Lena Grabowski (AUT)
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Schwimmen

Grabowski erobert mit Rekord EM-Bronze

Lena Grabowski hat der österreichischen Abordnung bei der Kurzbahn-EM im russischen Kasan am Donnerstag die erhoffte Medaille beschert. Die 19-jährige Burgenländerin schwamm über 200 m Rücken mit neuer heimischer Rekordzeit zu Bronze und beendete damit eine 13-jährige Medaillendurststrecke bei den Damen.

Dank eines starken Finish auf den letzten beiden Längen schlug Grabowski in 2:04,74 Minuten als Dritte an und verbesserte damit ihren erst am Vortag im Semifinale aufgestellten Rekord um sieben Zehntelsekunden. Sie musste im Finale nur der favorisierten Niederländerin Kira Toussaint (2:01,26) und der Italienerin Margherita Panziera (2:02,05) den Vortritt lassen.

„Ich pack es gar nicht, ich plärr die ganze Zeit. Ich bin fix und fertig“, sagte die frischgebackene EM-Dritte unmittelbar nach dem Rennen im ORF-Interview. Trotz der überbordenden Emotionen erinnerte sich Grabowski aber auch an ihr nach dem Semifinale gegebenes Versprechen, im Falle einer Medaille ein Kehrgerät zu verspeisen: „Jemand soll mir einen Besen bringen, den ich fressen muss. Vor allem war es noch so viel schneller als gestern. Ich bin sprachlos, es bedeutet mir die Welt.“

Bereits im Semifinale hatte sie in 2:05,42 ihre Bestmarke unterboten und war als Drittschnellste in den Endlauf aufgestiegen. Vorab rechnete sich die 19-Jährige kleine Medaillenchancen aus. Die Russin Daria Ustinowa war nach 150 Metern Dritte, Grabowski lag aber auf Schlagdistanz. Ein gutes Zeichen. Auf den letzten 50 Metern konnte die Burgenländerin entscheidend zulegen. „Ich habe gewusst, dass die Russin schnell startet, aber dafür eingeht“, erklärte sie ihre Taktik.

Nachfolgerin von Jukic

Der Coup von Grabowski hatte sich schon angekündigt. Im Mai war sie bei der Langbahn-EM in Budapest Vierte geworden, bei den Olympischen Spielen in Tokio hielt sie sich als Zwölfte beachtlich. Zuletzt musste die 19-Jährige wegen der Vormatura rund eineinhalb Wochen das Training reduzieren, weshalb sie selbst schon mit dem Finaleinzug zufrieden gewesen wäre.

Jubel von Lena Grabowski (AUT)
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Lena Grabowski konnte ihren Traumlauf über 200 m Rücken selbst nicht glauben

Ihr Plafond über die Paradedisziplin sei noch nicht erreicht, so Grabowski. In der Tauchphase könne sie noch viel verbessern. Dort sei Toussaint derzeit nicht zu schlagen. „Aber ich weiß, dass es möglich ist, auf ihr Niveau zu kommen“, meinte sie über die Niederländerin.

Für die heimischen Schwimmerinnen ging damit eine lange Durststrecke in Sachen Medaillen auf der Kurzbahn zu Ende. Vor Grabowski hatte zuletzt 2008 Mirna Jukic bei den Titelkämpfen im kroatischen Rijeka mit Bronze und Silber über 100 bzw. 200 m Brust Podestplätze für Österreichs Damen geholt. Grabowskis Medaille war zudem die erste für Rot-Weiß-Rot auf der Kurzbahn seit Silber von Markus Rogan 2011 in Szczecin über 200 m Lagen.