Claudia Hufnagl
GEPA/Philipp Brem
Schwimm-EM

Motiviertes Dutzend greift auf Kurzbahn an

Mit sieben Schwimmerinnen und fünf Schwimmern ist Österreich ab Dienstag bei der Europameisterschaft auf der Kurzbahn im russischen Kasan mit von der Partie. Auch ohne die Olympiaaushängeschilder Felix Auböck und Marlene Kahler sollen bei den 20. Titelkämpfen auf der Kurzbahn für das heimische Dutzend Topplatzierungen her. Vor allem Lena Grabowski gehört zum erweiterten Kreis der Medaillenkandidatinnen.

Der Aquatics Palace von Kasan ist das weltweit größte Indoor-Zentrum für Schwimmen und andere Wassersportarten. Der dreifache Olympiafinalist Auböck absolviert aber anstelle eines Antretens bei der EM in Spanien ein Höhentrainingslager und konzentriert sich ebenso auf die Kurzbahn-WM Mitte Dezember in Dubai wie die seit diesem Semester ebenfalls in den USA studierende Kahler.

Grabowski hat daher nach Papierform die besten Chancen auf einen österreichischen Spitzenplatz und darf an einem guten Tag auch mit einer Medaille spekulieren. Die Burgenländerin hatte über 200 m Rücken im Mai als Langbahn-EM-Vierte Bronze um 0,32 Sekunden verpasst und sich in Tokio als Olympiazwölfte gut gehalten. Im September musste die 19-Jährige maturabedingt eine zehntägige Pause einlegen, zeigte zuletzt in Pilsen aber auf.

Duo unter Dauerbelastung

Bernhard Reitshammer und Christopher Rothbauer hatten ab Ende August in Neapel für rund einen Monat in der Vorrunde der International Swimming League (ISL) eine für sie ungewohnte Dauerbelastung, nach dem EM-Trip geht es mit ihren Teams in Eindhoven auch gleich weiter. Reitshammer war noch bis Freitag in der Türkei auf Trainingslager und geht motiviert in die EM: „Die Wettkampferfahrung ist das Beste, das ein Sportler haben kann. Deswegen glaube ich, dass ich davon (ISL, Anm.) bei der EM profitieren werde.“

Lena Grabowski
GEPA/Michael Meindl
Grabowski hat aus heimischer Sicht die besten Karten auf einen Platz im EM-Vorderfeld

Seine größten Hoffnungen hat der Tiroler über 100 m Lagen, aber auch auf anderen seiner vier Strecken hält er eine Semifinal- oder Finalteilnahme für möglich. Rothbauer setzt primär auf 200 m Brust, den Einzug in den Endlauf hält er auch über 100 m Brust für möglich. Der Niederösterreicher absolvierte nach vier Wochen ISL eine vierwöchige Polizeiausbildung mit nur einer Trainingssession pro Tag. „Da war es sehr schwierig, das Richtige im Training zu finden“, so Rothbauer.

Olympiazuschauerinnen ohne Druck

Lena Kreundl ist im Sommer aus der Schweiz zurückgekehrt, eine schon länger zurückliegende Coronavirus-Infektion hat sie leistungstechnisch noch immer nicht ganz abgeschüttelt. „Ich habe die Symptomatik leider immer noch nicht hinter mir. Es ist ein Auf und Ab, das ich bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht selber steuern kann“, berichtete die Oberösterreicherin. Auch Kreundl hat zuletzt die Polizeiausbildung absolviert. Die 23-Jährige hat für gleich sechs Strecken genannt, hofft ebenso auf eine Finalteilnahme.

Wie Kreundl war Caroline Pilhatsch nicht bei Olympia. Die Vizeweltmeisterin 2018 über 50 m Rücken tritt über vier Strecken an, darunter der Rücken- und Delfinsprint. „Ich gehe jetzt einfach mal ohne Druck in die EM, das Hauptaugenmerk liegt eher bei der WM“, so die Steirerin. „Ein Finale ist auf jeden Fall das Ziel.“ Die übrigen der sieben Frauen im Team sind Nina Gangl, Claudia Hufnagl, Lena Opatril und Cornelia Pammer. Dazu kommen Simon Bucher, Heiko Gigler und Alexander Trampitsch.

Das OSV-Team ist bereits am Samstag mit Sportdirektor Walter Bär als Delegationsleiter nach Russland gereist. „Wir haben ein junges und sehr ambitioniertes Team am Start“, sagte Bär. „Ich denke, dass wir dort mit einigen persönlichen Bestzeiten rechnen können, und hoffe auch auf österreichische Rekorde und einige Finalteilnahmen unserer Damen und Herren. Die ganze Mannschaft ist hochmotiviert und geht sehr optimistisch in den Wettkampf“ – und das auch in einigen Staffeln, wobei jeweils kurz davor über ein Antreten entschieden wird.

Zum Auftakt am Dienstag schwimmen über jeweils 4 x 50 m Kraul Gangl, Pammer, Kreundl und Pilhatsch bzw. Gigler, Reitshammer, Bucher und Trampitsch. In beiden Fällen geht es wegen zu weniger Meldungen gleich in den Endläufen um die Medaillen (ab 16.30 Uhr MEZ). Die Vorlauf-Sessions beginnen jeweils um 8.00 Uhr MEZ.

OSV-Aufgebot für die Kurzbahn-EM

Frauen (7): Nina Gangl (SU Mödling), Lena Grabowski (SU Neusiedl), Claudia Hufnagl (USC Graz), Lena Kreundl (ASV Linz), Lena Opatril (SC Innsbruck), Cornelia Pammer (1. USC Traun), Caroline Pilhatsch (AT Graz)

Männer (5): Simon Bucher (ASV Linz), Heiko Gigler (SV Spittal), Bernhard Reitshammer (ASV Linz), Christopher Rothbauer (SVS), Alexander Trampitsch (SC Steyr)