tor fallen könnte. So bisschen wie ein Handballspiel. Wir haben wieder sehr früh ein Tor gekriegt, wo du wieder hinterherrennen musst. Beide Defensiven waren unglaublich anfällig. Wir haben unsere Probleme nach wie vor in der Defensive. Mich freuen die zwei Tore von Tai Baribo, aber wenn man sieht, wie viele Chancen wir erspielen müssen für zwei Tore, dann steht das in keinem Verhältnis.“

Thomas Silberberger (WSG-Trainer): „Es war ein hoch intensives Match bei extrem hohen Temperaturen. In der ersten Halbzeit war ich mit meiner Mannschaft nicht zufrieden. Da hat der WAC mächtig aufs Tempo gedrückt. Wir waren zu wenig kompakt gegen den Ball. Und so kam der WAC nach einem Traumstart für uns ins Spiel zurück. In der zweiten Halbzeit haben wir ein bisschen umgestellt und die Raute des WAC überragend bespielt. Wir waren drückend überlegen und gingen verdient mit 2:1 in Führung. Und dann bekamen wir wieder so ein unnötiges Gegentor, bei dem wir zu wenig kompakt verteidigen.“

Admiral Bundesliga, vierte Runde

Samstag:

WAC – WSG Tirol 2:2 (1:1)

Wolfsberg, Lavanttal-Arena, 2.250 Zuschauer, SR Ciochirca

Torfolge:
1:0 Koch (5.)
1:1 Baribo (32.)
1:2 Anselm (60.)
2:2 Baribo (66.)

WAC: Kuttin – Dedic, D. Baumgartner, Gugganig (67./Lochoshvili), Scherzer – Leitgeb (84./Stratznig) – Taferner, Liendl, Wernitznig (61./Peretz) – Röcher (84./Dieng), Baribo

WSG: Ozegovic – Koch, Behounek, Awoudja, Klassen – Rogelj (70./Ranacher), Petsos (46./Müller), Blume (70./Naschberger), Sabitzer (78./Bacher) – Anselm, Vrioni (70./Wallner)

Gelbe Karten: Dedic bzw. Petsos, Vrioni, Sabitzer

Die Besten: Baribo, Röcher, Scherzer bzw. Ozegovic, Sabitzer, Koch