Skifahrerin Petra Vlhova
GEPA/Thomas Bachun
Ski alpin

Vlhova egalisiert Shiffrins Levi-Rekord

Petra Vlhova bleibt vorerst die Königin von Levi. Die slowakische Titelverteidigerin im Weltcup gewann nach zwei Siegen im Vorjahr auch heuer den ersten von zwei Slaloms in Finnland. Vlhova setzte sich am Samstag 0,31 Sekunden vor ihrer Dauerrivalin Mikaela Shiffrin durch und egalisierte mit ihrem vierten Erfolg den Rekord der US-Amerikanerin. Während die Deutsche Lena Dürr (+0,84 Sek.) erstmals im Slalom aufs Podest fuhr, musste sich Katharina Liensberger als beste ÖSV-Läuferin mit Rang sechs begnügen.

Liensberger, im Vorjahr noch an gleicher Stelle zweimal als Dritte auf dem Siegerfoto zu finden, konnte im ersten von zwei Rennen in Levi die Erwartungen an sie als Weltmeisterin und Weltcup-Titelverteidigerin im Slalom nicht erfüllen. Schon im ersten Durchgang ex aequo mit Dürr nur Sechste fuhr die Vorarlbergerin auch im zweiten Durchgang auf der Piste „Levi Black“ zu fehlerhaft, um in den Kampf um die Podestplätze mitzumischen. Am Ende verlor Liensberger, die neben den Top Drei auch Zürs-Siegerin Andreja Slokar (SLO) und Anna Swenn Larsson (SWE) den Vortritt lassen musste, 1,28 Sekunden auf Siegerin Vlhova.

„Ich war mega happy, dass wir fahren konnten. Es war eine schöne Kurssetzung, man hat einfach pushen müssen, und da zeigt sich schon, da muss ich voll an mein Limit gehen“, zog Liensberger nach ihrem ersten durchwachsenen Slalom-Auftritt in dieser Saison im ORF-Interview Bilanz, „es war sicher nicht fehlerfrei, entscheidend ist, dass ich meine Ski gut auf Zug bringe.“

Vlhova bleibt Königin von Levi

Die Slowakin Petra Vlhova hat nach zwei Siegen im Vorjahr auch am Samstag den ersten Saison-Slalom in Levi gewonnen. Beste Österreicherin wird Katharina Liensberger als Sechste.

Die 24-Jährige blickte jedenfalls optimistisch auf das zweite Rennen am Sonntag (10.30 bzw. 13.30 Uhr, live in ORF1): „Ich denke, es waren gute Schwünge dabei, das kann ich sicher mitnehmen für morgen. Jetzt heißt es einfach weitermachen.“ Der Druck als Weltmeisterin und Gewinnerin der kleinen Kristallkugel die Gejagte zu sein, spiele keine Rolle, meinte Liensberger: „Natürlich weiß ich, dass ich schon sehr gute Erfolge gezeigt habe und dass ich gut fahren kann. Wichtig ist, dass ich es im Rennen umsetzen und zeigen kann, was ich kann. Ich freu mich auf morgen.“

1. Petra Vlhova (SVK)
2. Mikaela Shiffrin (USA)
3. Lena Dürr (GER)

Vlhovas Gefühl täuscht nicht

Vlhova setzte sich hingegen zum dritten Mal in Folge die Krone in Levi auf und hat am Sonntag im zweiten Rennen im hohen Norden die Chance, sich mit dem fünften Sieg zur alleinigen Rekordhalterin aufzuschwingen. „Ich habe mich heute Morgen beim Aufstehen schon gut gefühlt. Mein Ziel war möglichst schnell zu fahren, und im zweiten Durchgang wollte ich mehr an mein Limit gehen. Es ist ein schöner Sieg hier, ich mag es wirklich gerne in Levi, und ich bin froh, dass ich wieder hier gewinnen konnte“, sagte die 26-Jährige, die mit zweimal Laufbestzeit ihren insgesamt 21. Weltcup-Erfolg und den 13. in einem Slalom einfuhr.

Shiffrin, die nach ihrem Auftaktsieg in Sölden mit dem zweiten Platz in Levi die Führung im Gesamtweltcup wieder übernahm, sprach im ORF-Interview zwar von „einem guten Tag, aber es ist natürlich schwer zu sagen, dass ich vollkommen zufrieden bin“. Vlhova sei aber an diesem Tag einfach nicht zu schlagen gewesen, so die 26-Jährige: „Mit einem Podest zu starten ist natürlich gut. Der Abstand zwischen uns ist nicht groß, aber es ist klar, dass Petra heute die bessere und konstantere war. Es hat heute Spaß gemacht, und es war ein guter Start in die Slalom-Saison.“

Skifahrerinnen Mikaela Shiffrin, Petra Vlhova und Lena Dürr
GEPA/Thomas Bachun
Shiffrin (l.) und Dürr (r.) komplettierten das erste Slalom-Podest der Saison neben Siegerin Vlhova

Huber verbessert sich

Zweitbeste Österreicherin wurde Katharina Huber. Die Niederösterreicherin, die saisonübergreifend sieben Slaloms in Folge nicht in die Punkte gekommen war, verbesserte sich im zweiten Lauf mit einer soliden Fahrt vom 17. auf den zwölften Rang. „Ich wollte schon im ersten Durchgang von oben weg pushen, das Flache liegt mir noch nicht ganz so, aber ich glaube im Steilhang erwische ich es immer recht gut und kann den Schwung gut mitnehmen, und das ist schon mal sehr positiv“, sagte die 26-Jährige.

Keine Bäume ausreißen konnten Chiara Mair, Katharina Truppe und Katharina Gallhuber. Während Mair im zweiten Durchgang immerhin vier Plätze gutmachen konnte und als 19. in die Wertung kam, rutschte Truppe vom aussichtsreichen 16. Platz zur Halbzeit auf Rang 22 zurück. Die Olympiadritte von 2018 Gallhuber fiel auf den 27. und damit letzten Platz der klassierten Läuferinnen in der Entscheidung zurück.

ÖSV-Rennsportleiter Christian Mitter ortete durchwegs „fehlenden Speed“ bei seinen Damen. Im Flachen sei nichts weitergegangen. „Wir werden gut analysieren, das ist das Schöne, wenn man Doppelrennen hat.“ Bei Liensberger mache er sich „keine Sorgen“, sie habe leichte Fehler gemacht und sei noch nicht in Topform.

Schon nach dem ersten Durchgang war klar, dass es für Franziska Gritsch, Marie-Therese Sporer, Magdalena Egger und Stephanie Brunner keine Weltcup-Punkte im ersten Saisonslalom geben wird. Das Quartett hatte mit zu großen Rückständen einen Platz in der Entscheidung der besten 30 Läuferinnen verpasst. Am Sonntag gibt es die Chance, es besser zu machen.