Biathletin Lisa Theresa Hauser
GEPA/Matic Klansek
Biathlon

Hauser zielt auf neue Großtaten ab

Lisa Hauser stellt sich im Olympiawinter der Herausforderung, an ihre famose vergangene Saison anzuknüpfen. Die Tirolerin ließ im Jänner und Februar einen Paukenschlag dem nächsten folgen. Nach ihren ersten Podestplätzen und dem Premierensieg im Weltcup krönte sie sich im Massenstart auch noch zur ersten österreichischen Weltmeisterin. Als Draufgabe gab es WM-Silber in der Verfolgung und mit der ÖSV-Mixed-Staffel sowie die kleine Kristallkugel für die Einzelwertung.

Ab kommender Woche wird sich herausstellen, ob es für die 27-Jährige in dieser Tonart weitergeht. „Natürlich ist es heuer schon eine andere Situation, das ist mir während des Sommers bewusst geworden. Dass ich vom Gefühl her anders starten werde, vom Druck her. Ich bin gespannt, wie es mir damit gehen wird“, sagte Hauser.

Wenige Tage vor dem Auftakt in Schweden am Wochenende sei sie aber noch sehr entspannt. „Ich freue mich, dass es wieder losgeht. Der Sommer war richtig lange, irgendwann sagt der Körper, ich will wieder Rennen laufen. Ich bin jetzt noch relativ gechillt. In einer Woche wird es sicher anders mit der Anspannung.“ Die Einordnung, wo man im Vergleich mit der Konkurrenz stehe, gestalte sich wie immer vor Saisonbeginn schwierig. „Das Gefühl ist gut. Ich glaube, dass es vom Niveau her schon passen müsste.“

Biathletin Lisa Theresa Hauser mit Goldmedaille in Pokljuka 2021
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Als erste Österreicherin sicherte sich Hauser einen Biathlon-WM-Titel

Erfolge geben Selbstvertrauen

Sollte diese Einschätzung zutreffen, ist wohl wieder mit ihr zu rechnen. Die sieben erreichten Podestplätze verleihen jedenfalls Zuversicht. „Ich habe in jeder Einzeldisziplin ein Stockerl erreicht, das gibt mir Selbstvertrauen. Egal welches Rennen, ich kann aus eigener Kraft eine gute Platzierung machen.“

Eine solche wäre für sie zum Auftakt bereits ein Top-15-Ergebnis. Im Laufe des Winters darf es freilich deutlich mehr sein. „Natürlich möchte ich wieder aufs Podium laufen. Ich kann des jetzt aber nicht beurteilen, ob es im November, Dezember, Jänner oder März sein wird.“

Konstanz beim Schießen gefragt

In der Vorbereitung setzte sie mit ihren Trainern Markus Fischer und Gerald Hönig auf Bewährtes. „Das Augenmerk war, dass ich probiert habe, läuferisch auf dem Niveau zu bleiben. Ich habe nicht großartig was Neues versucht.“ Sie hofft aber auf mehr Konstanz am Schießstand. Denn zuletzt hat sie nur im Jänner und Februar die nötigen Höchsttrefferquoten abgeliefert. „Ich habe den Höhepunkt super erwischt, aber im Dezember und am Saisonende bin ich unsicherer gewesen. Heuer will ich probieren, besser reinzustarten.“

Biathletin Lisa Theresa Hauser
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Der Schlüssel zu weiteren Erfolgen liegt in der Konstanz beim Schießen

Das Schießen war es auch, das ihr im Sommer trotz mehr als 10.000 Trainingsschüssen ein wenig Kopfzerbrechen bereitete. Ihr deutlich vollerer Sponsoren- und Medienterminkalender habe sie mental doch etwas ermüdet, was sich am Schießplatz auswirkte. Mittlerweile sei das aber überwunden und die Trefferquote wieder vielversprechend. „Ich habe die Ruhepausen in letzter Zeit viel besser nutzen können.“

Auch das im Gegensatz zu anderen Jahren in Obertilliach gewählte Trainingslager hat geholfen. „Ich genieße es, mich in Österreich vorzubereiten. Es gab weniger Reisestress, die Tage sind länger als in Skandinavien. Das gibt mir sehr viel Kraft, von den Verhältnissen und auch von der Höhenlage her ist es perfekt. Und auch das heimische Essen tut gut.“

Olympia ein Ziel von vielen

Gipfeln soll ihr Erfolgslauf idealerweise auch in einer Olympiamedaille, doch daran denkt Hauser noch nicht. Schließlich ist auch ihre Trainingsplanung nicht zwingend auf den Höhepunkt im Februar ausgelegt, das Zauberwort heißt vielmehr Konstanz. „Mein ganzer Fokus ist nicht auf Olympia gesetzt, ich will von Ende November bis März gute Rennen machen. Und ich möchte schon bei den ersten Stationen gute Platzierungen machen.“

Trotzdem ist ein Spitzenresultat im Gesamtweltcup nicht unbedingt ein Thema. Darüber könne man sich im Februar Gedanken machen, so die Gesamtsechste von 2020/21. Voraussetzung dafür sei sowieso, dass man gesund durchkomme. Bezüglich der damit verbundenen Coronavirus-Situation hofft Hauser auf baldige Normalität und die Rückkehr der Fans. Im Vordergrund stehe aber selbstverständlich die Gesundheit und der Schutz der Allgemeinheit.

In den kommenden Monaten will sie auch in Teambewerben anschreiben. Ein diesbezügliches Traumziel ist ein Podestplatz mit der Frauen-Staffel. Stolz auf ihre Pionierarbeit ist Hauser aber schon jetzt. „Ich glaube, dass wir im Damen-Biathlon viel Aufbauarbeit geleistet haben. Es macht einen schon stolz, wenn man bei allen historischen Ereignissen, was Biathlon-Damen-Sport betrifft, dabei war.“