Matthaeus Taferner (WAC) und David Stec (Hartberg)
GEPA/Wolfgang Jannach
Bundesliga

Hartberg siegt in Wolfsberg

Der TSV Prolactal Hartberg hat am Samstag in der Admiral Bundesliga nach fünf sieglosen Spielen wieder einen vollen Erfolg eingefahren. Die Steirer gewannen in der siebenten Runde beim RZ Pellets WAC in Wolfsberg mit 3:1 und halten wie die Kärntner nun bei acht Punkten.

Vor 2.450 Zuschauern in der Lavanttal-Arena sorgten Thomas Rotter (7.) und Neuzugang Nemanja Belakovic (18.) für eine 2:0-Pausenführung der Gäste. Amar Dedic (51.) gelang der Anschlusstreffer, Marc Andre Schmerböck (89.) sorgte aber kurz vor Schluss für die Entscheidung.

Im Vergleich zum 2:1-Auswärtssieg in Altach gab es in der WAC-Startelf nur eine Veränderung: Dario Vizinger stürmte an der Seite von Tai Baribo anstelle von Thorsten Röcher, der zuletzt an einer Verkühlung laborierte. Kurt Russ stellte unterdessen den Hartberger Sturm auf neue Beine: Die Neuzugänge Donis Avdijaj und Belakovic sowie Noel Niemann durften von Beginn an auf den Platz, sie ersetzten den zum LASK abgewanderten Sascha Horvath, Dario Tadic und Jürgen Heil.

Hartberg gewinnt beim WAC

Der WAC hatte sich für sein Heimspiel gegen Hartberg eine Menge vorgenommen. Aber es kam für die Lavanttaler ganz anders als geplant. Das Spiel endete mit einer 1:3-Heimniederlage.

Hartberg-Führung nach VAR-Entscheidung

Die Gastgeber starteten druckvoll ins Spiel mit Zug zum Tor. Bereits in Minute zwei tauchte Baribo gefährlich vor Rene Swete auf, stand aber hauchdünn im Abseits. Drei Minuten später prüfte Vizinger den Hartberg-Goalie, der zur Ecke abwehren konnte.

Auf der Gegenseite zeigten sich die Steirer sehr effizient. Noel Niemann scheiterte zunächst aus gut 20 Metern mit einem Flachschuss an Alexander Kofler. Aus dem daraus resultierenden Eckball fiel aber die Führung für die Gäste. Der Corner von Tobias Kainz landete erneut beim Hartberger, der ein zweites Mal in den Strafraum flankte, wo Rotter aus kurzer Distanz Kofler überwand.

Wurde dem Treffer zunächst die Anerkennung durch das Schiedsrichtergespann wegen einer Abseitsstellung von Avdijaj verwehrt, so entschied der VAR auf Tor. Eine knifflige Entscheidung, wie auch die fast vier Minuten bewiesen, die der VAR für seinen Entschluss brauchte.

Belakovic trifft bei Debüt

Der WAC, kalt erwischt, schaltete weiter den Vorwärtsgang ein, blieb in seinen Aktionen aber zu umständlich. Geradliniger präsentierten sich weiter die Spieler von Russ. Die Wolfsberger Verteidigung ließ David Stec zu viel Platz, der mit seiner Flanke Belakovic fand. Der Serbe hatte wenig Mühe, aus weniger als sechs Metern zum 2:0 einzuköpfeln und damit bei seinem Debüt gleich den Premierentreffer zu erzielen.

In der Folge fand der WAC kaum ins Spiel und konnte aus seinen 70 Prozent Ballbesitz kein Kapital schlagen. Die Hartberger stießen wiederum immer wieder gefährlich in sich nun bietende freie Räume. Erst kurz vor der Pause kamen die Kärntner wieder gefährlich vor das Tor von Swete, doch Eliel Peretz vergab gleich zwei tolle Möglichkeiten: Zuerst setzte der Israeli den Ball frei stehend aus zehn Metern rechts am Tor vorbei (43.). In der Nachspielzeit konnte Peretz das Tohuwabohu im Hartberger Strafraum nach einem Liendl-Corner nicht nutzen und vergab aus kurzer Distanz.

WAC-Aufholjagd bleibt erfolglos

Zur Pause brachte WAC-Trainer Robin Dutt Cheikhou Dieng für Peretz, während Russ Michael Lema und Jürgen Heil für Niemann und Avdijaj einwechselte. Wolfsberg zeigte sich nun zielstrebiger: Scheiterten erst Michael Liendl aus der Distanz und Baribo an Swete, so machte es wenig später Außenverteidiger Dedic besser. Er zimmerte den Ball, der über Liendl und Dieng zu ihm kam, völlig frei stehend ins Gästetor.

Die Steirer standen nun sehr tief und sorgten kaum mehr für Entlastungsangriffe. Der WAC machte Druck, hochkarätige Chancen sprangen aber kaum heraus. Eine solche vergab Mario Leitgeb per Kopf nach einem Liendl-Freistoß (65.). Zehn Minuten später blieb Baribo weiter glücklos und gegen Swete zweiter Sieger. Unmittelbar danach schwächten sich die Kärntner selbst: Matthäus Taferner sah nach einem Foul an Matija Horvat die Rote Karte von Referee Julian Weinberger (76.) – eine harte Entscheidung.

Der WAC blieb auch in Unterzahl die bessere Mannschaft, Hartberg verteidigte mit Mann und Maus. Dieng zielte zu ungenau (85.). Auf der anderen Seite fuhr Hartberg einmal einen gefährlichen Konter und bewies dabei erneut Effizienz: Lema enteilte über rechts seinen Bewachern, passte überlegt in die Mitte auf den eingewechselten Schmerböck, der von der Strafraumgrenze zum 3:1 einschoss. Der Ball war allerdings nicht unhaltbar. Die Hartberger kletterten mit dem Sieg in der Tabelle auf Rang vier, der WAC ist Sechster.

Stimmen zum Spiel:

Robin Dutt (WAC-Coach): „Es hat ganz gut angefangen, aber nach dem 0:1 waren wir gar nicht mehr auf dem Platz. Vom Kopf her haben wir sehr langsam gewirkt und hatten auch sehr viele Ballverluste. Wir haben es damit dem Gegner erleichtert, sein Konterspiel umzusetzen. Dadurch haben wir auch das 0:2 bekommen. Die Energie, die wir in der zweiten Halbzeit gebracht haben, hat dann letztendlich nicht ausgereicht, um dieses Spiel noch zu drehen. Wir haben am Schluss noch diese überzogene Rote Karte bekommen. Insgesamt haben wir verdient verloren.“

Kurt Russ (Hartberg-Trainer): „Es war eine schwere Partie von Anfang an für uns. Wie wir 2:0 in Führung gegangen sind, war es ein bisschen leichter. Ich hab gehofft, dass wir vielleicht noch das dritte machen, dass wir ein wenig mehr Ruhe reinbringen. Es blieb aber hektisch. Ich muss aber dem WAC ein Lob aussprechen, sie haben nie aufgegeben, sie haben immer wieder nach vorne gespielt. Es war zum Schluss vielleicht ein glücklicher Sieg.“

Admiral Bundesliga, siebente Runde

Samstag:

WAC – Hartberg 1:3 (0:2)

Wolfsberg, Lavanttal-Arena, 2.450 Zuschauer, SR Weinberger

Torfolge:
0:1 Rotter (7.)
0:2 Belakovic (18.)
1:2 Dedic (51.)
1:3 Schmerböck (89.)

WAC: Kofler – Dedic, Baumgartner, Lochoshvili, Scherzer – Leitgeb – Peretz (46./Dieng), Liendl, Taferner – Vizinger, Baribo

Hartberg: Swete – Stec, Rotter (61./Klem), Sonnleitner, Gollner, Kofler (60./Tadic) – Kainz, Avdijaj (46./Heil), Horvat – Belakovic (71./Schmerböck), Niemann (46./Lema)

Rote Karte: Taferner (77./Foul)

Gelbe Karten: Liendl, Vizinger bzw. Horvat, Belakovic, Klem, Tadic

Die Besten: Dedic, Leitgeb, Dieng bzw. Swete, Stec, Belakovic