Ski alpin

Brunner liegt auf Podestkurs in Sölden

Vor den Augen der neuen ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober haben die Österreicherinnen am Samstag einen starken ersten Durchgang beim Saisonauftakt in Sölden hingelegt. Stephanie Brunner fuhr auf den dritten Zwischenrang. Katharina Liensberger klassierte sich knapp hinter ihrer Teamkollegin auf Rang vier. Der Kampf um den Sieg (13.15 Uhr, live in ORF1) wird aber wohl zum Duell zwischen Lara Gut-Behrami und Mikaela Shiffrin.

Die Schweizer RTL-Weltmeisterin markierte in 1:02,80 Minuten die erste Bestzeit der Saison und geht mit dem knappen Vorsprung von 0,02 Sekunden auf die US-Amerikanerin in die Entscheidung. Brunner, die in Sölden bereits zweimal Rang vier belegt hat, muss im zweiten Durchgang einen Rückstand von 0,54 Sekunden auf Gut-Behrami aufholen. Liensberger liegt 0,63 Sekunden zurück. Mit Ricarda Haaser klassierte sich eine weitere Österreicherin als Zehnte (+1,30) in den Top Ten.

Die ÖSV-Damen sind damit auf dem besten Weg, das historisch schlechteste Sölden-Ergebnis aus dem letzten Jahr wieder auszubügeln. 2020 war Katharina Truppe als 15. beste Österreicherin gewesen. „Ich habe im Sommer schon sehr gut trainiert und hatte endlich wieder einmal eine gute Vorbereitung. Das ist schon was wert. Jetzt muss ich die Akkus aufladen, gut besichtigen und dann Gas geben“, sagte Brunner, die in ihrer Karriere bereits drei Kreuzbandrisse erlitten hat und in dieser Saison mit Liensberger in einer Trainingsgruppe fährt, im ORF-Interview.

Gut-Behrami und Shiffrin in eigener Liga

Shiffrin eröffnete erstmals seit vielen, vielen Monaten wieder vor Fans mit einer optisch fehlerfreien Fahrt die neue Weltcup-Saison. Die italienischen Mitfavoritinnen scheiterten gleich einmal an der Vorgabe. Federica Brignone kassierte einen Rückstand von 1,50 Sekunden. Marta Bassino, die letztes Jahr in Sölden vor Brignone gewonnen hat, schied aus. Mit Startnummer vier holte sich dann aber Gut-Behrami vor knapp 7.000 Fans die knappe Führung.

„Es ist ein wunderschöner Hang und sehr cool. Ich bin zufrieden mit meinem Lauf. Es ist nicht immer leicht, im Rennen das umzusetzten, was man im Training macht. Ich werde versuchen, im zweiten Lauf im Mittelteil sauber zu fahren“, erklärte die Schweizerin, die bereits 2013 in Sölden gewonnen hat und nach ihrem insgesamt fünften RTL-Sieg greift. Verhindern möchte diesen natürlich Shiffrin, die von ihrer Fahrt äußerst angetan war. „Ich habe keinen Fehler gesehen, es war ein sauberer Lauf. Ich habe mich super gefühlt, Lara hat wirklich alles auf den Punkt genau erwischt und war vielleicht ein bisschen akiver“, bilanzierte Shiffrin, die 2014 den Saisonauftakt gewonnen hat.

Der erste Lauf von Gut-Behrami

Lara Gut-Behrami erzielte beim Saisonauftakt in Sölden mit einer exzellenten Fahr die Zwischenbestzeit. Ihr Vorsprung auf Mikaela Shiffrin ist aber nur minimal.

Liensberger mit Luft nach oben

Liensberger hat ihrerseits noch alle Chancen, ihr zweites RTL-Podest im Weltcup nach Lienz 2019 zu holen. Die 24-jährige Vorarlbergerin weiß, wo sie im zweiten Durchgang noch Luft nach oben hat. „Im Steilhang war es nicht ganz so solide wie gewünscht, aber unten habe ich mehr Zug auf die Ski bekommen. Ich weiß, dass ich im Steilen noch Potenzial habe, aber daran haben wir gearbeitet“, erklärte Liensberger, die bei der WM in Cortina d’Ampezzo RTL-Bronze geholt hatte.

Der erste Durchgang von Liensberger

Katharina Liensberger lieferte einen starken ersten Durchgang, war aber vor allem mit ihrer Linie im Steilhang nicht ganz zufrieden.

Hinter Liensberger lauern aber noch einige Läuferinnen, die ebenfalls noch Chancen auf das Podest haben. Auf Rang fünf liegt die Kanadierin Valerie Grenier (0,74). Die slowakische Gesamtweltcup-Siegerin Petra Vlhova hat als Siebente einen Rückstand von 0,81 Sekunden. Auch die Neuseeländerin Alice Robinson (0,90) und die Slowenin Meta Hrovat (0,98) hielten den Rückstand unter einer Sekunde.

Mit Ramona Siebenhofer als 20. (1,91) und Truppe auf Rang 29 (2,50) schafften noch zwei weitere ÖSV-Damen die Qualifikation für die Entscheidung. Elisa Mörzinger (32./2,68), Katharina Huber (33./2,76), Franziska Gritsch (57./4,48) und Stephanie Resch (59./4,71) verpassten hingegen auf dem Rettenbachferner den Sprung unter die Top 30.